El CABOCO DE BELMACO / Landkarte der Ureinwohner

   Im Caboco de Belmaco existieren Petroglyphen (Felsgravuren), die verschiedene Landschaftselemente, wie Berge, Talmulden, Siedlungs- und Weidegebiete, Quellen, etc. im ehemaligen Kanton Tigalate (heute Villa de Mazo) symbolisieren könnten. Insgesamt scheint es sich auch hier um eine detaillierte Landkarte mit den wichtigsten Quellen der Ureinwohner zu handeln.

Die Petroglyphen auf dem Felsblock vor der Höhle von Belmaco werden im Regen erst richtig gut sichtbar.

     „Belmaco hat das Prestige, der erste Ort zu sein, an dem prähispanische Felskunst gefunden wurde, und zweifellos ist es die bekannteste und am meisten zitierte Fundstelle in der wissenschaftlichen Literatur“ (Hernández Pérez, 1977). Die ersten schriftlichen Informationen stammen, 1752, von Domingo Vandewalle und seitdem sich der Historiker Viera y Clavijo als erster mit den Gravuren beschäftig hat, „haben sie eine Revolution in der Welt der ethnologischen Wissenschaft erzeugt“ (Chil y Naranjo, 1880).

     „Die Höhle von Belmaco, in deren Innenraum sich vier großartige Felsbildtafeln mit geometrischen Ideogrammen befinden, öffnet sich genau unter einem großen ere, der das ganze Flussbett in der Schlucht Barranco de Las Cuevas-La Chíchara ausfüllt und der im Winter für das Sickerwasser im Innenraum des Vorkommens verantwortlich ist, weil das Dach der Höhlung von einer großen Spalte durchbrochen ist. Die Form der Schlucht an sich vereint, neben dem Sockel des riesigen cabocos [1], in dem sich die Höhle von Belmaco öffnet, einige ideale Bedingungen für die Bildung von eres und Tümpeln, ein Umstand, der sich die ganze Schlucht entlang bis zur Mündung am Strand Playa del Burro wiederholt“ (Pais Pais / Tejera Gaspar, 2010).

    Auf dem folgenden Foto sieht man die Höhle und etwa mittig den Riss im caboco. Durch diesen sickerte das Wasser in die darunterliegende Höhle, denn in dem oberen Abschnitt der Schlucht befindet sich eine, in den wasserundurchlässigen Felsen geschliffene Mulde (ere), die als Sammelbecken oder als Wasserreservoir genutzt wurde. Um die Verdunstung zu verhindern, wurde sie früher mit Sand gefüllt oder abgedeckt. Am rechten Rand des Fotos, direkt oberhalb der Palmwedel, beginnt in der ansonsten eher rauen Oberfläche des oberen Höhlenrandes ein Bereich mit glatten senkrechten Prismen. Hier scheinen Basaltfragmente abgestürzt zu sein, da andersfarbige, glatte und zurückliegende Bruchflächen zu sehen sind. Vor der Höhle wurde der Boden durch die Sturzwasser immer tiefer ausgewaschen, wobei die zurückliegende Höhle verschont blieb. Deshalb liegt sie heutzutage erhaben auf einem Absatz und rechts davor sind die drei großen Basaltblöcke mit Petroglyphen zu sehen.

Die Höhle von Belmaco. „In den zwei Einheiten, die sich ober- und unterhalb des cabocos befanden, konnten zusätzlich zur Höhle von Belmaco, mehr als fünfzig Benahoaritas* leben“ (Pais Pais, 1998).

Skizze des bekanntesten Felsblocks mit Petroglyphen vom Caboco de Belmaco, Villa de Mazo, La Palma (Skizze nach einer Zeichnung von Dr. Pais Pais, 2008).

     „Der größere von zwei gravierten Blöcken weist den größeren Reichtum an Themen und Kombinationen auf. Die Länge von diesem beträgt etwa 2,10 Meter und seine Breite ist etwas geringer. (…) Die Gruppe der Spiralen und Mäander, mit der sich die Tierfiguren verbinden, hat eine Gesamtlänge von einem Meter und 35 Zentimeter Breite. Das labyrinthische Thema, in dessen Richtung sich die tierförmigen Figuren zu bewegen scheinen, misst 50 Zentimeter in der Länge und 40 Zentimeter in der Breite. Dieses Thema ist sehr sonderbar. Es hat einen Umriss aus einem doppelten parallelen Bogen, der eiförmige Figuren umschließt, die in sich nicht ganz geschlossen sind. (…) In der Gesamtsumme enthält der große Block, ohne einige durch Erosion und gezielte Schläge zerstörte Gravuren mitzuzählen, etwa 31 Motive, die, wie beschrieben, in Gruppen ungleich verteilt sind, wobei das Thema der Spirale, einzeln oder in Gruppen, dominiert (Diego Cuscoy, 1955: 14-15).

Die Gruppe von aneinandergereihten Petroglyphen könnte ein Gebiet der Ureinwohner symbolisieren.

    Von den acht von mir interpretierten Felsgravuren dieses Steins ist eine aneinandergereihte Gruppe besonders auffällig, weshalb dazu exemplarische an dieser Stelle eine Interpretation in Kurzform folgt: Das obere Ende dieser Petroglyphe erinnert durch seine Form an die Darstellung der zwei Gipfel und der westlichen Ebene des Berges Montaña de Tirimazán, welche in verschiedenen Arten von Landkarten Ähnlichkeiten aufweisen und bei Erkundigungen in der Region kann man weitere Ansätze dafür finden. Unterhalb an dessen Südseite befinden sich die Fuente de Tiramazán und eine Talmulde mit dem Toponym Hoyo del Rocío (= Taugrube), die durch die rautenförmige Spirale, welche in Striche und mäanderförmige Linien ausläuft, dargestellt worden sein könnte. „Der Montaña de Tiramazán befindet sich neben dem oberen Abschnitt der Schlucht Barranco del Romero. An der südlichen Seite dieser Geländeerhebung befindet sich die gleichnamige Quelle, die jetzt ausgetrocknet ist. Sie enthält nur viel Feuchtigkeit, was dadurch sichtbar wird, weil die ganze Wand, in der die Quelle floss, mit Moos bedeckt ist“ (Pais Pais, 1998; 370–371). Das untere Ende dieser Gruppe aus Felsgravuren könnte die Region um den küstennahen Berg Montaña de las Goteras symbolisieren. „Zweifellos befand sich die wichtigste archäologische Fundstätte zum Hirtenwesen des Kantons Tigalate in dem riesigen natürlichen Hohlraum, der sich am Fuß der östlichen Seite des Berges Montaña de Las Goteras, am Meeresufer, öffnet. (…) Die Fuente de Las Goteras war die wichtigste permanente Wasserstelle“ (Pais Pais, 1998). Zwischen diesen beiden Symbolen reihen sich viele kleinere Gravuren aneinander, wobei es sich möglicherweise um Nutzungsräume der Ureinwohner handelt, die in der Umgebung der Schlucht Barranco del Romero liegen, welche die beiden bergigen Regionen miteinander verbindet,

Wenn man nahe der Wiese bei der ‘Taugrube’ steht und die fruchtbaren Regionen beiderseits der ‘Rosmarinschlucht’ bis zur Montaña de las Goteras mit der gleichnamigen ‘Quelle der Tropfen’ hinunter schaut, dann fällt es nicht schwer sich vorzustellen, dass hier einige Lieblingsplätze der früheren Wanderhirten lagen.

Die Interpretation zu allen Petroglyphen dieses Steines finden Sie in meinem Buch La Palma war auch die Insel der Kartografen.

[1] „Der caboco ist immer ein Teil des Flussbettes einer Schlucht, und zwar genau der Ort, in dem das Flussbett wegen eines plötzlichen Höhenunterschieds unterbrochen wird, weil es einen Schnitt oder Fall formt. So bildet sich ein Becken, das von den eigenen Wänden begrenzt wird, aber in Richtung zum Lauf der Schlucht geöffnet und eben ist. Der authentische caboco ist also eine Ausgrabung, die durch die Kraft der winterlichen Regenfälle ausgeformt wurde und in der die basalthaltigen Gesteine widerstanden haben, die diesen Orten ein unverwechselbares Profil in geben“ (Diego Cuscoy, 1955: 10).

* Da keine konkrete Bezeichnung für die Ureinwohner von La Palma überliefert ist, haben verschiedene Archäologen die Bezeichnungen Benahoaritas, Auaritas oder Awaras aus historischen Texten abgeleitet. So erwähnt Abreu Galindo zum Beispiel, dass die Insel La Palma in der Sprache der Ureinwohner Benahoare heißt, was auf Kastilisch mein Vaterland, oder meine Erde heißt (Abreu Galindo ([1602] / 1632).

   ABREU GALINDO, Fray Juan de ([1602] / 1632). Historia de la conquista de las siete islas de Canaria. Santa Cruz de Tenerife. Imprenta, Lithografia y Libreria, Isleña. Regente, Miguel. Miranda. Págs. 1–229; 168.
   CHIL Y NARANJO, Gregorio (1876). Estudios históricos, climatológicos y patológicos de las Islas Canarias I. Historia. Las Palmas de Gran-Canaria. Ernest Leroux LibrairesEditeurs. Digital Copyby Google Book Search. Págs. 1–644; 283.
   DIEGO CUSCOY, Luis (1955a). Nuevas consideraciones en torno a los petroglifos del ‘caboco’ de Belmaco. (Isla de La Palma). Revista de Historia Canaria Tomo XXI. Número 109–112. La Laguna de Tenerife. Págs. 6–29; 10, 14–15. Digitalización realizada por ULPGC. Biblioteca Universitaria, 2007.
   HERNÁNDEZ PÉREZ, Mauro S.  (1977b). El arte rupestre de La Palma prehispánica, A propósito de algunos documentos en la Real Academia de la Historia y del yacimiento de Los Guanches. Homenaje a Celso Martín de Guzmán (1946–1994). Universidad de Las Palmas de Gran Canaria. Excmo. Ayuntamiento de la ciudad de Gáldar. Dirección General de Patrimonio Histórico. Las Palmas de Gran Canaria. Págs. 179–188; 181.
   PAIS PAIS, Felipe Jorge (1998). El bando prehispánico de Tigalate-Mazo. Ayuntamiento de Villa de Mazo. Cabildo Insular de La Palma. Centro de la Cultura Popular Canaria. Págs.1–451; 123, 370–371.
   PAIS PAIS, Felipe Jorge (2008). El territorio de los antiguos benahoaritas – Estrategias sociales en la explotación del territorio entre los benahoritas. VI Congreso de Patrimonio Histórico. 10, 11 y 12 de septiembre 2008. Investigación arqueológica en Canarias: Territorio y Sociedad. Cabildo de Lanzarote. Págs. 1-30; 17-18.
   PAIS PAIS, Jorge / TEJERA GASPAR, Antonio (2010). La Religión de los Benahoaritas. Santa Cruz de La Palma. Págs. 1–291; 83.