Eine kreisförmige Gravur der Felsbildstation El Lomo de La Fajana, El Paso, La Palma.

Die Petroglyphe für den Berg Montaña de la Hiedra

Beginnen wir dem zentralen Symbol der Felsbildstation La Fajana, dass höchstwahrscheinlich den Berg Montaña de la Hiedra symbolisiert.

Nachfolgend werden die charakteristischen Eigenschaften dieses Berges durch Fotos aufgezeigt. Diese werden durch Linien mit den jeweiligen Regionen in einer Landkarte, die auf Höhenlinien und saisonale Wasserläufe reduziert ist, verbunden. Zudem sind diese Bereiche mit Zahlen gekennzeichnet worden, um Beschreibungen zu ergänzen.

Damit Sie die Topographie und die Siedlungsgebiete auf der Montaña de la Hiedra kennenlernen, schauen Sie sich nun alles der Reihe an. Von der Ortschaft El Paso sieht man in Blickrichtung Norden einen Vulkan, dessen kleine Krateröffnung, von Kiefern eingefasst ist. Daran schließt sich ein langgestreckter Südhang mit Wiesen und einzelnen Kiefern an, in dem sich bergab sanfte Bodenwellen öffnen und weiten.

Die Eigenschaften des Berges Montaña de la Hiedra.
Die Fotos zeigen Eigenschaften des Vulkans Montaña de la Hiedra, die den entsprechenden Regionen in der Landkarte zugeordnet sind.

Erläuterungen zu den Fotos

Region 1: Sich abwechselnde sanfte Bodenwellen.

Region 2: Eine seichte Senke mit einem saisonalen Wasserlauf, deren rechte Seite eine Wiese mit Felsblöcken und vereinzelten Hausruinen aufweist. Da sich das Tal bergab schnell weitet, scheint sich von oben betrachtet eine dreieckige Fläche zu öffnen.

Region 3: Zwei kleine, sich parallel öffnende Einschnitte. Wenn man die linke kleine Schlucht bergauf geht erreicht man oberhalb der Terrassen eine saisonal oft feuchte Wiese. Es befinden sich dort größere Höhlen im Abhang. Die andere Schlucht ist nahezu komplett terrassiert und entlang des zentralen Weges existieren vereinzelt einige Hausruinen.

Region 4: Dieser abgeflachte Absatz befindet sich am Ende eines breiten Geländeausläufers. Es könnte sich um einen Beobachtungsplatz der Hirten handeln, von dem aus sie ihre Herden auf den weiten, tiefer liegenden Wiesen überwacht haben. Am rechten Rand des Fotos ist der Abhang in die terrassierte Schlucht zu erkennen, während auf der anderen Seite des Beobachtungsplatzes auf dem Geländerücken ein alter Weg verläuft, der ein Stück weiter bergauf von dem neuen Fahrweg, überbaut wurde.

Region 5: Im Vordergrund ist auf dem Geländeausläufer der moderne Fahrweg zu sehen, der zur Nordseite des Berges führt und im Anschluss daran eine landwirtschaftlich genutzte Zone, die ich aber noch zum Areal 3, dem Siedlungsgebiet mit Höhlen und Hausruinen, rechne.

Region 6: Weiter in Richtung Norden ist der Fahrweg tief in den Berg eingeschnitten und der mit Kiefern bewachsene Hang fällt steil in die Schlucht Barranco El Rincón ab. Dieses rechte Ufer der Schlucht könnte in der Felsgravur durch das Segment mit der Nummer 6 dargestellt sein.

Region 7: Die Nord-Ost-Seites der Montaña de la Hiedra wird aus einem relativ kurzen Steilhang mit Kiefernwald gebildet. Zu Füßen des Berges mündet an einer Kreuzung u. a. der Camino aus dem Barranco El Rincón und in der Ferne öffnet sich eine im Winter lichte Mandelbaumplantage.

Region 8: Die Südost-Seite des Berges, oberhalb der erwähnten beiden parallelen Einschnitte mit der landwirtschaftlichen Zone (Region 3), zeichnet sich durch einen Kiefernhang mit einigen Höhlen aus.

Region 9: Ein besonders charakteristischer rechteckiger Streifen an der Nordseite der Montaña de la Hiedra, der landwirtschaftlich genutzt wird.

Region 10: Der steile Kiefernwald mit Erosionsrinnen an der Westseite des Berges.

Region 11: Da eine Schlucht immer vom Ursprung aus betrachtet wird, setze ich den linken Rand der Schlucht Barranco de Torres, dort wo sie mit einem seichteren Gefälle an die Montaña de la Hiedra angrenzt, mit dem als Areal 11 gekennzeichneten Segment der Petroglyphe in Beziehung.

Region 12. Eine leichte Senke mit Wiesen, Felsblöcken und Hausruinen, die sich am Ursprung des dreieckigen Tales befindet, das wir zu Anfang kennengelernt haben.

Region 13: Der Gipfelbereich, in dem vorwiegend Kiefern wachsen, die die wichtige Aufgabe haben das Wasser der Nebelwolken zu melken.

Die verblüffend einfache, visuelle Interpretation

Nach dem ausführlichen virtuelle Rundgang und nun folgt die Interpretation der Felsgravur. Und zwar tauschen wir in der Abbildung die heutige Karte im Zentrum der Landschaftsfotos einfach gegen die Felsgravur der Ureinwohner aus. Jetzt werden Sie feststellen, dass die visuellen Landschaftsformen, die natürlich zuvor den Höhenlinien entsprochen haben, sich nun auch sehr überzeugend den Segmenten der Petroglyphe zuordnen lassen.

Die Eigenschaften des Berges Montaña de la Hiedra.

Verschieben Sie den Knopf in der Mitte nach oben oder unten! Dieselben Fotos verweisen auf die gleichen Stellen, aber einmal auf einzelne Gebiete in einer Landkarte und dann auf einzelne Segmente der Petroglyphe. Dies ist nicht überraschend, wenn in dieser Felsgravur dieselben Landschaftselemente nur in einem anderen Stil zeichnerisch dargestellt wurden. Denn vermutlich handelt es sich ebenfalls um eine Landkarte, die vor langer Zeit von den Ureinwohnern der Insel den Felsen gemeißelt wurde.

Zum besseren Verständnis wurden in der rot dargestellten Gravur die heutigen Zonen mit Kiefernwäldern dunkelgrün und die Wiesen hellgrün koloriert. Aber die Farbe Hellgrün könnte ebenso die Siedlungs- und Anbauzonen der indigenen Bevölkerung anzeigen.

Dank dieser bildlichen Darstellungen sind weitere Erläuterungen für die Interpretation dieser Petroglyphe unnötig. Denn die Illustrationen sprechen für sich. Im Buch hingegen werden Sie Zitate aus unterschiedlichen Quellen finden, die diese und auch die anderen Regionen erläutern. Dadurch werden Sie nach und nach ein Verständnis für die Lebensbedingungen der Ureinwohner entwickeln.

Auf Grund der großen Übereinstimmungen könnte man sagen, dass es sich bei dieser Petroglyphe höchstwahrscheinlich um die symbolische Darstellung der Montaña de la Hiedra handelt.

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