La Zarcita / El Lomito de Juan Adalid

Im Anschluss an ihre letzte Präsentation des Buches La Palma war auch die Insel der Kartografen erklärte die deutsche Forscherin Barbara Kupka in Santo Domingo de Garafía, dass eine Petroglyphe der Felsbildstation La Zarza – La Zarcita in Garafía, einen bestimmten Bergrücken symbolisieren könnte.

Während einer Wanderung war ihr im Oktober 2018 der ungewöhnlich markanten Bergrücken namens EL Lomito aufgefallen (Abb. 1). Er befindet sich direkt am Straßenrand nach Juan Adalid, zwischen dem Berg Montaña Grande und dem sehr interessanten und nördlichsten Aussichtspunkt der Insel, Montaña de la Centinela, der im Hintergrund des folgenden Fotos zu erkennen ist.

Bei der Aufsicht auf diesen stark strukturierten Bergrücken fiel ihr sofort eine mäanderförmige Felsgravur ein, die im archäologischen Park La Zarza – La Zarcita in Garafía zu sehen ist (siehe Abb. 2). Denn 2007 fotografierte sie eine Petroglyphe, die 1988 von Harald Braem, als die Gravuren noch nicht gereinigt waren, sehr einprägsam als Urmutter interpretiert wurde.

Die Abbildung 3 zeigt zuerst die Skizze der Felsgravur auf einer neuen Informationstafel an der Fundstelle La Zarcita. Rechts davon ist eine topographische Karte des Bergrückens El Lomito zu sehen, in der die braunen Linien Höhenlinien, die blauen Linien Wassererosionsrinnen und die grauen Linien (oben neuere) Mauern und (unten vermutlich ältere) Erdwälle darstellen. Zudem ist am rechten Rand leider nur auf dem Kopf, da Norden mit Süden vertauscht wurde, somit am westlichen Abhang des Bergrückens El Lomito, der Name der Quelle Fuente de La Zarcita zu lesen. Danach folgen ein Satellitenfoto und das nun schon bekannte Foto des Bergrückens El Lomito.

Um die charakteristischen Merkmale des Bergrückens El Lomito vor Ort näher zu untersuchen, ist es einfacher ihn von unten nach oben zu erkunden, da er von unten besser zugänglich ist. Als erstes erreicht man eine Steinstruktur, die bei dem Foto, das von der Straße oberhalb aufgenommen wurde, gar nicht auffiel. Beim Näherkommen erkennt man einen ovalen Steinkreis, der direkt an einen Erdwall angrenzt (Abb. 4).

Im Inneren des ovalen Steinkreises, befindet sich an dessen unterem Ende, ein weiterer vertiefter Steinkreis mit Sitzbänken. Von hier aus hat man einen wunderbaren Fernblick (Abb. 5).

Wenn man vom Steinkreis bergauf blickt, erkennt man zunächst etwa vier mit Gras überwachsene Mauern oder Erdwälle hintereinander und dahinter den höchsten Punkt von El Lomito, wie in der rechten Hälfte des Fotos sichtbar (Abb. 6). Bei dem kegelförmigen Berg Montaña Grande fallen einem sofort die vielen markanten Erosionsrinnen auf.

Geht man bergauf, sieht man links unterhalb der felsigen Erhebung eine in den Stein gearbeitete Wasserrinne (Abb. 7, Foto oben links). Ein Stückchen oberhalb davon beginnt eine Art Graben (Foto oben rechts). Dieser wird bergauf zuerst zunehmend breiter (Foto unten links) und dann tiefer, dafür aber schmaler (Foto unten rechts).

Die Abbildung 8 zeigt den Blick vom Straßenrand auf den Bergrücken El Lomito und es fällt hier vor allem der lange Graben auf, den wir von unten aus verfolgten. Könnte es sein, dass er in irgendeiner Weise dazu diente Regenwasser vom Montaña Grande auf die Terrassen oberhalb des Steinkreises zu leiten? Da das ganze Gelände im oberen Bereich besonders vom Abraum durch den Straßenbau und durch Trampelpfade von Ziegen beeinträchtigt ist, kann man vom Montaña Grande bis zum Kopf des Bergrückens nur an wenigen Stellen kleinen Erosionsrinnen finden, die so aussehen, als seien sie von Hand bearbeitet worden.

Wenn man die Nord-Westseite des Bergrückens El Lomito von Montaña de la Centinela aus betrachtet, kann man sich gut vorstellen, dass die begehbaren Bereiche des Abhanges rechts von der größten Höhle dieser Region (Abb. 9) sowie ein mutmaßlicher Verbindungsweg von den Feldern zur jener Höhle durch die Linien dargestellt worden sein könnten, die in der Petroglyphe rechts unten zu sehen sind.

Da die untere C-förmige Struktur der Petroglyphe dem oberen Abschluss ähnelt, könnte es sich vielleicht um Gebiete in dem Abhang zur angrenzenden Schlucht Barranco del Domingo Díaz handeln (Abb. 10).Nun wäre es spannend von ortskundigen Archäologen Auskünfte über jene Region zu erhalten. Könnte es sich tatsächlich um ein Anbaugebiet der Ureinwohner handeln?

Diese neue Interpretationsidee, ist nicht in dem Buch der deutschen Forscherin Barbara Kupka enthalten. Aber die Autorin hatte sie am 13. Februar 2019 zum Abschluss der Buchpräsentationreise in Santo Domingo de Garafía präsentiert, in der Hoffnung dadurch bei den Zuhörern ein Interesse zu wecken, damit andere Felsgravuren jener Felsbildstation aus dem Blickwinkel einer Interpretation als mutmaßliche Landschaftselemente der Gemeinde Garafía erforscht werden.

 

Siehe Artikel in bienmesabe.org