Eine sonnenförmige Gravur der Felsbildstation El Lomo de La Fajana, El Paso, La Palma.

Das Symbol für den markanten Berg Pico de Bejenado

Wenn die zentrale sonnenförmige Petroglyphe den Berg Montaña de la Hiedra symbolisiert, dann müsste die ähnliche Gravur darüber ebenfalls einen Berg in der Nähe repräsentieren.

.Nehmen wir einmal an, dass die zentrale sonnenförmige Felsgravur tatsächlich die Montaña de la Hiedra symbolisiert. In dem Fall müsste, wenn wir die Hypothese einer Landkarte weiterverfolgen, die Petroglyphe darüber (in der Zeichnung rot markiert) einen weiteren Berg symbolisieren. Nahelegend wäre die Annahme, dass es sich um den Pico de Bejenado handelt, da er direkt oberhalb an die Montaña de la Hiedra angrenzt. Außerdem sind diese beiden kreisförmigen Gravuren an einer Stelle mit einer kurzen senkrechten Linie verbunden. In der Realität sowie auch in aktuellen Landkarten verzeichnet, befindet sich exakt an dieser Stelle der einzige Verbindungsweg zwischen den beiden Bergen.

Este petroglifo muestra características asociables a las del Pico de Bejenado, El Paso, La Palma.

Anmerkungen zu den variierenden Namen des Berges Pico de Bejenado

Heutzutage wird jene eindrucksvolle Erhebung meistens Pico de Bejenado genannt. Jedoch „der Roque ‘Bejanao’ auf La Palma (einige schreiben durch Ultraverbesserung ‘Bejanado’) antwortet auf die einheimische Form ‘Behenauno’ von Abreu Galindo [1632]1Abreu Galindo, Fray Juan de (1632). Historia de la conquista de las siete islas de Gran Canaria. Santa Cruz de Tenerife. Imprenta, Lithografia y Libreria, Isleña. Regente, Miguel. Miranda. LIBRO TERCERO Y ÚLTIMO. De la conquista de las dos islas fortunadas, La Palma, y Tenerife. Pág, 178.” (Álvarez Delgado, 1941).2Álvarez Delgado, J. (1941). Miscelanea Guanche. I Benahoare. Ensayos de Lingüistica Canaria. Santa Cruz de Tenerife. Pág. 25. Dieses Beispiel unterschiedlicher Namensformen zeigt eine ganz normale Entwicklung auf. Denn Abweichungen von Toponymen sind im Verlauf der Geschichte weltweit zu finden und die Veränderungen wurden häufig chronologisch so weit wie möglich zurückverfolgt.

Im Mai 2019 wurde in El Paso an der Calle de Abajo, Nummer 90 ein Informationszentrum eröffnet: Centro de Interpretación Petroglifos de El Paso ‘Benehauno. Dort werden auf zwei Etagen, anhand von großen Tafeln mit hervorragenden Fotos und Erläuterungen, die archäologischen Fundorte und Felsgravuren dieser Gemeinde vorgestellt. Außerdem kann man auch geführte Touren zu Felsbildstationen buchen und unter anderem das Buch LA PALMA WAR AUCH DIE INSEL DER KARTOGRAFEN über die Interpretation der Petroglyphen zweier Felsbildstation erwerben.

Die Bezeichnung pico bedeutet ‘Schnabel’ oder ‘Spitze’. Aber nicht nur die Gipfel einer Bergkette, sondern auch besonders hohe, freistehende Berge werden diesem Toponym zugeordnet. Ferner ist dieser Begriff wörtlich genommen auch für die hier behandelte Felsgravur zutreffend. Da vor allem die nord-westlichen Gipfelregionen des Berges Pico de Bejenado in ihrer visuellen Betrachtung entsprechenden Segmenten der Felsgravur ähneln.Dies könnte daran liegen, dass nur wenige kleine Zonen im Gipfelbereich einigermaßen horizontal und zugänglich sind und somit von den Ureinwohnern genutzt worden sein könnten. Denn die Nord- und die Westseite des Bergesfallen auf ganzer Länge sehr steil in den Kraterkessel Caldera de Taburiente und in die Schlucht Barranco de las Angustias ab.

Die "Nord-Westseite-Ecke" des Berges ist nahezu dreieckig aufgrund von Erosionsprozessen. Dort sind markante natürliche Absätze entstanden.
Dieses Foto zeigt einen Teil der Nordseite des Berges Pico de Bejenado, welcher die südliche Begrenzung des Vulkankraters Caldera de Taburiente bildet. Die daran anschließende Westseite ist zugleich der linke Steilhang der Angustiasschlucht. Durch dieses Barranco fließen alle Quell- und Regenwasser aus dem Kraterkessel ins Meer.
Der Abhang der Westsseite ist nur an wenigen Stellen begehbar.
Im Hochsommer entstand an einem späten Nachmittag diese Aufnahme. Dann ist die Westseite besonders gut beleuchtet und man erkennt erst wie zerklüftet der Hang ist, und dass es fast unmöglich ist sich in dem Gelände zu bewegen. Die rote Linie zeigt den ungefähren Verlauf des Wanderweges Cumbrecita-Cancelita.

Wieder ähneln markante Merkmale des Berges bestimmten Segmenten einer Felsgravur

Orden wir den Segmenten der Gravur und den visuell ähnlichen Charakteristiken des Berges an den entsprechenden Stellenwieder dieselben Zahlen zu, fällt ein Vergleich derselben leichter. Exemplarisch wird hier nur eine markante Geländeformation jener besonders auffälligen ‘Ecke’ vom Pico de Bejenado betrachtet, die am Übergang von der Nordseite in die Westseite des Berges durch Erosionsprozesse entstanden ist. Denn dort sind markante natürliche Absätze entstanden.

Dementsprechend zeigt jetzt das folgende Foto die kleinen natürlichen Absätze des Pico de Bejenado, die sich aus dem Blickwinkel der Ortschaft Amagar deutlich vor dem leuchtend blauen Hintergrund des Himmels abheben.

Die Nordseite des Pico de Bejenado grenzt an den Vulkankrater Caldera de Taburiente, die Westseitean die Angustiasschlucht.g
Um die terrassenartigen Vorsprünge des Berges näher zu beschreiben, ist es hilfreich die Kontur des Bejenado als Schattenriss eines Kopfes anzusehen.
Können Sie den Zahlen die Nase, die Lippen des geöffneten Mundes und das Kinn zuordnen?

Der Vergleich der nord-westlichen ‘Ecke’ des Berges Pico de Bejenados mit den entsprechenden Segmenten der Felsgravur weist wieder frappierende Parallelen auf.

Von östlichen Standpunkten erscheint die nord- westliche ‘Ecke’ des Berges gleichfalls ausgeprägt

Wenn man von Osten kommend den Wanderwegen vom Mirador La Cumbrecita in Richtung Westen folgt, ziehen die scharfkantig ausgeformten Terrassen, den Betrachter gleichfalls magisch an. Das liegt daran, dass sie bei einer Betrachtung von oben, dreieckig erscheinen würden. Am meisten fällt einem ein kleiner schlanker, ganz freistehender Kegelfelsen, direkt am vorderen Rand eines Absatzes auf. (Vergleichen Sie die Zahlen im Foto mit denen der roten Skizze der Gravur; spezielle Absatz 5 mit dem r für roque’). Sobald man diesen Monolithen einmal wahrgenommen hat, ist man jedes Mal erfreut, wenn man ihn von einem anderen Standort ringsum wiederentdeckt. Dies ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, weil man durch ihn seine Terrasse identifizieren kann. Denn oft sieht man im Dickicht der Kiefern oder aufgrund von Nebel nur einen Ausschnitt der Absätze und man weiß nicht auf welcher Höhe man sich befindet bzw. in welcher Entfernung der Gipfel ist. Dieser besondere Vorsprung ist ein envetadero, ein unerreichbarer Ort, in den nur die Tiere gelangen können. Und er hat sogar einen Namen. Er heißt Andén de la Cañada (MAB 20133MAB, Museo Arqueológico Benahoarita (2013). Text zu einem Foto, dieser Absatzes mit dem kleinen Kegelfelsen an der Nordwestseite des Pico de Bejendao, aus der Ausstellung: El pastoreo en la Isla de La Palma. Dos mil años de historia. – Die Weidewirtschaft auf der Insel La Palma. Zweitausend Jahre Geschichte. – Die Ausstellung wurde vom Consejería de Cultura y Patrimonio Histórico del Cabildo, dem MAB und der Gruppe Salto del Pastor Canario Jurria Tenerra organisiert).

Von einem östlichen Standpunkt sind die markanten Absätze auch zu sehen.
Es gab und gibt zwei einfache Zuwege in die Caldera de Taburiente. Der eine folgt dem Barranco de las Angustias bergauf und der andere verläuft durch eine Schlucht an der östlichen Seite des Pico de Bejenado. Von letzerem Pass, am Mirador de La Cumbrecita, entstand dieses Foto.
Dieser kleine Vorsprung mit einer kleinen Felsnadel am Rand ist das markanteste Landschaftselement vom Pico de Bejenado.
Der Absatz, an dessen Kante sich ein kleiner, besonders markanter Felsmonolith (R) erhebt, heißt Andén de la Cañada. Dank seiner unzugänglichen Lage wurden dort zeitweise Ziegen ausgesetzt, damit sie an Gewicht zunahmen, ohne dass weiterer Arbeitsaufwand nötig war.

Das Wort Andén (kanarisch; auf Teneriffa) bedeutet Gelände an einer Klippe, mit schwierigem oder keinem Zugang, während cañada (spanisch) einen natürlichen Pfad anzeigen kann, über den Tierherden wandern. „Den Andén de la Cañada nutzten vor langer Zeit Hirten, indem sie dort monatelang ihre Ziegen ließen, um sie zu mästen und die sie dann mit Hilfe von Seilen und Körben wieder nach oben transportierten, wie Ángel Palomares, Director Conservador des Nationalparks Caldera de Taburiente, erklärte” (Parque Nacional, 20144Parque Nacional (2014). Descubren en La Caldera de Taburiente varias rarezas botánicas. 29 julio, 2014. http://lapalma.diariodeavisos.com/2014/07/29/descubren-en-la-caldera-de-taburiente-varias-rarezas-botanicas/).

Eine komplette Interpretation aller Segmente können Sie in dem Buch LA PALMA WAR AUCH DIE INSEL DER KARTOGRAFEN nachlesen.

Ein Vorgeschmack, um Neugier zu erwecken

Diese kurze Interpretation soll ausreichen, um Sie zum Vergleich der folgenden Fotos mit den Segmenten der Gravur anzuregen. Finden Sie weitere Parallelen zwischen visuellen Erscheinungen der Berges und einzelnen Segmenten jener detailreichen Petroglyphe?

Auf jeden Fall gilt: Sollten weitere Merkmale des Berges Pico de Bejenado in den detailreichen Segmenten der sonnenförmigen Felsgravur zeichnerisch umgesetzt worden sein, dann müssten einige auf folgenden Fotos zu sehen sein.

Der Berg Pico de Bejenado

Vielleicht haben Sie jetzt auch Lust bekommen vor Ort selber den Pico de Bejenado zu umrunden oder seinen Gipfel zu erwandern, um Ihre eigene Fotodokumentation zu erstellen. Es lohnt sich!

Tipps für Wanderer, Fotografen, Entdecker, Forscher und Archäologen

Damit beispielsweise die Merkmale des Berges Pico de Bejenado mit einer Felsgravur verglichen werden können, sind mehrere sehr reizvolle, manchmal auch anspruchsvolle Wanderungen und viele Fotos notwendig. Einerseits muss man den Standort vom Meeresniveau bis zum höchsten Gipfel auf 2426 Metern wechseln, um Aufnahmen aus allen Himmelsrichtungen zu erhalten. Andererseits ist der Zeitpunkt, wann man einen geeigneten Standpunkt findet, enorm wichtig. Denn manche Eigenschaften werden erst bei entsprechendem Lichteinfall sichtbar, was mit dem Wetter und der Jahreszeit in Zusammenhang steht, wie die beiden ersten Landschaftsaufnahmen bestens veranschaulichen.
Demzufolge ist nicht jede Exkursion von Erfolg gekrönt. Denn häufig sind einfach keine qualitativ guten Fotos zu erzielen, da sich die Licht- oder Wetterbedingungen schnell verändern können. Hinzukommt, dass man in der Regel nicht im Voraus weiß, wo sich die besonderen visuellen Besonderheiten verbergen. Manchmal wäre es besser in Regen- und Trockenperioden vor Ort zu sein, je nachdem welche Eigenschaft zum Ausdruck gebracht werden soll und auch die Wachstumsperiode der Pflanzen spielt eine Rolle.

Aber jede Exkursion birgt zahlreiche Naturerlebnisse, liefert geologische und archäologische Einblicke, ist anstrengend und belebend zugleich und erweitert spürbar das Bewusstsein für die Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft.

Reizvolle Wanderungen auf La Palma

Weitaus die Mehrzahl meiner Fotos von La Palma habe ich aufgenommen, als wir auf ausgeschilderten Wanderwegen unterwegs waren. Da die meisten Wege noch aus der Zeit stammen, bevor es Straßen und Autos gab, dienten sie zuvor als ganz normale Verbindungswege zwischen allen Orten, die es zu erreichen galt. Einige müssten als einfache Pfade natürlich schon von den Ureinwohnern genutzt worden sein.
Aktuell gibt es drei Wege, die die Insel ungefähr auf einer Höhe umrunden: an der Küste, in der mittleren Höhenlage und über die Gipfelkette, beziehungsweise am Kraterrand entlang. Dazwischen existieren zahlreiche senkrechte Verbindungwege, von der Küste bis zum jeweils höchsten Punkt.

Da es so viele Wanderwege auf La Palma gibt, würde man zahlreiche Urlaube benötigen, um nur die bekanntesten zu erkunden. Und jeder Weg hat seine besonderen Reize, da alle Inselseiten und Höhenlange andere Vegetationszonen erzeugen. Um einen Überblick zu bekommen, empfehle ich daher die Internetseite der Inselregierung zu diesem Thema. Denn dort sind alle Wanderungen ausführlich beschrieben und mit notwendigen Informationen sowie Kartenmaterial versehen: Wanderwege auf La Palma

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Weiterlesen: Das herausragende Zeichen als Sinnbild für den Gott Idafe

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  • 1
    Abreu Galindo, Fray Juan de (1632). Historia de la conquista de las siete islas de Gran Canaria. Santa Cruz de Tenerife. Imprenta, Lithografia y Libreria, Isleña. Regente, Miguel. Miranda. LIBRO TERCERO Y ÚLTIMO. De la conquista de las dos islas fortunadas, La Palma, y Tenerife. Pág, 178.
  • 2
    Álvarez Delgado, J. (1941). Miscelanea Guanche. I Benahoare. Ensayos de Lingüistica Canaria. Santa Cruz de Tenerife. Pág. 25.
  • 3
    MAB, Museo Arqueológico Benahoarita (2013). Text zu einem Foto, dieser Absatzes mit dem kleinen Kegelfelsen an der Nordwestseite des Pico de Bejendao, aus der Ausstellung: El pastoreo en la Isla de La Palma. Dos mil años de historia. – Die Weidewirtschaft auf der Insel La Palma. Zweitausend Jahre Geschichte. – Die Ausstellung wurde vom Consejería de Cultura y Patrimonio Histórico del Cabildo, dem MAB und der Gruppe Salto del Pastor Canario Jurria Tenerra organisiert
  • 4
    Parque Nacional (2014). Descubren en La Caldera de Taburiente varias rarezas botánicas. 29 julio, 2014. http://lapalma.diariodeavisos.com/2014/07/29/descubren-en-la-caldera-de-taburiente-varias-rarezas-botanicas/