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Alle Tierkreissternbilder ziehen auf Parallelbahnen

Alle Tierkreissternbilder ziehen auf Parallelbahnen um den Südpol; natürlich nur aus geozentrischer Sicht. Denn es handelt sich um Konstellationen aus Fixsternen, die nachdem sie im Osten aufgegangen sind, südwärts ziehen. Ebenso queren sie in ihrer höchsten Stellung den Südpunkt. Und abschließend versinken sie nach einem gespiegelten und somit nordwärts gerichteten Bogenlauf am Westhorizont.

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Die täglichen Bewegungsbögen, die die zwölf Tierkreissternbilder heutzutage über dem Horizont vollziehen. Hellblau = Himmelsäquator; grün = jährliche Abfolge; die Pfeile geben die Bewegungsrichtungen an (nach Schultz, 1963: 281SCHULZ, Joachim (1963). Abbildung aus: Rhythmen der Sterne. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum Dornach/Schweiz. Jahreslauf ergänzt.).

Die folgende Abbildung veranschaulicht die derzeitigen Höhen der Umlaufbahnen der Tierkreissternbilder.
Ergänzend ist zu berücksichtigen, dass in Blickrichtung Süden die Sonne, der Mond und die Planeten natürlich am täglichen Umschwung im Uhrzeigersinn teilnehmen.
Aber zusätzlich umrunden sie scheinbar die Erde in ihrem eigenen Rhythmus gegen den Uhrzeigersinn.
Deshalb wird der Zodiakus, der ihnen im Jahreslauf als Kulisse dient, ebenfalls nach links fortschreitend betrachtet.

Hinzu kommt aber, dass sich im Laufe von rund 26.000 Jahren auf Grund der Präzession ihre Auf- und Untergangsorte und somit auch ihre Umlaufhöhen verschieben.
Daher ging das Tierkreissternbild Steinbock in der Frühbronzezeit am nächsten vom Südpunkt auf- und unter und sein heller Stern Deneb Algedi war nur rund 7 Stunden sichtbar.

Auf der Himmelsscheibe von Nebra sind demnach beispielsweise die Zirkumpolarsterne in abweichenden Positionen und Umlaufhöhen dargestellt worden und an den vier Jahreseckdaten erscheinen andere Tierkreissterne als heute über dem Horizont.

Externer Link: Astro-Wiki zum Stichwort Präzession

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    SCHULZ, Joachim (1963). Abbildung aus: Rhythmen der Sterne. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum Dornach/Schweiz. Jahreslauf ergänzt.

Die Sichtbarkeitsdauer der Sterne aufgrund der Erdneigung

Stünde die Rotationsachse der Erde senkrecht, wären Tag und Nacht gleich lang

Wäre die Achse der sich drehenden Erde nicht gegenüber einer Senkrechten zur Erdbahn geneigt, würde die Bahn der Sonne scheinbar jeden Tag auf dem Himmelsäquator verlaufen. In dem Fall gäbe es vermutlich zwölf Tierkreisbilder entlang des Himmelsgleichers, da die Sonne, der Mond und die Planten dort vor dem Hintergrund des Sternenhimmels umherwandern würden. Doch vor allem wären Tag und Nacht dann überall gleichlang, weil die Sonne immer an demselben Ort auf- und unterginge. Und deshalb gäbe es auch nur eine Jahreszeit; entsprechend den jeweiligen Breitengraden. Ferner würde der tägliche Umschwung des Sternenzelts parallel zum Himmelsäquator stattfinden, wodurch die Gestirne die Erde ausschließlich in scheinbar horizontalen Parallelkreisen umrunden würden.

Die unterschiedliche Sichtbarkeitsdauer der Sterne

Da sich die Erde jedoch um eine geneigte Achse dreht und sie zugleich die Sonne umkreist, haben die Sterne spezifisch lange Sichtbarkeitsbereiche. Diese hängen einerseits von ihrer Helligkeit und der Länge ihrer scheinbaren Umlaufbahnen ab. Andererseits variiert dieser Zeitraum individuell, selbst bei gleichem Streckenverhältnis, durch die Stellung der Sonne unter dem Horizont. Denn, je lichtschwacher ein Stern ist und je näher er im Dämmerungslicht am Horizont steht, umso länger wird er überstrahlt.
Durch diesen Stellungsbezug zur Sonne ereignen sich im Jahreslauf eines Fixsterns oder Planeten vier besondere Auf– und Untergänge.

Nach ungefähr einem halben Jahr spiegeln sich die Zeiträume von Tag und Nacht

Das Ergebnis der zwei Drehbewegungen der Erde und der Schrägstellung der Rotationsachse wird in der Abbildung “Tageslängen und Beleuchtung der Erde am 21. Juni“ sehr gut deutlich.

alt: sichtbarkeitsdauer-der-sterne.jpg
Die Sonne bestimmt welcher Bereich der Umlaufbahn eines Sternes sichtbar wird (Diercke, 1936: 21Diercke Schulatlas für höhere Lehranstalten, 77. Auflage um 1936. Verlag von Georg Westermann.).

Dort sehen wir, dass die Schattengrenze den Himmelsäquator und seine Parallelbögen wegen der Schrägstellung der Achse nicht mittig trennt. Daher geht die Sonne zur Sommersonnenwende am Nordpol nicht unter, in Richtung Süden werden die Tage immer kürzer und den Südpol erreichen keine Sonnenstrahlen.
Außerdem beträgt beispielsweise die Länge des Tagbogens der Sonne am Äquator 180 Winkelgrad und sie ist 12 Stunden lang sichtbar.

Ungefähr ein halbes Jahr später, am 21. Dezember, sind die Schatten- und Sonnenbereiche sowie die die Tageslängen genau vertauscht.

Was die Sterne betrifft, so stimmen die in der Zeichnung im Erdschatten dargestellten Streckenabschnitte der Breitenkreise, wenn wir diese Einteilung für das Weltall übernehmen, mit der räumlichen Länge einer entsprechenden Sternensichtbarkeit überein. Denn, jeder Vollkreis beschreibt einen Winkel von 360 Grad.
Ebenso können wir von den genannten Tageslängen im Gegenzug auf die Nächte und ungefähr auf die größtmögliche Sichtbarkeitsdauer einiger Sterne schließen. Allerdings müssen für jeden Stern noch die zuvor erwähnten, individuellen Verzögerungen und vier Minuten Sternenzeit berücksichtigt werden.

Fazit

Die Tageslängen entstehen, weil die Erde bei der Sonnenumrundung schief steht. Dabei ist ihre Achse einmal im Norden zur Sonne geneigt. Dann sind auf der Nordhalbkugel die Tage lang und die Nächte kurz. Es ist Sommer.
Ein halbes Jahr später, wenn die Rotationsachse von der Sonne weggeneigt ist, verhält es sich genau andersherum. Es ist Winter.
Dazwischen, an den Frühlings- und Herbst-Tag-und-Nacht-Gleichen, steht die Erdachse genau quer zur Sonne und überall herrscht eine ausgewogene Beleuchtungssituation.

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    Diercke Schulatlas für höhere Lehranstalten, 77. Auflage um 1936. Verlag von Georg Westermann.

Der Tagesbogen der Sonne erreicht täglich eine andere Größe

Wenn wir die Sonne beobachten, kommt es uns vor als würde sie täglich, wie die unterläufigen Fixsterne, parallele Halbkreise beschreiben. Nur scheinen ihre konzentrischen Bewegungsbögen, jeweils ein halbes Jahr lang, jeden Tag etwas größer und dann wieder kleiner zu werden. Dabei liegt das eigentliche Zentrum der täglichen Umschwünge im Südpol. Aber da ein Beobachter auf der Nordhalbkugel der Erde diesen nicht sehen kann, zeigt für uns der Südpunkt am Horizont die Mitte ihrer scheinbaren Umlaufbahnen an.

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Der Beobachter steht im Mittelpunkt des Geschehensund er verfolgt die drei extremen Sonnenbahnen eines Jahres. Um ihn verläuft der Horizontkreis, an dem derAuf- bzw. Untergang eines Gestirns vom wahren Ostpunkt aus ermittelt wird, die sogenannte Morgenweite (Diercke, 1936: 11Diercke Schulatlas für höhere Lehranstalten, 77. Auflage um 1936. Verlag von Georg Westermann.).

Zur Sommersonnenwende, am 21. Juni, erscheint die Sonne an ihrem nordöstlichsten Aufgangsort über dem Horizont, sie erreicht wie immer mittags ihren Höchststand und geht genau gegenüber im Nordwesten unter. An diesem längsten Tag des Jahres läuft sie auf ihrer höchsten Umlaufbahn.
Zu den Tag-und-Nacht-Gleichen, am 21. März und 23. September, taucht unser Tagesgestirn genau am Ostpunkt auf und versinkt am Westpunkt. Deshalb sind Tag und Nacht genau gleich lang und der mittlerer Tagesbogen entspricht dem Himmelsäquator.
Schließlich befindet sich die Sonne am 21. Dezember an ihren südlichsten Auf- und Untergangsorten und somit auf ihrer niedrigsten Bahn. Bei dieser Extremstellung, am Tag Wintersonnenwende, handelt es sich um den kürzesten Tag des Jahres.

Die nördlichsten und südlichsten Parallelbögen der Sonne verlaufen gemäß dem Neigungswinkel der Erdachse 23,5° oberhalb beziehungsweise 23,5° unterhalb des Himmelsäquators.

Der Tagesbogen der Sonne stimmt mit einigen Sternenbahnen überein

Die Breitengrade der Erde entsprechen in einem äquatorialen Koordinatensystem den Parallelkreisen zum Himmelsäquator. Da den Abbildungen, in diesem sowie im vorherigen Text über die Fixsterne, der Himmelsäquator als Basiskreis zugrunde liegt, können wir beide problemlos miteinander vergleichen. Und dass, obwohl in der Zeichnung “Scheinbare Bewegung der Sonne“ die Tagesbögen von nur einem Gestirn in einem vierteljährlichen Rhythmus nachempfunden wurden. Hingegen handelt es sich bei der “Scheinbaren Bewegung der Sterne“ um mehrere Sterne, die alle gleichzeitig auf ihren spezifischen Umlaufbahnen zu sehen sind.

Generell gilt, wenn die Sonne an irgendeinem Tag exakt denselben Aufgangsort wie ein Stern hat, dann erreichen beide auch denselben Höchststand und Untergangsort. Einen Eindruck davon bekommen wir, indem wir uns in beiden Abbildungen einmal die niedrigste Umlaufbahn der Sonne am 21. Dezember und dazu den ähnlich verlaufenden Drehkreis der Sterns Sirius anschauen. Es fällt auf, dass vom Bogenlauf beider Gestirne ungefähr ⅓ ihres kompletten Umlaufes sichtbar ist, wobei die Sonne am 21. Dezember tatsächlich etwas weiter nördlich aufgeht.

Aus beiden Zeichnungen kann man vermuten, dass das sichtbare Drittel des Umlaufes von Sirius, wie bei der Sonne, auch einem Drittel Tageslänge entspricht. Dies ist jedoch nicht an allen Tagen der Fall, wie folgender Beitrag belegt.

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    Diercke Schulatlas für höhere Lehranstalten, 77. Auflage um 1936. Verlag von Georg Westermann.

Fixsterne wandern täglich auf denselben konzentrischen Kreisbahnen

Die scheinbaren Wanderungen der Gestirne um die Erde

Bei den nachfolgend beschriebenen Bewegungsabläufen der Gestirne ist zu berücksichtigen, dass es die Sichtweise eines Beobachters auf der Erde ist, also eine geozentrische Ansicht. Jedoch bekanntermaßen dreht sich nur der Mond um die Erde und alle Planeten umkreisen die Sonne.

Unterläufige Sterne vollziehen Parallelkreise

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Im Äquatorialen Gradnetz bildet der Himmelsäquator den Grundkreis. Auf diesem sowie auf unzähligen Parallelkreisen ziehen täglich alle Fixsterne ihre Bahnen, wie z. B. der hellsten Sterns Sirius (Diercke, 1936: 11Diercke Schulatlas für höhere Lehranstalten, 77. Auflage um 1936. Verlag von Georg Westermann.).

Grundsätzlich ist ein Stern jede Nacht, gemäß seiner individuellen Sichtbarkeitsdauer, auf derselben Umlaufbahn zu sehen. Einerseits durchlaufen die Zirkumpolarsterne komplette Vollkreise um die Himmelspole, während alle anderen Sterne immer an denselben Stellen am östlichen Horizont auf und genau gegenüber im Westen untergehen. Dabei erreichen sie im Meridiankreis, welcher durch die Himmelspole sowie durch die Nord- und Südpunkte verläuft, ihren Höchststand. Somit sind die unterläufigen Sterne alle auf unterschiedlich großen und parallel verlaufenden Halbkreisen unterwegs.

Nebenbei, wenn man in Blickrichtung Süden schaut, umkreisen alle Sterne südlich des Himmelsäquators scheinbar den Südpol.

Mehr dazu: Wie man die goldenen Sterne der Himmelsscheibe leicht zuordnet

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    Diercke Schulatlas für höhere Lehranstalten, 77. Auflage um 1936. Verlag von Georg Westermann.

Wie man die Tierkreissterne der Himmelsscheibe ermittelt

Wenn wir den Tierkreis nur nach Sonnenuntergang betrachten, sehen wir wie sich nach einigen Tagen das westlichste von sechs Tierkreissternbildern ganz langsam verabschiedet und dafür ein anderes im Osten auftaucht. Erst nach einem Jahr werden alle zwölf Sternbilder des Zodiakus den Kreislauf vollendet haben und wieder zu ihrer Ausgangsposition zurückgekehrt sein.

Dies hört sich ganz einfach an, aber es ist ein vielschichtigeres Ereignis als bei einem einzelnen Fixstern, der scheinbar täglich seiner gleichbleibenden konzentrischen Umlaufbahn folgt. Das liegt daran, dass sich die Tierkreisbilder auf unterschiedlich großen Umlaufbahnen bewegen, wodurch ein ganz spezifisches Bewegungsmuster entsteht. Und zwar verschiebt sich jeweils ein Viertel der sichtbaren Länge des Tierkreisgürtels über dem Horizont von einer Hochstellung mit dem Südpunkt als Zentrum, über eine westliche Schrägstellung zu einer zentralen Tiefstellung, und von dort über eine östliche Schrägstellung zurück zum Ausgangspunkt.

Daher erscheint es nicht so einfach den goldenen Sternensymbolen vor den Horizontbögen der Himmelsscheibe von Nebra die entsprechenden Sterne des Tierkreises zuzuordnen. Hinzukommt, dass die Himmelsrichtungen in der frühbronzezeitlichen Darstellung von unseren Sternenkarten abweichen. Dadurch können bei einem Vergleich leicht Flüchtigkeitsfehler unterlaufen. Denn, bekanntermaßen stellen moderne Karten immer die Himmelsrichtungen Osten und Westen gespiegelt dar. Und außerdem müssen sie zur südlichen oder nördlichen Blickrichtung ausgerichtet werden.

So wird der komplexe Umschwung des Tierkreises verständlich

Da es gilt die Reihenfolge und den zeitlichen Verlauf der Tierkreisbilder, ihre räumlichen Erscheinungen sowie die Bahnen einzelner heller Tierkreissterne zur verstehen, beschäftigen wir uns zuerst mit den täglichen Kreisbögen der Fixsterne. Danach untersuchen wir kurz bestimmte Eigenschaften der Sonne, weil, unter anderem, ihre täglich leicht veränderte Position vor dem Hintergrund des Sternenhimmels die Mittellinie des Tierkreises bildet. Zudem handelt es sich in beiden Fällen nur um ein Gestirn, weshalb deren Gesetzmäßigkeiten leichter verständlich sind. Im Anschluss befassen wir uns dann mit den Tierkreissternbildern und dem Zodiakus.

Folgende Himmelserscheinungen werden erläutert um die Tierkreissterne der Himmelsscheibe zu deuten:

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Der Pfad der Ekliptik um die Sonne und durch den Tierkreis. Tau’olunga (2006). Wiki Commons.

Wie man die goldenen Sterne der Himmelsscheibe leicht zuordnet

Bei dieser erweiterten Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra handelt es sich nicht um wissenschaftliches “Neuland“, sondern um uraltes längst bewiesenes Wissen, dass heutzutage zum Allgemeinwissen gehört und an Schulen vermittelt wird. Daher muss diese Theorie von Wissenschaftlern eigentlich nicht erst überprüft werden, denn das kann jeder! Bilden Sie sich ihre eigene Meinung und reden Sie darüber.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der heutigen und der frühbronzezeitlichen Sternenkarte

Als erstes sei darauf hingewiesen, dass es selbstverständlich mehrere Möglichkeiten gibt Sternenkarten aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erstellen. Hinkommt, dass die Geschehnisse des Sternenhimmels in digital erzeugten Karten nie der Wirklichkeit entsprechend wiedergegeben werden können, wodurch die Sternbilder dann verzerrt erscheinen. Mehr dazu und über ein kostenloses digitales Planetarium: Die Himmelsscheibe von Nebra stimmt mit heutigen Sternenkarten überein

Blickrichtung, Standort und Zeitraum

Doch kommen wir nun zum eigentlichen Thema: Wenn wir die Fixsterne über einen längeren Zeitraum in der Natur beobachten, fallen uns in jeder der vier Haupt-Himmelsrichtungen unterschiedliche Bewegungsmuster auf. Heutzutage können wir die Sternenbahnen aber auch ohne große Anstrengungen und mit wenig Zeitaufwand ermitteln. Hierzu brauchen wir nur eine feststehende Kamera, die ein Foto mit in einer Langzeitbelichtung vom Nachthimmel aufnehmen kann. Dadurch werden die Bewegungen der Sterne als Strichbahnen aufgezeichnet. Oder wir verwenden ein geeignetes Computerprogramm, das wir ohnehin benötigen, wenn wir die astronomischen Symbole der Himmelsscheibe von Nebra erforschen wollen. In dem Programm habe ich als Standort die Koordinaten des Fürstenhügels von Leubingen eingegeben und das Jahr1950 v.Chr. Dies ist die Lebenszeit jenes Fürsten, der wegen der großen Übereinstimmung seiner bedeutenden Grabbeigaben im Vergleich mit den Beigaben der Himmelsscheibe (Meller, 2005: 96) möglicherweise als Schöpfer der Himmelsscheibe in Frage kommt. MELLER, Harald (2005). Der Körper des Königs. Der geschmiedete Himmel. Herausgeber Harald Meller. Mehr dazu: Nur vier Fürsten kommen als Schöpfer der Himmelsscheibe in Frage

Blickrichtung Norden

Abb. 1: Langzeitaufnahme von Zirkumpolarsternen. https://pxhere.com/de/photo/1000648

In dem dunkelsten Bereich des Himmels, in dem nie die Sonne zu sehen ist, umrunden die Zirkumpolarsterne in Vollkreisen den Himmelsnordpol. Es gilt, je weiter ein Stern vom scheinbaren Zentrum entfernt ist, desto größer wird sein Kreisbogen. Diese Situation wird durch das Foto belegt, auf dem die einzelnen Bogenabschnitte nach außen hin länger und gestreckter abgebildet sind. Ferner erzeugen helle Sterne natürlich auch hellere und breitere Leuchtspuren (Abbildung 1).

Abb. 2: Der nördliche Sternenhimmel um 1950 v.Chr. Beim Nordpol steht kein heller Stern und ˈunserˈ Polarstern Polaris ist noch weit entfernt. Die blauen Linien zeigen das Äquatoriale Gradnetz an, wobei die konzentrischen Parallelbögen auch den Verlauf der Sternenbahnen verdeutlichen, die auf diesen Linien liegen.

Trotz der offensichtlichen Gleichförmigkeit der nördlichen Sternenbahnen kommt drei Zirkumpolarsternen eine besondere Bedeutung zu (siehe Abbildung 2): Ein Stern passiert, wenn er in der oberen Kulmination seinen höchsten Punkt durchläuft beinah den Zenit, den Punkt direkt über dem Kopf des Beobachters. Ein anderer Stern steht dem Himmelsnordpol (HNP) am nächsten und somit kann durch ihn die Nordrichtung und dann auch alle anderen Richtungen bestimmt werden. Schließlich erreicht der äußerste der Zirkumpolarsterne exakt im Nordpunkt (N) seinen unteren Kulminationspunkt, wenn er gerade noch über der Landschaft wahrnehmbar ist. — Doch sobald man weiter nordwärts oder südwärts reist, verändert sich die Höhe des Nordpols und aller Zirkumpolarsterne, weshalb dann andere Sterne diese Zeigerfunktionen einnehmen.
Die Sterne außerhalb des Zirkumpolarkreises gehen mit zunehmender Entfernung vom Himmelspol immer weiter westlich des Nordpunktes unter und östlich davon wieder auf, wodurch der unsichtbare, unterläufige Bereich der täglichen Kreisbahn beständig länger wird.

Besonders helle Zirkumpolarsterne fungieren als Sternenuhr

Heute, wie vermutlich auch schon in der Bronzezeit, waren im Norden die sieben Sterne des Großen Wagens am leichtesten von allen Konstellationen zu erkennen. Verlängern wir heutzutage das hintere Ende seines Kastenaufbaus oder der hinteren Achse, um das Fünffache, treffen wir auf unseren Polarstern Polaris, der der erste Stern am Griff oder der Deichsel des Kleinen Wagen ist. Dies ist heute der wichtigste Stern in unserer nördlichen Himmelshälfte. Er vollführt nur eine ganz winzige Kreisbewegung, die wir kaum bemerken und er scheint als einziger Stern stillzustehen, da er nur knapp 1° vom Himmelspol entfernt ist. Die Linie zwischen dem Kastenende des Großen Wagens und dem Polarstern, können wir als kleinen Zeiger einer großen Uhr betrachten.

Da aber die Himmelspole wegen einer Taumelbewegung der Erdachse, der sogenannten Präzessionsbewegung, in etwa 26.000 Jahren annähernd eine Kreisbahn am Himmel zurücklegen und sich dadurch auch das gesamte Firmament verschiebt, müssen nach einigen Jahrhunderten andere Sternenzeiger gefunden werden. Die Astronomen der Frühbronzezeit hatten damals gleich zweimal das Glück, wie auf der Himmelsscheibe von Nebra verborgen dargestellt ist, dass helle Zirkumpolarsterne gleichzeitig beinah übereinander zwischen dem Nordpunkt und der Himmelsnordpol standen und ebenfalls Sternenzeiger bildeten.

Insgesamt ist zu bedenken, dass die Nächte je nach Jahreszeit unterschiedlich lang sind, weshalb auch die Zirkumpolarsterne nur für gewisse Zeiträume sichtbar sind. Hinzukommt, dass zwar alle Sterne in 24 Stunden einen vollen Umschwung durchlaufen, aber ein Sternentag ist 4 Minuten kürzer als ein Sonnentag. Denn, wenn wir uns einen Fixstern über dem Süd-oder Nordpunkt merken, vergehen nur rund 23 Stunden und 56 Minuten bis er wieder dort ankommt. Dies entspricht einer Umdrehung der Erde um die eigene Achse. Dagegen benötigt die Sonne für denselben Umlauf 24 Stunden, weil die Erde zusätzlich noch jeden Tag die Sonne um rund 1 Grad umrundet. Demzufolge geht jeder Stern vier Minuten früher auf und später unter. Diese zeitliche Verschiebung zum Sonnenjahr bewirkt, dass wenn man einen Sternenzeiger immer zur Mitte der Nacht betrachtet, er sich jeweils zu Beginn der vier Jahreszeiteneine Viertel Umdrehung weitergedreht hat, und alle Gestirne mit ihm.

Mit den Zeigersternen einer Sternenuhr, die den Nordpol als Zentrum hat, versteht man am einfachsten die Tages- und Jahresbewegung der Fixsterne.

Nur in Blickrichtung Norden kreisen Sterne auf vollständigen Parallelkreisen um ein Zentrum und der gesamte Umschwung erfolgt gegen den Uhrzeigersinn.

Weiterlesen: Acht wichtige Zirkumpolarsterne

Blickrichtung Osten

Abb. 3: Sternenaufgänge in Blickrichtung Osten. https://pxhere.com/de/photo/1269068

In dieser Himmelsrichtung können des nachts fortwährend Sternenaufgänge beobachten werden. An einem Standort mittlerer geografischer Breite sind im Nordosten die ersten unterläufigen Sterne noch auf den zuvor beschriebenen linksdrehenden Kreisbögen zu sehen, wie die Langzeitaufnahme zeigt (Abbildung 3). Aber je südlicher sich die Sterne emporschwingen, umso mehr strecken sich ihre Bahnen. Der größtmögliche Umschwung erfolgt genau zwischen dem Ost- und Westpunkt und nur am Ostpunkt steigen die Sterne in geraden Linien schräg nach rechts auf. Direkt anschließend, im Südosten, wird der oberirdische Teil ihrer Kreisbahnen weiterhin kleiner, aber diesmal krümmen sie sich in Richtung Himmelssüdpol.
Um diesen scheinbaren Richtungswechsel zu verstehen, können wir mit dem Arm den Umlauf der Zirkumpolarsterne nachahmen. Dann drehen uns langsam in Richtung Süden um, wobei wir den weiterhin um dasselbe nördliche Zentrum kreisenden Arm anwinkeln und am Körper vorbei in unser neues Gesichtsfeld führen. Es ist unverkennbar, dass alle Kreisbahnen zwar den Himmelspol als Zentrum haben, aber tatsächlich stehen wir im Mittelpunkt einer gleichbleibenden Drehbewegung. Denn zuerst sehen wir im Norden die wachsenden Kreisbögen von vorne, wie sie sich gegen den Uhrzeigersinn drehen. Doch als sie über uns ihre größten Durchmesser erreichen, wenden wir uns bei einem Blickwinkel von 90 Grad um und nehmen im Süden die wieder kleiner werdenden Bögen von hinten wahr, die sich nun im Uhrzeigersinn drehen.

In Blickrichtung Osten ist vor allem der Stern auffällig, der am 51. Breitengrad* am Ostpunkt in gerade Linie schräg nach rechts aufgeht. Außerdem bieten sich die beständig gleichbleiben und präzisen Aufgangsorte der Fixsterne am Horizontkreis für Berechnungen und Forschungszwecke an. Jedoch gehören die Anfänge der konzentrischen Parallelbögen zu den nördlichen und südlichen Bewegungsabläufen. — Im Osten sind also nur die Sternenaufgänge am Horizontkreis von Interesse!

*Für jeden Breitengrad gilt, dass er der Höhe des Himmelsnordpols (51°) über dem Horizont und des Himmelssüdpols (51°) unter dem Horizont entspricht und ebenso dem Winkel zwischen einer senkrechten Linie zum Horizont und der Auf- und Untergangsrichtung eines Gestirns im Ost- und Westpunkt (51°).

Blickrichtung Süden

Das Merkmal dieses Horizontbereichs sind die halbkreisförmigen Bögen der Fixsterne, deren Drehpunktim Himmelssüdpol (HSP) unterhalb des Horizontes liegt. Um die Bewegung dieser Parallelbögen zu verfolgen, eignet sich für Anfänger am besten ein helles Sternenpaar, das kurz nacheinander zwischen Ost und Südost erscheint. Denn einerseits entstehen in dieser Region nur recht niedrige Umlaufbahnen, weshalb man den Kopf nicht in den Nacken legen muss. Und andererseits erreichen die Sterne schnell eine Höhe, in der ihr Licht nicht mehr durch die Erdatmosphäre gedämpft wird.

Die folgenden Sternenkarten sind wieder für das Jahr 1950 v.Chr. und den 51. Breitengrad gültig und es ist, wie anfangs erwähnt, eine Verzerrung der Strecken und Flächen zu berücksichtigen. Außerdem ist in diesen Seitenansichten der Horizontkreisim Querschnitt als abgedunkelte Landschaft dargestellt, weswegen in Blickrichtung Süden die extremen Auf- u. Untergangsorte in NO oder NW nicht angezeigt werden können.
Darüber verläuft ein hellblauer konzentrischer Bogen, bei dem es sich um den Himmelsäquator handelt, den ins Weltall hinaus projizierten Erdäquator. Somit ist auch er von beiden Himmelspolen ringsum gleichweit entfernt. Dieser Großkreiswird auch Himmelsgleicher genannt, denn egal an welchem Standort man sich befindet, stehen alle Gestirne, deren Bahnen mit ihm identisch sind, genau 12 Stunden über und 12 Stunden unter dem Horizont. Himmelskörper die südlich des Gleichers aufgehen, sind mit zunehmender Entfernung von ihm auf immer kürzere Kreisbögen unterwegs, nördlichere Sterne dagegen auf immer längeren. Der Himmelsäquator verläuft genau durch die Ost- und Westpunkte und halbiert das Himmelsgewölbe in eine südliche und nördliche Hemisphäre. In Blickrichtung Süden gehören die Sterne oberhalb des Äquators schon zur nördlichen Hemisphäre. Ferner steht er rechtwinklig zu einem weiteren Großkreis, dem Meridian, welcher den Nord- und Südpunkt sowie beide Himmelspole und den Zenit verbindet. *
Überdies ist in den Karten eine rote Linie eingezeichnet, die Ekliptik, welche der scheinbaren Bahn der Sonne vor dem Hintergrund der Tierkreisbilder entspricht.

*Am 51. Breitengrad erhebt sich der Himmelsnordpol 51° über dem Horizont, 39° weiter befindet sich über dem Beobachter der Zenit und wieder 51° weiter in Richtung Süden verläuft der Himmelsäquator, 90° von HNP entfernt (siehe Abbildung 2). — Ein Großkreis schneidet den Horizont immer in zwei gegenüberliegenden Punkten und der Betrachter steht im Mittelpunkt.

Abb. 4: : Der Sternenhimmel zur Wintersonnenwende um 1950 v.Chr. in Blickrichtung Süden.

In Abbildung 4 sind die Sternpunkte vergrößert worden, da die lichtschwachen Sterne in dem kleinen Kartenformat sonst unsichtbar wären. Hier soll nur vermittelt werden, wie herrlich eine sternenklare Nacht sein kann, wenn man in einer Gegend ist oder in eine Zeit zurückreist, in der es noch keine Lichtverschmutzung gibt. Daher war es vor allem früher, als man mit dem bloßen Auge noch zirka 6780 Sterne wahrnehmen konnte, einfacher diese in der Morgen- oder Abenddämmerung zu beobachten, weil dann zuerst nur die hellsten Sterne hervortreten.

Abb. 5: Hier sind nur die hellen Sterne der Sechseck-Konstellation gezeigt. Sirius ist gerade über dem Horizont aufgegangen und in den anderen Kartenausschnitt erreicht er jeweils rund vier Stunden später seinen Höchststand und seinen Untergangsort.

Im linken Teil der Abbildung 5 ist derselbe Himmelsauschnitt, wie zuvor, mit der verzerrten Sternenkonstellation namens ˈWintersechseckˈ abgebildet. Im Anschluss folgen zwei weitere Sternenkarten im Abstand von jeweils 4 Stunden, mit dem Stern Sirius als Zeitzeiger.

Heutzutage erstrahlt die lichtstarke Sechseck-Konstellation zur Wintersonnenwende gegen Mitternacht hoch am Himmel. Jedoch um 1950 v.Chr. stand sie rund drei Grad niedriger über dem Horizont und sie erreichte diese mitternächtliche Position bereits einige Tage vor dem Wintersolstitium. Damals vergingen vom Erscheinen des hellsten Sterns Sirius bis er im Meridian und am Westenhorizont ankam jeweils etwa 4 Stunden. Da der Stern Rigel fast dieselbe niedrige Umlaufhöhe hatte, traf dies auch auf ihn zu, nur schon fast zwei Stunden zuvor. Hingegen erschien Procyon, weil er nördlich des Ostpunktes aufging, sogar noch etwa zwanzig Minuten früher als Riegel. Aber auf seinem sehr viel höheren Parallelbogen benötigte Procyon auf Grund des längeren Bogenlaufes, allein nur für die ¼ Umdrehung bis zum Meridian, etwas mehr als 6 Stunden / einen Viertel Tag. Als höchster Stern des Sechsecks ging Capella nördlich von NO und NW auf und unter (Azimut 40° bis 320°). Somit hatte man jeweils zirka9 beziehungsweise 18 Stunden Zeit diesen¾ Abschnitt des täglichen Umschwungs zu verfolgen. Wenn man mit Winkelgraden rechnen konnte, war es relativ leicht den Himmel und auch die Zeit, anhand bestimmter Sternpositionen, in Einheiten zu unterteilen.

Auf der Himmelscheibe hatten nachweislich einige Sterne solche Zeitzeigerfunktionen, wobei die Zeit in der Frühbronzezeit anscheinend in Winkelgraden gemessen wurde. Wie die Himmelsscheibe verrät, wurde ein Viertel der Nacht durch unterschiedliche Konstellationen von Vega, Procyon, Altair, Capella und Arcturus im Zusammenhang mit zwei nördlichen Sternenzeigern angezeigt. Diese Vielzahl an Möglichkeiten deutet an, dass durchaus auch noch anderer Sterne als Zeitzeiger genutzt worden sein können.

Abb. 6: In dieser Darstellung wird deutlich wie hilfreich es ist die Sterne in Sternbilder zu gruppieren, indem man sie durch gerade Linien verbindet und sich zur Linienführung passende Motive überlegt, um sie besser auffinden zu können.

Für solche und andere Forschungen war es früher sicherlich unerlässlich bestimmte helle Sterne gedanklich mit Linien zu verbinden und zu gruppieren, um sich ihre Positionen leichter einzuprägen.
Daher zum Abschluss noch eine Sternkarte, in die Verbindungslinien und Motive zu den Namen der Sternbilder eingeblendet sind (Abbildung 6). Es wird deutlich, dass sich unser Gehirn abstrakte Dinge besser merken kann, wenn wir uns dazu Geschichten und Bilder merken.

Das Besondere an der südlichen Blickrichtung ist, dass der gesamte Umschwung im Uhrzeigersinn erfolgt. Und dabei erreichen die Sterne im Lauf eines Jahres auf ihren parallelen Kreisbögen, in einem festen Gefüge übereinander und nebeneinander, ihren Höchststand über dem Südpunkt. Aus ihren Aufgangsorten lässt sich ihr relativer Kulminationspunkt im Meridian ermitteln. Und ihre Positionen stehen in enger Beziehung zu den Jahreszeiten.

Weiterlesen: Zwei große Sternenkonstellationen

Blickrichtung Westen

Abb. 7: Sternenuntergänge in Blickrichtung Westen. https://pxhere.com/de/photo/1037102

Auf der nächsten Langzeitaufnahme sieht man wie alle Sterne am winterlichen Abendhimmel eine Lichtspur hinterlassen. Diesmal allerdings in einem schräg absteigenden Neigungswinkel zum westlichen Horizont,(Abbildung 7). Im Grunde sehen wir nur den letzten Abschnitt des Bewegungsmusters, das im Osten begann und dessen Zentrum im Süden liegt.

Im westlichen Viertel des Horizontkreises sind die gleichen Auffälligkeiten festzustellen, wie in Blickrichtung Osten, nur horizontal gespiegelt.

Alle Blickrichtungen in nur einer Karte kombiniert, welch eine Meisterleistung!

Abb. 8: Sternengruppen in den vier Blickrichtungen auf der Himmelsscheibe von Nebra.

Auf der Himmelsscheibe von Nebra werden Sternenkonstellationen von unterschiedlichen Zeitpunkten sowie aus gegenüberliegenden Blickrichtungen (die roten und blauen Sterne mit dem Horizont als Linie) und aus verschiedenen Himmelsrichtungen (die orangenen Sterne an ihren Auf- und Untergangsorten im Horizontkreis) in nur einer Himmelskarte kombiniert. Dies hört sich kompliziert an, doch es gibt eindeutige Verknüpfungen und Hinweise zwischen einzelnen Symbolen und Sterngruppen, wodurch sich der gesamte Bildinhalt relativ einfach und schlüssig erschließen lässt.


Bildnachweis
Fotos mit Langzeitbelichtung: https://pxhere.com

Die Himmelsscheibe von Nebra stimmt mit heutigen Sternenkarten überein

Digitale Planetarien für jedermann

Heutzutage bieten moderne Computersysteme mehrere Möglichkeiten an, um die Ereignisse des dreidimensionalen Himmelgewölbes zweidimensional nachzubilden. Beispielsweise ist STELLARIUM ein kostenloses virtuelles Planetarium, das weltweit für Zeitpunkte in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft die Positionen aller Gestirne anzeigt und berechnet. Man kann die Projektionsart wählen und dann zwischen den Horizontansichten und Himmelspolen fließend wechseln. In der Regel verwende ich die stereographische Projektion. Bei diesen zweidimensionalen Darstellungen des Sternenhimmels stimmen die Winkel zwischen den Sternen, dafür werden aber die Strecken und Flächen zu den Kartenrändern immer größer, weil der bogenförmige Abstand zwischen den Sternen in geraden Linien gezeichnet wird. Das bedeutet die winkeltreue Form der Sternbilder wird gestreckt.

Variationen in der Darstellung von Sternenkarten

Generell zeigen Sternenkarten nur einen Ausschnitt der Himmelsansicht und dieser ist nur für einen kurzen Augenblick sowie für einen bestimmten Standort gültig. Denn einerseits dreht sich die Erde permanent um ihre eigene Achse, was an den Längengraden zu unterschiedlichen Tageszeiten führt. Und andererseits umrundet sie in einem Jahr die Sonne, wobei durch die Neigung der Erdachse an den Breitengraden variierende Tageslängen und Jahreszeiten spürbar sind. Diese Phänomene lassen sich natürlich auch am Sternenhimmel zu beobachten.

Zudem kann der Horizont als Kreis dargestellt werden, in dem Sterne aus dem gesamten Blickfeld abgebildet werden (Abbildung 1). Aber ebenso kann der Horizont auch als Linie wiedergegeben werden, über der nur die Gestirne einer bestimmten Blickrichtung gezeigt werden (Abbildung 2).

Abb. 1: In dieser Projektion des Himmelsgewölbes mit dem Horizont als Großkreis stimmen die Winkel zwischen den Sternen, aber die Abstände und Flächen werden leicht verzerrt. Außerdem muss man moderne Karten so drehen, dass die Richtungsangabe am unteren Rand der jeweiligen Blickrichtung entspricht.
Abb. 2: Diese Darstellung des Sternenhimmels mit dem Horizont in einer Seitenansicht eignet sich um in Blickrichtung Süden oder Norden die Umlaufbahnen und die Höhen einzelner Gestirne zu untersuchen. Jedoch werden hier die Abstände der Sterne zueinander sowie die Längen und Flächen der Sternbilder sehr verzerrt, aber die Winkel der Gestirne zueinander sind stimmig.

Verschiedene Sternenbeobachtungen werden auf der Himmelsscheibe in gesonderten Bereichen der Bronzescheibe abgebildet

Abb. 3: Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die Gestirne so, wie man sie jeweils in jeder der vier Himmelsrichtungen wahrnimmt.

Hingegen werden auf der Himmelsscheibe von Nebra Sternenkonstellationen von unterschiedlichen Zeitpunkten sowie aus gegenüberliegenden Blickrichtungen (die roten und blauen Sternemit dem Horizont als Linie) und aus verschiedenen Himmelsrichtungen (die orangenen Sterne an ihren Auf- und Untergangsortenim Horizontkreis) in nur einer Himmelskarte kombiniert. Dies hört sich kompliziert an, doch es gibt eindeutige Verknüpfungen und Hinweise zwischen einzelnen Symbolen und Sterngruppen, wodurch sich der gesamte Bildinhalt relativ einfach und schlüssig erschließen lässt.

Nachweislich haben die Astronomen der Himmelsscheibe von Nebra ebenfalls schon einen Kreis in 360°eingeteilt. Dieses ist auf der Bronzescheibe dadurch belegt, dass der Himmelsnordpol dem 51. Breitengrad entsprechend 51° über dem Horizont zu finden ist. Von ihm aus erstreckt sich bis zum Zenit ein 39°-Winkel und weiter in Richtung Süden folgen drei Mal 30°-Winkel. Mehr dazu: Die Kreisscheibe symbolisiert auch die Erde

Zwei Methoden um die Bewegungen der Gestirne zu ermitteln

Abb. 4: Ortsbestimmung eines Sterns durch Azimut (a) und Höhe (h) im Horizontsystem (Aschenbrenner, 1962: 7).

Da die Schöpfer der Himmelsscheibe den Horizont für die Ermittlungen der Sternenpositionen verwendete habe, nutze auch ich das sogenannte Azimutale Gradnetz. Hierbei misst man einerseits den Horizontalen Winkel Azimut (a) zwischen 0° bis 360° von dem schon früher gut auszulotendem Nordpunkt aus, bis zu einer Senkrechten, die durch den jeweiligen Stern verläuft. Und andererseits wird die Höhe (h) als Winkelabstand vom Horizont 0° bis zum Zenit auf +90° ermittelt;  bis zum Mittelpunkt des Himmelsgewölbes über dem Kopf des Beobachters. Diese Vermessungen können selbst mit einfachen Hilfsmitteln zu guten Ergebnissen führen.

Abb. 5: Ortsbestimmung eines Sterns durch Deklination (δ) und Rektaszension (α) im Äquatorsystem (Aschenbrenner, 1962: 8).

Beim Äquatorialen Koordinatensystem hingegen reicht der größte Höhenwinkel vom Himmelsäquator 0° bis zu +90° im Himmelsnordpol. Und der Winkelabstand auf dem rotierenden Himmelsäquator wird von Frühlingspunkt bis zu dem Großkreisberechnet, der durch den Nordpol und den entsprechenden Stern verläuft.
Dieses System blende ich ein, weil hier die Parallelkreise zum Himmelsäquator sehr gut die Bahnen aller Sterne veranschaulichen, aber es muss unbedingt das jeweilige Datum eingegeben werden.

Als ich 2009 mit meinen ersten Forschungen zu Himmelsscheibe von Nebra begann, musste ich den Frühlingspunkt etc. noch von Hand berechnen. Seitdem wurde die Software stetig weiterentwickelt und inzwischen lassen sich viele Hilfsmittel und Phänomene per Knopfdruck einblenden. — Ein ausgezeichnetes Programm und herzlichen Dank allen Entwicklern!


Bildnachweis
Abb. 4 + 5: Aschenbrenner, Klaus (1962). Blick zu den Sternen – Ein astronomisches Arbeitsbuch. Otto Salle Verlag. Frankfurt am Main – Hamburg.

1.1. Die fünf Herstellungsphasen der Himmelsscheibe von Nebra

Foto der Himmelsscheibe von Nebra. Dbachmann, photograph taken when the artefact was on display in Basel, Switzerland in December 2006
Foto von Wikipedia
Phase 1-5. Die Elemente des Nachthimmels werden später durch Symbole für den Taghimmel erweitert.

Zuerst wurden 32 Sternensymbole, eine Kreisscheibe und eine Sichel aus Goldblech in die Bronzescheibe eingelegt. Dann ergänzte man an zwei gegenüberliegenden Seitenrändern goldene Randbögen, die drei Sterne verdeckten. Danach wurde ein goldener kreisrunder Sonnenbogen hinzugefügt, an dessen Längsseiten kleine Kerbstriche zu sehen sind. Zum Schluss sind am Rand der Bronzescheibe Löcher eingeschlagen worden, die auch in den vorhandenen Goldbögen zu sehen sind. Irgendwann ging einer der beiden Randbögen verloren oder er wurde entfernt, was als weitere Phase gilt.

Die Himmelsscheibe von Nebra und ihre Datierung

1.3. Sterne des Tierkreises etwa an den Enden und in der Mitte der Horizontbögen

Die Sternenpaare, die in der Zeichnung der Himmelsscheibe orange markiert und durch Linien miteinander verbunden sind, könnten jeweils den Anfang und das Ende der Extremstellungen des Tierkreises anzeigen.

Jeweils zwei helle Sterne aus dem Tierkreis waren in den Nächten der Solstitien und Äquinoktien, ungefähr zeitgleich nach Sonnenuntergang, im Osten und Westen zu sehen:
Spica / Jungfrau + Hamal / Widder
Hamal / Widder + Zubenelgenubi / Waage
Deneb Algedi / Steinbock + Regulus / Löwe
Castor / Zwillinge + Nunki / Schütze

Sterne der 4 Extremstellungen des Tierkreises

1.4. Die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten

Zwei von den in der Zeichnung grün markierten Sternen scheinen die Inneren Planeten Merkur und Venus darzustellen, die immer in Horizont- bzw. Sonnennähe zu sehen sind. Denn diese umrunden die Sonne auf kleineren Kreisbahnen als die Erde. Daher sieht es von der Erde so aus als würden sie nur morgens oder abends seitlich der Sonne hin und her pendeln.
Hingegen können die Äußeren Planeten Mars, Jupiter und Saturn außerhalb der Sonnenbahn, auf ihren kompletten Kreisbogen gesehen werden. Somit erreichen diese auch im Süden ihren Höchststand.

Alle Wandelsterne ziehen, ebenso wie Sonne und Mond, vor den hellen Sternen des Tierkreises ihre Bahnen. Und zwar jeweils in ihrer eigenen Zeit, Bewegung und Höhe entlang der gemeinsamen unsichtbaren Mittellinie, der Ekliptik.

Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten vor dem Hintergrund des Tierkreises

1.5. Blick in das südliche Himmelsgewölbe der Bronzezeit

Zwischen zwei großen Sternenkonstellationen vergingen genau 6 Stunden.

Je höher die rot markierten Sterne der Himmelsscheibe über der grünen waagrechten Horizontlinie stehen, umso nördlicher sind sie zugleich. Die senkrechte Linie stellt den Meridian dar; ein Großkreis, der von jedem Standort aus theoretisch die Erde durch beide Himmelspole umspannt.

Im südöstlichen Viertel der Bronzescheibe wurde scheinbar eine größtmögliche Ost-West-Konstellation verbildlicht. Ein Dreieck aus Arcturus / Bärenhüter, Antares / Skorpion und Altair / Adler, der soeben nahe dem Ostpunkt aufgegangen war. Zeitgleich stand ihm der letzte Stern des Wintersechsecks Procyon (1x) / Kleiner Hund nahe dem Westpunkt gegenüber, direkt vor seinem Untergang.

Im südwestlichen Himmelsgewölbe war ˈunser Wintersechseckˈ zu sehen; Capella / Fuhrmann, Pollux / Zwillinge, Aldebaran / Stier, Procyon (2x) / Kleiner Hund, Rigel / Orion und Sirius / Großer Hund. Zeitgleich befanden sich Vega / Leier im Nordpunkt und Deneb / Schwan etwas weiter westlich am Horizont. – Durch die jeweiligen dazugehörigen Sterne am Horizontrand konnten die Positionen der Konstellationen exakt definiert werden.

Anhand dieser Dreieck – und der Sechseck-Konstellation war es dem Schöpfer der Himmelsscheibe damals möglich zwei gleichgroße Viertel des Himmelsgewölbes und eine Viertel Umdrehung desselben zu definieren.

Achtung: In stereographischen Computerkarten stimmen die Winkel der Sternbilder, aber dafür leider nicht die Abstände, die zum Rand hin immer größer werden. Das liegt daran, dass ein dreidimensionales Ereignis immer nur zweidimensional dargestellt werden kann.

Procyon zeigt den Himmelsäquator an

1.6. Blick in das nördliche Himmelsgewölbe

Die hellblau markierten Sterne scheinen die Zirkumpolarsterne zu symbolisieren. Damals umkreisten sie einen sternenlosen Himmelsnordpol.

Wenn wir auf der senkrechten grünen Linie, dem Meridian, von allen hellblau markierten Sternen den Mittelpunkt ihrer Kreisbahnen ermitteln, müsste dies die Position des Nordpols (1x) auf der Himmelsscheibe von Nebra sein.
Die Höhen und Abstände der ermittelten Bahnen ähneln den Angaben im Computerprogramm STELLARIUM. Für den 51. Breitengrad wären es die hellen Sterne: Vega auf der niedrigsten Umlaufhöhe von 2°, Alphekka 6°, Alderamin 11°, Etamin 17°, Polaris 29°, Alkaid 32°, η- Drache 33°, Kocab 44° und der Nordpol auf 51°.
Zur Überprüfung dieser Angaben bietet sich ein Poster von der Himmelsscheibe von Nebra an: Poster DIN A2

Die acht Zirkumpolarsterne

1.7. Eine Sternenuhr und 3x Procyon

In der Frühbronzezeit bildeten einige der zuvor ermittelten hellen Zirkumpolarsterne zweimal mit dem Nordpol nahezu gerade Linien, sogenannte Sternenzeiger.

Am auffälligsten waren die Sterne Vega, Etamin und η -Drache, als sie etwa zeitgleich im Meridian übereinander zu sehen waren. Dann erreichten exakt 6 Stunden später Polaris und Alkaid diese Position. Nach weiteren 6 Stunden stand erst der eine, dann der andere Sternenzeiger auf dem Kopf.
Doch das ist noch nicht alles, denn zweimal definierten die Astronomen zeitgleich mit diesen Zeigern die zuvor beschriebenen Dreieck- und Sechseck-Konstellationen! Was für eine unglaubliche und einmalige Gesamtkonstellation war gefunden worden!!!

In rund 26.000 Jahren verschiebt sich scheinbar, vor allem durch die Taumelbewegung der Erdachse, der gesamte Himmel bis er wieder seine Ausgangsstellung erreicht. Und in dieser langen Zeit formieren sich vermutlich nur sehr selten, wenn überhaupt, zwei Sternenzeigern innerhalb von exakt 6 Stunden. Ausführlicher siehe: 6 Stunden = eine 1/4 Umdrehung

Der Mechanismus dieser perfekten Sternenuhr wurde von Astronomen in Mitteldeutschland entdeckt. Damit war diese Region besonders prädestiniert. Nun konnte man das Himmelsgewölbe in vier gleiche Teile unterteilen. Auch zwischen den Solstitien und Äquinoktien war jeweils eine Viertel-Umdrehung des Firmaments wahrzunehmen. In manchen Nächsten ließ sich sogar ein Dreiviertel des nächtlichen Bogenlaufs vieler Sterne beobachten. Eine Nacht offenbarte somit bis zu drei 6-stündige Zeiteinheiten, … Nun konnten Raum und Zeit nachprüfbar viele Male im Jahr exakt unterteilt und vermessen werden. Und sicherlich ermöglichten diese Beobachtungen weitere Rückschlüsse bezüglich der Himmelsmechanik und der Mathematik.

Außerdem stand gleichzeitig mit dem vierten Sternenzeiger der Stern Procyon / Kleiner Hund genau im Ostpunkt. In dem Fall handelt es sich um das größte von allen goldenen Sternenplättchen der Himmelsscheibe. Und somit lässt sich Procyon 3x verschiedenen Sternensymbolen zuordnen. Procyon zeigt den Verlauf des Himmelsäquator an

All golden elements of the Nebra Sky Disk from the first manufacturing phase assigned to different stars

The first manufacturing phase

The Nebra Sky Disk is considered the world’s oldest concrete image of the starry sky. “As the oldest possible date for its manufacture, the beginning of the 2nd millennium seems plausible to us” (Meller, 2005: 301 Harald Meller, 2005. Der geschmiedete Himmel. Theiss-Verlag.).

The star pairs marked in orange and connected by lines could indicate the ends of the extreme positions of the zodiac. (The horizon curves were appropriated only later, but they serve in the drawing for a better understanding.)
The stars marked in green seem to show the five planets visible to the naked eye. From the geocentric view the internal planets, Mercury and Venus, always sit close to the sun and remain near the horizon. The external planets, Mars, Jupiter and Saturn follow complete orbits in the entire ecliptic in front of the zodiac, like the sun and moon.

In the southern sphere dome of the sky a large hexagonal and triangular constellation, each with additional stars, could be seen at intervals of exactly 6 hours. The higher the twelve stars marked in red are above the green horizontal horizon line, the more northerly they are at the same time.

In the northern celestial vault, the eight stars marked in light blue seem to symbolize the circumpolar stars. At that time, they orbited a starless celestial north pole whose position on the disk is thus defined for the first time.

Three of the circumpolar stars formed a star pointer when the hexagonal constellation was visible at the same time. After 6 hours another pointer formed in the north, together with the triangular constellation. After each additional quarter turn, the star pointers were upside down.

The creator of the Nebra Sky Disk had discovered the mechanism of a complete star clock.

In all probability all of the small gold elements of the Nebra Sky Disk were assigned to certain stars.

Today’s commonly used names of these stars can be taken from the illustration.

In order to represent all the figures of light of the sun and moon with only two symbols, probably intentionally contradictory details were used in the design of the crescent. The golden circular disk obviously represents the full moon, the sun and even the earth, as well.
The crescent symbol shows characteristics of a 4.5-day-old moon as well as of a lunar and a solar eclipse (foto), when the Earth’s shadow created a crescent moon, and the unlit side of the moon created a crescent sun.

Read more: Nebra Sky Disk

  • 1
    Harald Meller, 2005. Der geschmiedete Himmel. Theiss-Verlag.

Die Mechanik des Sternenhimmels in der Frühbronzezeit

Der Sternenhimmel / 1. Herstellungsphase

Die Sterne an den Enden der Extremstellungen des Tierkreises
und die fünf wahrnehmbaren Planeten

Die Sterne im mittleren Bereich der Himmelsscheibe von Nebra

Blick ins südliche Himmelsgewölbe der Frühbronzezeit

Zwischen der auf der Himmelsscheibe von Nebra dargestellten großen Sechseck- und Dreieckeck-Konstellation vergehen exakt 6 Stunden.

Blick ins nördliche Himmelsgewölbe der Frühbronzezeit

Fünf Zirkumpolarsterne der Himmelsscheibe gehören zu einer Sternenuhr.

Zwei Sternenzeiger bilden jeweils gleichzeitig mit der Dreieck- oder Sechseck-Konstellation eine Sternenuhr
4x 6 Stunden oder 4x eine Viertel Himmelsumdrehung

Der Schöpfer der Himmelsscheibe hatte den Mechanismus einer kompletten Sternenuhr entdeckt, die einen Tag theoretisch in vier gleiche Teile teilen konnte.

Drei unterschiedliche Hinweise auf die Lage des Himmelsnordpols auf der Bronzescheibe

Die Lage des unsichtbaren Nordpols lässt sich auf drei unterschiedlichen Wegen ermitteln.

Ausführliche Erläuterungen: Alle Sterne symbolisieren die komplette Himmelsmechanik der Frühbronzezeit

Höhenwinkel von der aus Erde vermessen

Höhenwinkel mit TierkreisbandÜber uns, direkt über dem Kopf des Beobachters, befindet sich der Zenit.
Die Höhe des Nordpols über dem Horizont entspricht dem jeweiligen Breitengrad der Erde. (Der Fürst von Leubingen, der vermutliche Schöpfer der Himmelsscheibe, lebte auf dem 51. Breitengrad.)
Der Himmelsäquator steht zum Nordpol im 90°-Winkel.
B
eiderseits des Äquators erstreckt sich bis mindestens 23,5° das breite Band des Tierkreises (gelber Bereich). Einzelne helle Sterne der Tierkreisbilder reichen aber noch darüber hinaus.

Die wichtigsten astronomischen WinkelIn einer Abbildung der Himmelsscheibe von Nebra kennzeichnen wir die, uns inzwischen bekannte Stelle des Nordpols und ziehen von dort eine Verbindungslinie zum Mittelpunkt der goldenen Kreisscheibe. Dann tragen wir 51° vom Nordpol nach rechts ab und zeichnen die Horizontlinie, die Erdoberfläche. Auf der anderen Seite des Himmelspols befindet sich auf 39° der Zenit, der exakt mit einem Ende einer linearen Begrenzung des Horizontbogens zusammenfällt! Daran schließen sich drei 30°-Winkel an, deren Verbindungslinien einen Bezug zur Sichel aufweisen. Dies könnte auch der Grund sein, warum die Sichel so sehr viel größer gefertigt wurde als die Kreisscheibe. Denn vom Mittelpunkt der Kreisscheibe zu den Sichelspitzen sollten eindeutig drei 30°-Winkel zu erschließen sein.

Knicken wir nun die Abbildung der Himmelsscheibe an der Horizontlinie und falten den dunklen unsichtbaren Nachtbogen der Sonne nach hinten weg, erhalten wir ein halbiertes Himmelsgewölbe. Wir blicken sozusagen nach Westen. Nun falten wir die Abbildung noch einmal an der Zenitlinie (die nicht die Mittellinie des Halbkreises ist!) und erhalten einen perfekten 90°-Winkel.

– Man war anscheinend dahintergekommen, dass, wenn man die Linien vom Beobachtungsort zu den 90° Markierungen auf einem Kreisrand einzeichnete, und diese Kreisschnittpunkte verband, 4 gleich große Dreiecke erhielt. Alle Linien dieser Dreiecke waren gleich lang und alle Winkel betrugen 90°, die wiederum in 3x 30° unterteilt wurden.

– Der Viertelkreis mit den 30°- Segmenten erinnert an einen Quadranten, der zur Höhenmessung der Gestirne über dem Horizont genutzt wurde.

The Nebra Sky Disk contains also angles, from the zenith to the horizon, that reminds us of a quadrant.

[1] Abb. Pendelquadrant.

– Betrachten wir die Winkel der Mondwenden dann ist die goldene Kreisscheibe als Symbol für die Erde in einer Draufsicht und für die Höhenwinkel in einer Seitenansicht zu sehen. Somit gibt es zwei Ansichten desselben Symbols und die Erde ist vermutlich als dreidimensionale Kugel erkannt worden, wie wir sie schon bei der Mondfinsternis wahrgenommen haben!

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[1] Abb. Pendelquadrant. Gerstenberg Verlag (2003). Astronomie- Die Geheimnisse des Universums; aus der Reihe: sehen – staunen- wissen.

Mehr dazu: Die Kreisscheibe symbolisiert auch die Erde

Der Sonnenbogen im Jahreslauf

„In der 3. Herstellungsphase der Himmelsscheibe wurde ein goldener Bogen ergänzt, an dessen Längsseiten kurze Kerbstriche eingeschlagen wurden, die die Sonnenstrahlen symbolisieren könnten. -Nur die Sonne kann sichtbare Strahlen und Wärme hervorbringen.

Betrachten wir diesen Sonnenbogen in Bezug zur ganzen Himmelsscheibe, dann steht der Beobachter wieder in der Mitte der Himmelsscheibe, die diesmal die Erde wäre und um ihn herum ist der Horizontkreis.
Der östliche Horizontbogen entspricht dem Sonnenaufgang, der Sonnenbogen dem Höchststand, die Kontur des fehlenden Horizontbogens dem Sonnenuntergang und der Rand ohne goldene Elemente, der Seite, an der niemals die Sonne zu sehen ist (der Nachtbogen der Sonne).
Denselben vier Randbereichen können wir auch ein ganzes Sonnenjahr mit unterschiedlich hohen Tagesbögen der Sonne zuweisen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Der Jahreslauf der SonneDer Sonnenbogen selbst könnte den Jahreslauf der Sonne, mit den unterschiedlichen Tageslängen und Umlaufhöhen symbolisieren:
In das Goldblech wurden zwei parallel laufende Linien eingeritzt, wodurch drei Bögen entstanden. Vom unteren Rand bis zur ersten Linie könnte der schmale Bogen die niedrigen und kurzen Sonnentagesbögen des Winters zeigen. Der mittlere Bogen würde dann die länger oder kürzer werdenden Tage, bis oder von den Äquinoktien, andeuten und der breiteste Bogen, die langen Sommertagesbögen, die in der Mitte dieses Randviertels zur Sommersonnenwende im Juni ihren absoluten Höhepunkt finden. Die Bögen und Linien werden von innen nach außen nicht nur immer länger, sondern auch immer dicker. – Ordnen wir den elf Löchern über dem Sonnenbogen nun jeweils einen Monat zu, erreicht der Sonnenbogen etwa Mitte Juni seinen Höchststand.

3. Herstellungsphase: Die versteckten Hinweise des Sonnenbogens

Der goldene Sonnenbogen enthält auch einige versteckte Hinweise und Beziehungen. So schneidet die Verbindungslinie zwischen seinen Enden den Meridian in unserem unsichtbaren Nordpol! Dies der 3. unabhängige Hinweis auf den Nordpol !
Zudem zeigt ein lineares Ende des Sonnenbogens wieder auf die Mitte der goldenen Kreisscheibe, während das andere Ende, so vermutet Harald Gränzer, auf den eigenen Mittelpunkt seines Außenkreises weisen könnte. Dieser Kreis und der Schattenradius der Sichel haben exakt den gleichen Durchmesser und die Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten bildet, mit der Geraden des Sonnenbogens, einen rechten Winkel.

Aufgrund dieser Auffälligkeit entwickelte Dr. Burkhard Steinrücken >Die dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra<:
„Die mathematische Analyse der Form und Lage der Bildsymbole auf der Himmelsscheibe lässt auf eine erstaunliche Vielfalt von Symmetrien und geometrischen Prinzipien bei ihrer Gestaltung schließen. Durch Anpassung von Kreisen und Ellipsen nach der Methode der kleinsten Abstandsquadrate an den Scheibenrand, die Segmente und die runden Bildsymbole, erhält man ein Geflecht sich berührender und durchdringender Kreise und Ellipsen. … Die mathematische Struktur dieses Ringsystems legt nahe, die Scheibe als Sinnbild für einen Mechanismus aus rollenden Kreisen zu interpretieren, der die räumlichen und zeitlichen Aspekte des Sonnenjahres und die Sichtbarkeit der Plejaden in den verschiedenen Jahreszeiten auf der geographischen Breite der Fundgegend in einer faszinierenden geometrischen Formensprache korrekt darstellt.  …
Der Mechanismus stellt das Sonnenjahr und seine Teilung in Einheiten gleicher Länge dar.
[1]


[1] Burkhard Steinrücken (2010), Die Dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra. In: Harald Meller: Der Griff nach den Sternen – Internationales Symposium in Halle (Saale) 16. – 21. Februar 2005. Seite 935 – 945.

Mehr dazu: Der Sonnenbogen

“Nebra” ist ein alter Flussname – Alter und Herkunft

Prof. Dr. em. Jürgen Udolph
Sprachen die Nutzer der Himmelsscheibe von Nebra keltisch?

Kurze Vorschau:

    Die Verbreitung germanischer, geographischer Namen zeigt, dass die Germanen um 500 v. Chr. nicht aus dem Norden kamen, sondern das Zentrum lag in Sachsen-Anhalt, wo ein mildes Klima herrschte und wertvolle Lössböden eine ideale Lebensgrundlage bildeten.
Unter den germanischen Namen liegt ein Substrat voreinzelsprachlicher Relikte, bei denen es unmöglich ist anzugeben, aus welcher indogermanischen Sprache sie stammen. Dazu gehören vor allem Gewässernamen.
– Diese europäischen Gewässernamen Europas müssen in das 2. vorchristliche Jahrtausend datiert werden, also ziemlich genau in die Zeit, als Menschen die Himmelsscheibe auf dem Mittelberg bei Wangen nutzten.

 – Es gibt europäische Gewässernamen, die Beziehungen zum Indischen und Iranischen enthalten. Das bedeutet, dass die Sprache der Sprecher, die die Namen gegeben haben, keine indogermanische Einzelsprache gewesen sein kann, sondern das Ostindogermanische noch einbezogen war; sie sprachen voreinzelsprachliche Dialekte, die der indogermanischen Gemeinsprache sehr nahe stehen.
Es waren keine Kelten oder Germanen, es waren indogermanische Stämme.”
[1]

Die Zusammenfassung und die Ergebnisse ausführlich:
Die Untersuchung und Analyse ausgewählter geographischer Namen am Unterlauf der Unstrut und im Bereich der mittleren Saale hat zu folgenden Ergebnissen geführt:

Unter einer Schicht von hoch- und niederdeutschen Namen, die mit ihren ältesten Spuren in die Zeit bis ca. 500 n. Chr. datiert werden können, lassen sich östlich von Nebra slavische Relikte erkennen, die aus der Zeit der slavischen Besiedlung, etwa seit dem 8. Jh., stammen; westlich davon fehlen sie.

Mit Suffixen gebildete germanische Namen sind ein wichtiger Bestandteil dieser Region. Bei einigen von ihnen ist deutlich geworden, dass sie in gemeingermanischer Zeit entstanden sein müssen; man darf annehmen, dass die ältesten in den letzten Jahrhunderten v. Chr. entstanden sind.

Unter den germanischen Namen liegt ein Substrat voreinzelsprachlicher Relikte, bei denen es unmöglich ist anzugeben, aus welcher indogermanischen Sprache sie stammen. Dazu gehören vor allem Gewässernamen, darunter auch der Ortsname Nebra, eigentlich ein alter Flussname (Teilabschnittsname der Unstrut). Er darf daher weder als germanisch oder keltisch, auch nicht als illyrisch oder venetisch bezeichnet werden. Zur Zeit der Entstehung dieser Namen waren die indogermanischen Sprachen noch nicht in die später bekannten Einzelsprachen differenziert. H. Krahe bezeichnete diese Schicht der Namen als „alteuropäisch“ und als „alteuropäische Hydronymie (Anmerkung: altgriech. hydor = Wasser und onoma = Name -> Namensforschung der Gewässernamen)“.

 

Zu diesen ältesten sprachlichen Spuren in Europa können noch einige Aussagen, vor allem zum Alter, gemacht werden. Da diese Namen älter sind als die zu unterschiedlichen Zeiten überlieferten indogermanischen Einzelsprachen, müssen sie älter sein als:

        die Entfaltung und Entwicklung des Germanischen (ca. 500 v. Chr.)

        die Herausbildung des Slavischen (etwa um Christi Geburt)

        die Fixierung altkeltischer Sprachen (ca. 500 v. Chr.)

        die Belege italischer (oskisch-umbrischer und latino-faliskischer) Dialekte (ab 7. Jh. v. Chr.)

        die Überlieferung altindischer und altiranischer Dialekte (ca. 900 v. Chr.)

        das Griechische (als Linear B ab ca. 1.200 v. Chr. überliefert)

 

…  es ist klar, dass die europäischen Gewässernamen Europas in das 2. vorchristliche Jahrtausend datiert werden müssen, also ziemlich genau in die Zeit, als Menschen die Himmelsscheibe auf dem Mittelberg bei Wangen nutzten.
Gewässernamen wie Saale, Unstrut, Nebra und Jena gehören dieser Schicht an. Sie erhielten ihre Namen aus dem Wortschatz ihrer Schöpfer – und diese sprachen zweifellos einen indogermanischen Dialekt.

Dafür spricht eine Erscheinung, die in der Diskussion um die Besiedlung Europas durch indogermanische Stämme viel zu kurz kommt: ich meine die Beobachtung von W.P. Schmid (1994, 128ff.), dass es europäische Gewässernamen gibt, die Beziehungen zum Indischen und Iranischen enthalten. Er hat nachgewiesen, dass in zahlreichen Hydronymen Europas Wortschatzelemente verborgen sind, die nur in den ostindogermanischen Sprachen, (etwa Indisch, Tocharisch, Iranisch) nachgewiesen können, etwa altindisch sindhu– „Fluß“, das sich wiederfindet in Sinn ->Main,  Shannon (Irland), Shin (England), San -> Weichsel.

Das bedeutet, dass die Sprache der Sprecher, die die Namen gegeben haben, keine indogermanische Einzelsprache  gewesen sein kann, sondern das Ostindogermanische noch einbezogen war, mit anderen Worten: die Sprecher sprachen voreinzelsprachliche, der indogermanischen Gemeinsprache sehr nahe stehende Dialekte.

Damit können wir auf die eingangs gestellte Frage, welche Sprache die Nutzer der Scheibe von Nebra gesprochen haben, zurückkommen. Es war, wie hoffentlich deutlich geworden ist, weder Germanisch noch Keltisch. Diese Idiome gab es 1.600 v. Chr. noch nicht. Es kann sich nur um eine Vorstufe dieser Sprachen gehandelt haben und dafür bietet sich allein das nur durch Vergleich und Konstruktion in Fragmenten zu gewinnende Indogermanische an.“ [1]

    

[1] www.eurasischesmagazin.de/images/magazin/04-10/udolph_nebra.pdf      Vortrag von Prof. Udolph, Symposium für Archäoastronomie, am 2. November 2013, in der >Arche Nebra<

 

 

Mehr dazu: Nebra, Unstrut, Saale = Namen aus der Bronzezeit 

The 4 extreme positions of the zodiac

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.

With the Nebra Sky Disc the stars marked orange in the illustration are particularly conspicuous because they lie approximately in the middle and before the ends of the horizon arcs.

The visible path of the sun or the ecliptic runs through the middle of the zodiac. If we look at the sun the same time every day, it always takes four minutes longer to appear. Because of this delay, we can also observe, every three months at the same time, one of the four extreme positions, the two equinoxes and the solstices,

Rather than relying on the sun, each of these four extreme positions can be recognized much more easily with the help of a bright, almost simultaneously visible pair of stars from two different signs of the zodiac (joined by red lines in the illustration). One star revealed the beginning of the ecliptic in the east and another one revealed the end of the ecliptic in west.
In about 1950 B.C. in Central Germany, always two >ecliptic stars< stood almost exactly above the east and west points at the solstices when the high-level position or low-level position of the ecliptic occurred. During the equinoxes the eastern and western tilt could be observed in each case by a southern and a northern star.

Therefore, these pairs of stars symbolize all the extreme positions of the zodiac, which, however, were also to be seen on other nights, but not at dusk.

Those planets visible with the naked eye

If the creator of the Nebra Sky Disc wanted to show that five planets struck him by their movements, too, he would probably place them close to the sun and moon since they are always seen in their paths, as well as within the extreme positions of the ecliptic, which are indicated in this drawing by straight lines.

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.

The five golden stars in the middle of the Sky Disc – marked in green – represent the five planets visible to the naked eye.
Two golden stars can be seen east of the sun on the edge of the horizon. – This facilitates the visibility of the inner planets, Mercury and Venus. Due to the fact that they orbit the sun in their smaller circuits faster than the Earth, they always stand, even at the farthest distance, in the same quarter of the sky with the sun and in the adjacent signs of the zodiac. Looking from the Earth towards the sun, these stars apparently oscillate only around the sun and in so doing always remain near the horizon.
The three other golden planets have been placed between the sun and the moon, closer to the centre of the disc and therefore higher in the sky. – Since the Earth also belongs to the planets and is the third closest planet to the sun, Mars, Jupiter and Saturn go round the sun beyond the Earth’s orbit in wider radii. As we are able to see the paths of these outer planets >from the inside<, they can never stand between us and the sun. Like the sun and the moon, they follow complete orbits in the whole ecliptic. Thus, they can also be found high above the horizon in the south around midnight.

More about this: Die Sterne

2x Procyon in exactly six hours!

The Nebra Sky Disc shows two large star constellations and exactly 6 hours in between:
The Winter Hexagon and at the same moment the stars Deneb and Vega in the north. Just six hours later appears a large triangular constellation when Procyon, the last star of the hexagonal constellation, stood close to the horizon, directly in the west.

Großes Dreieck mit Procyon

In the computer map on the right hand, we see the whole hexagon of stars as it has just exceeded the north-south axis, the so-called meridian, in about 1950 B.C., in Central Germany. The star Procyon / Canis Minor has just left his highest point, so now he continues the way down to his setting place. In addition the bright star Vega / Lyra was standing exactly in the north point and also at the northern horizon, but further to the west, Deneb / Cygnus could be seen. These two last stars were only visible, if you turned about 180 degrees and looked straight to the north. With Vega in the north point, they formed together with the hexagon of stars a timely exact fixed north-south constellation.

Wintersechseck, Deneb, Vega

Left computer map shows a larger triangle consisting of remarkable bright stars, which is even larger as the before mentioned winter hexagon. It is composed of the star Altiar /Aquila, close to the east point and Arcturus / Bootes approximately in the zenith, as well as the luminous Antares / Scorpius lower in the south-east. On the opposite side of the rising Altair we will see again the bright star Procyon / Canis Minor, shortly before his setting, so that only for a short moment a maximum east-west constellation could be observed.
And the star inside the hexagon, between the two constellations of the zodiac, is probably a planet.

If we look now at both computer maps, to the southern area of the Sky Disc, we see Procyon only close to the meridian and then just still above the western sky edge. For this arc run Procyon on the minute needs exactly six hours.

These before mentioned big star constellations are illustrated on the Nebra Sky Disc.

The eight circumpolar stars

Looking in a northerly direction we can see that the circumpolar stars circle a formerly starless North Pole.1. Phase Blickrichtung Norden

On the Nebra Sky Disc its hight above the horizon on the meridian (= imaginary great circle through the North Pole and the South Pole) is defined by the centre of the circuit of the outer circumpolar star, number 8.alle Zirkumpolarsterne

On the computer map the centre of the blue lines corresponds to the northern celestial pole.
The distances between the parallel circles of all the stars of the Sky Disc, marked in light-blue, do not agree with the “distorted” circuits of the stars in the north view of the computer map, but they proportionately fit the altitude angles of the following upper stars: 1 Kocab / Little Bear, 2 η-Draco, 3 Alkaid / Big Bear, 4 Polaris / Little Bear, 5 Etamin / Draco, 6 Alderamin / Kepheus, 7 Alphekka / Northern Crown, 8 Vega / Lyra.

 

Sternenzeiger mit Sechseck im SüdenWenn Zirkumpolarsterne gelichzeitig im Meridian stehen, zeigen Sie als Stenenzeiger den Wahren Norden an oder sie bilden den Stundenzeiger einer Sternenuhr. Present doubts about the validity of the classification are allayed when we have a look at the entire firmament, as in the Early Bronze Age in Central Germany Two seasonal constellations.three of the recognized circumpolar stars were positioned almost vertically on top of one another in the meridian (2 η-Draco, 5 Etamin, 8 Vega), while the constellation from the Winter Hexagon with Deneb and Vega was visible. They form an astral hand.

Two further circumpolar stars (3 Alkaid, 4 Polaris) were located in the meridian exactly six hours later when a triangular constellation occupied the eastern quarter of the sky and Procyon, close to the west point, was just about to set.

This part of a perfect star clock, whose hands circle the North Pole in quarter turns at a distance of exactly six hours, has only been seen for very few centuries in approximately 26.000 years!

 

Nordzeiger Another astral hand, 1 Kocab and 6 Alderamin, might have pointed to True North. “The north was, where the extension of their conection line met the horizon vertically (Kate Spence 2000).” [1]


 

 

 

Presumably the circumpolar star 7 Alphekka was especially important for helping travelers to find their way as it was the brightest star which, after Vega, reached in Central Germany a low position above the True North, as already ascertained.

______________________________

 

[1] www.zeit.de/2000/47/cheops%27_Kompass/seite-3

 

 

The Star Clock – a quarter turn of the visible starry sky or 6 hours on our time scale, 90 degrees …

On the Nebra Sky Disc facing south we see our Winter Hexacon and a triangle constellation.On the Nebra Sky Disc facing south, two large constellations form a triangle and a star at the edge on the right, as well as from a hexagon and two stars on the upper edge are depicted.

On the Nebra Sky Disc facing north we see eight circumpolar star circling an invisible North Pole..

Looking north, eight circumpolar stars circle an invisible North Pole whose position on the Sky Disc is determined by three independent clues. The distances between the parallel circles of these stars proportionately fit the altitude angles of some of the brightest circumpolar stars.

The meridian is an imaginary great circle which runs through the North Pole and the South Pole; 90° to the horizon.

In the star clock three of the circumpolar stars discovered in the meridian are located almost vertically above one another, while at the same time the constellation from the Winter Hexagon with Deneb, and Vega at the northerly point, could be seen. Exactly six hours later two more circumpolar stars form an astral hand, when Altair had risen at the eastern point and thereby the triangular constellation occupied the eastern quarter of the sky, while Procyon from the Hexagon was located near the western point, shortly before setting. Another six hours later the first astral hand reached his upper culminacion in the meridian and another six hours later the stars of the second hand had changed their places. Two astral hands in their lower and upper culmination.

One of two astral hands had reached his lower culmination on the meridian.
Six hours later respectively one star of another hand was standing on each side of the North Pole.
After another 90 dedrees sky turn the first reached his upper pinnacle.
And again after a quarter turn of the visible starry sky the second had turned, as well, while Procyon
was just rised and had reached the east point. This astral hand form an exactly 90° angle with Procyon in the east.

As the two stars Procyon and Altair moved parallel to the equinoctial line, one could see them performing a quarter astral course when they were positioned above the southern point.