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1.4. Die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten

Zwei von den in der Zeichnung grün markierten Sternen scheinen die Inneren Planeten Merkur und Venus darzustellen, die immer in Horizont- bzw. Sonnennähe zu sehen sind. Denn diese umrunden die Sonne auf kleineren Kreisbahnen als die Erde. Daher sieht es von der Erde so aus als würden sie nur morgens oder abends seitlich der Sonne hin und her pendeln.
Hingegen können die Äußeren Planeten Mars, Jupiter und Saturn außerhalb der Sonnenbahn, auf ihren kompletten Kreisbogen gesehen werden. Somit erreichen diese auch im Süden ihren Höchststand.

Alle Wandelsterne ziehen, ebenso wie Sonne und Mond, vor den hellen Sternen des Tierkreises ihre Bahnen. Und zwar jeweils in ihrer eigenen Zeit, Bewegung und Höhe entlang der gemeinsamen unsichtbaren Mittellinie, der Ekliptik.

Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten vor dem Hintergrund des Tierkreises

Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.
Zwischen den Sternen, die die Extremstellungen des Tierkreises anzeigen (orange markierte Sternensymbole) befinden sich eine zweier und dreier Sternengruppe (grün gekennzeichnet). Dabei scheint es sich um die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten zu handeln.

Wenn der Schöpfer der Himmelsscheibe von Nebra nun darstellen wollte, dass ihm auch die fünf Wandelsterne in ihren Bewegungen aufgefallen sind, würde er diese wohl in der Nähe von Sonne und Mond platzieren. Denn sie sind immer in der Nähe deren Bahnen zu sehen sowie innerhalb der Extremstellungen der Ekliptik, die in dieser Zeichnung durch geraden Striche angedeutet sind.

Die fünf mittleren goldenen Sterne der Himmelsscheibe stellen wahrscheinlich die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten dar.

Die zwei Inneren Planeten

Zwei goldene Sterne sind östlich der Sonne, zum Horizontrand zu sehen. – Dies passt zur Sichtbarkeit der inneren Planeten, Merkur und Venus. Da sie die Sonne auf ihrer kleineren Kreisbahn schneller als die Erde umrunden, stehen sie auch bei weitester gegenseitiger Entfernung immer im gleichen Himmelsviertel mit der Sonne und in unmittelbar benachbarten Tierkreisbildern. Von der Erde aus in Richtung Sonne geschaut pendeln sie scheinbar nur um diese und bleiben dabei immer in Horizontnähe.

Die drei Äußeren Planeten

Die drei anderen mittleren Sternensymbole sind zwischen Sonne und Mond, näher zum Mittelpunkt der Bronzescheibe, platziert worden. Da nach der bisherigen Interpretation die Auf-und Untergangsorte heller Tierkreissterne am Horizontrand beobachtet wurden, müssten somit diese Sterne hoch am Himmel zu sehen sein. Solche Positionen können auch die drei Äußeren Planeten erreichen.

Da bekanntermaßen die Erde zu den Planeten gehört und sie, von der Sonne aus, der dritte Planet ist, umrunden Mars, Jupiter und Saturn die Sonne außerhalb der Erdbahn in größeren Radien. Da wir die Bahnen dieser äußeren Planeten >von innen< sehen, können sie niemals zwischen uns und der Sonne stehen. Sie beschreiben, wie Sonne und Mond, vollständige Kreisbahnen, durch die gesamte Ekliptik. Somit können sie auch um die Mitternachtsstunden hoch im Süden über dem Horizont stehen.

Mehr dazu: Die fünf Planeten

Those planets visible with the naked eye

If the creator of the Nebra Sky Disc wanted to show that five planets struck him by their movements, too, he would probably place them close to the sun and moon since they are always seen in their paths, as well as within the extreme positions of the ecliptic, which are indicated in this drawing by straight lines.

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.

The five golden stars in the middle of the Sky Disc – marked in green – represent the five planets visible to the naked eye.
Two golden stars can be seen east of the sun on the edge of the horizon. – This facilitates the visibility of the inner planets, Mercury and Venus. Due to the fact that they orbit the sun in their smaller circuits faster than the Earth, they always stand, even at the farthest distance, in the same quarter of the sky with the sun and in the adjacent signs of the zodiac. Looking from the Earth towards the sun, these stars apparently oscillate only around the sun and in so doing always remain near the horizon.
The three other golden planets have been placed between the sun and the moon, closer to the centre of the disc and therefore higher in the sky. – Since the Earth also belongs to the planets and is the third closest planet to the sun, Mars, Jupiter and Saturn go round the sun beyond the Earth’s orbit in wider radii. As we are able to see the paths of these outer planets >from the inside<, they can never stand between us and the sun. Like the sun and the moon, they follow complete orbits in the whole ecliptic. Thus, they can also be found high above the horizon in the south around midnight.

More about this: Die Sterne