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Zusammenfassung der kompletten Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra

Die chronologische Recherche zur Himmelsscheibe von Nebra, so wie ich sie über Jahre erlebt habe, können Sie über die Titelleiste aufrufen oder auch in den Beiträgen lesen.

An dieser Stelle folgt eine Kurzfassung meiner erweiterten Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra aus dem Jahr 2015.

Die weltweit älteste konkrete Abbildung des Sternenhimmels

Foto der Himmelsscheibe von Nebra. Dbachmann, photograph taken when the artefact was on display in Basel, Switzerland in December 2006
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nebra_Scheibe.jpg

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als weltweit älteste konkrete Abbildung des Sternenhimmels und sie ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde aus der Frühbronzezeit. Sie wurde 1999 auf dem Mittelberg bei Wangen / Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden.
„Als ältestes mögliches Datum für die Herstellung der Himmelsscheibe erscheint uns der Beginn des 2. Jahrtausends, die Zeit der Mitteldeutschen Fürstengräber, plausibel. Die maximale Nutzungsdauer hätte etwa 400 Jahre, die minimale etwa Jahre betragen. Unstrittig ist, dass die Himmelsscheibe zusammen mit den Beifunden um 1600 v.Chr. deponiert wurde”(Meller, 20051Meller, Harald (2005). Der geschmiedete Himmel. In: Der geschmiedete Himmel. Konrad Theiss Verlag. Und www.lda-lsa.de).

Materialkundliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Himmelsscheibe mehrmals verändert wurde. Daher werden die verschiedenen Elemente fünf Herstellungsphasen zugeordnet.

In einer ersten Herstellungsphase wurden auf der Bronzescheibe 32 Sterne, eine Sichel und eine Kreisscheibe aus dünnem Goldblech eingelegt. Später sind noch drei goldene Bögen ergänzt sowie Löcher am Rand eingeschlagen worden.

Sternenauf- und Untergänge am Horizontkreis

Die Sterne am Rand der Himmelsscheibe scheinen ihre Auf- und Untergangsorte zu kennzeichnen.

Stellen wir uns gedanklich in die Mitte der Himmelsscheibe von Nebra, nehmen wir den Horizont als einen liegenden Kreis um uns herum wahr, an dem alle Gestirne auf- und untergehen. Die zwei goldenen Randbögen der Himmelsscheibe (siehe in der vorherigen Abbildung, Phase 2) werden offiziell als Pendelbereiche der Sonnenauf- und Untergänge gedeutet und ihre Enden bezeichnen die Sonnenwenden. Auch der Tierkreisbilder scheint ähnlich am Horizont zu pendeln. Aber die einzelnen Tierkreissterne umkreisen den Nordpol natürlich, wie alle Fixsterne, immer in Parallelbögen.

Die zeitliche Reihenfolge ihres Erscheinens oder Untergangs kann dazu genutzt werden die Region der Bahnen von Sonne, Mond und Planeten zu beobachten. Zudem verläuft die Ekliptik, als gedachte Linie, etwa mittig vor dem Tierkreishintergrund. Dabei handelt es sich um die immer gleichbleibende wahre Bahn der Erde um die Sonne. Jedoch von der Erde aus gesehen erscheint sie, aufgrund der Neigung der Erdachse, als veränderliche Bahn der Sonne.

Die vier Extremstellungen des Tierkreises und dazwischen die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten sowie Sonne und Mond

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.

Die in der Zeichnung orange markierten Sterne könnten die Sternenpaare darstellen, die in vielen Nächten etwa die Extremstellungen der Sonne kennzeichneten. Diese Paare erschienen an den Solstitien und Äquinoktien ungefähr zeitgleich an den entsprechenden Stellen über dem Horizont.
Aber sie gehörten natürlich erst zur nächsten Extremstellung der Ekliptik, da die Sterne zuvor noch vom Sonnenlicht überstrahlt wurden.

Jeweils ein Stern aus dem Tierkreis zeigte den Anfang der Ekliptik auf der östlichen Seite an und ein anderer Stern das westliche Ende. Somit könnten SPICA / Jungfrau + Hamal / Widder sowie HAMAL / Widder + ZUBENELGENUBI / Waage ungefähr die Hoch- und Flachstellungen des Tierkreises sowie die Horizontorte der Sonne an den Tag-und-Nacht-Gleichen angezeigt haben. Und DENEB ALGEDI / Steinbock + REGULUS / Löwe sowie CASTOR / Zwillinge + NUNKI / Schütze könnten etwa die östliche und westliche Schrägstellungen des Tierkreises mit den entsprechenden Sonnenpositionen der Sonnenwenden gekennzeichnet haben.

Demnach werden die fünf mittleren goldenen Sterne der Himmelsscheibe, in derselben Abbildung grün markiert, die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten darstellen, die entlang der Ekliptik ihre Bahnen ziehen.

Die beiden Inneren Planeten, MERKUR und VENUS, werden durch die zwei goldenen Sterne der Himmelsscheibe östlich der Sonne, in Horizontnähe dargestellt. Die drei Äußeren Planeten, MARS, JUPITER und SATURN sind zwischen SONNE und MOND, näher zum Mittelpunkt der Scheibe und somit weiter vom Horizont entfernt angebracht worden. Zu den mit bloßem Auge sichtbaren Wandelsternen werden auch die Sonne und der Mond gerechnet.

Zwei große Sternenkonstellationen auf Himmelsscheibe von Nebra in Blickrichtung Süden

Die sechseckige Sternengruppe symbolisiert den Beginn eines Zeitabschnitts

In der Mitte der Himmelsscheibe können wir eine imaginäre Horizontlinie ziehen, von der wir in das südliche Himmelsgewölbe schauen.

Auf der Himmelsscheibe ist aber auch die dritte Dimension, der Bogenlauf einiger Gestirne in die Höhe, erfasst worden.

Auf der Himmelsscheibe von Nebra ist nicht nur eine Horizontansicht dargestellt, sondern es wird auch der Blick in jeweils ene Hälfte des Himmelsgewölbes veranschaulicht.

In dem vertikal halbierten südlichen Himmelsgewölbe fehlt noch die Zuordnung für die hier rot markierten Sterne. Je weiter die Sterne vom Horizont entfernt sind, umso nördlicher stehen sie sogleich schon wieder. Dies ist besonders zu erkennen, wenn die Gestirne am Meridian, dem Großkreis, der die Erde durch den Nord- und Südpol umrundet, ihre höchste Stellung erreichen.

Sind auf der Himmelsscheibe von Nebra, wie diese Sternenkarte zeigt, die Plejaden oder ein Wintersechseck mit einem Planeten in der Mitte zu sehen?
Zeigt die sechseckige Sternenkonstellation die winzigen Plejaden oder das riesige Wintersechseck mit einem Planeten in der Mitte?

Als erstes fallen dem Betrachter sieben eng beieinanderstehende Sterne auf, die nicht nur an die PLEJADEN erinnern, sondern in ihrer Formation auch ziemlich genau der Sternenkonstellation des Wintersechsecks entsprechen. Dabei scheint der Stern in der Mitte des goldenen Sechsecks einen Planeten zu symbolisieren. Dieser ist in der Karte nahe der Ekliptik (rote Linie) zwischen den Tierkreisbildern Zwillinge und Stier zu sehen.
Das Sechseck wird gebildet aus: CAPELLA / Fuhrmann, POLLUX / Zwillinge, ALDEBARAN / Stier, PROCYON / Kleiner Hund, RIGEL / Orion und SIRIUS / Großer Hund.

Hinzu kommt, dass um 1950 v.Chr. in Mitteldeutschland der Stern PPROCYON gerade die Nordsüdachse, den Meridian, überschritten hatte. Zeitgleich stand VEGA / Leier genau im Nordpunkt und etwas weiter westlich, war direkt am Horizont DENEB / Schwan zu erkennen. Sie bildeten mit dem Sechseck eine, durch den Nordpunkt zeitlich exakt festgelegte, Nord-Süd-Konstellation.

Auf einer Computerkarte wirken Sternbilder leicht verzerrt, da ein dreidimensionales Ereignis zweidimensional dargestellt wird.

Genau sechs Stunden nach dem Wintersechseck erscheint eine Dreiecks-Konstellation

Großes Dreieck mit Procyon

Exakt 6 Stunden nachdem der Zirkumpolarstern VEGA niedrig über dem Nordpunkt stand, war Procyon gerade noch über dem westlichen Himmelsrand zu sehen. Und zeitgleich war gegenüber, nahe dem Ostpunkt, ALTAIR / Adler aufgegangen. Dieser Stern, bildete mit dem fast im Zenit stehende ARCTURUS / Bärenhüter oder Bootes sowie dem niedrig im Südosten leuchtenden ANTARES / Skorpion ein recht großes Dreieck. Für nur einen kurzen Moment war somit eine größtmögliche Ost-West-Konstellation zu beobachten.

Die Bahn des PROCYON zeigte (ebenso wie auch der Stern ALTAIR und die PLEJADEN), für den nächtlichen Sternenhimmel der Frühbronzezeit, etwa die Halbierung der Himmelskugel und eine mittlere Zeitgrenze an. Der Großkreis des Himmelsäquators könnte demnach bekannt gewesen zu sein.

Acht Zirkumpolarsterne auf Himmelsscheibe von Nebra in Blickrichtung Norden

Langzeitaufnahme von Zirkumpolarsternen.2Langzeitaufnahme. https://pxhere.com/de/photo/1000648

In Blickrichtung Norden liegt der Nordpunkt sozusagen vor unseren Füßen und darüber umkreisen die Zirkumpolarsterne einen damals sternenlosen Nordpol.

Die acht Zirkumpolarsterne der Himmelsscheibe

Im Bereich der nördlichen Hemisphäre der Himmelsscheibe fehlt noch die Bedeutung für die hier hellblau markierten Sterne.
Da über dem Nordpunkt der Nordpol liegt, ermitteln wir auf dem Fotoposter der Himmelscheibe3Liptak, Juraj. Posterdruck, Druckhaus Schütze GmbH, Halle seine Höhe durch den Mittelpunkt der Kreisbahn des äußersten Zirkumpolarsternes (8) VEGA, die den Meridian nur knapp über dem Horizont quert. Auch durch die anderen sieben Zirkumpolarsterne ziehen wir konzentrische Kreise.

alle Zirkumpolarsterne

In der Computerkarte sehen wir, dass die Lage der Sterne niemals mit den Positionen der Sterne der Himmelsscheibe übereinstimmt. Aber die ermittelten Sterne überschreiten den Meridian jeweils in Paaren zeitlich nahe nacheinander, und zwar die >ungeraden< vor den >geraden< Partnersternen, wie auf der Himmelsscheibe: (1) KOCAB / Kleiner Wagen + (4) POLARIS / Kleiner Wagen, (3) ALKAID / Großer Wagen + (2) η-DRACHE / Drache, (5) ETAMIN / Drache + (6) ALDERAMIN / Kepheus, (7) ALPHEKKA / Nördliche Krone + (8) VEGA / Leier.
Zu den hellsten Zirkumpolarsternen gehören ansonsten nur noch die anderen Sterne des Großen Wagens sowie Arcturus.

Vermessen wir nun die einzelnen Abstände der eingezeichneten Kreislinien und vergleichen sie in ihrem Verhältnis zu den Höhenwinkeln der entsprechenden Sterne im Computerprogramm, stellen wir fest, dass diese Werte ziemlich gut übereinstimmen. Wenn wir VEGA als Horizontstern definieren, folgen auch in der Computerkarte zweimal drei Sterne, die enger beieinander kreisen, etwa zwischen 6 bis 17 Grad und 29 bis 33 Grad, während KOCAB auf etwa 44 Grad den Nordpol umrundet.
Die Höhe des Nordpols über dem Horizont entspricht dem jeweiligen Breitengrad; hier 51 Grad.

Zirkumpolarsterne im Meridian und im Zenit zur Bestimmung des Breitengrades

Folgende Reihenfolge und eventuell Höhenwinkel der Sterne sollte man gekannt haben, wenn man in der Frühbronzezeit vom 51. Breitengrad in den Süden oder Norden reiste: VEGA 2°; ALPHEKKA 6°; ALDERAMIN 11°; ETAMIN 17°; POLARIS 29°; ALKAID 32°; η-DRACHE 33°; KOCAB 44° und den Nordpol auf 51°. Die Höhe des Nordpols über dem Horizont ist identisch mit dem Breitengrad des Beobachters.
Ein Reisender brauchte sich nur die Höhe des jeweils untersten hellen Zirkumpolarsterns für seinen Heimatort zu merken. Schließlich gehörte dieser, wenn er nach Süden reiste, bald darauf nicht mehr zu den Zirkumpolarsternen.
Zudem könnten ALDERAMIN aus der großen Dreiecks–Konstellation oder ARCTURUS am besten geeignet gewesen sein, um als Zenitsterne die Heimatregion anzuzeigen.

Einer der Sternenzeiger zeigte den wahren Nord an

Nordzeiger

Einige dieser ermittelten Zirkumpolarsterne standen gleichzeitig fast exakt unter dem Nordpol und bildeten Sternenzeiger. Um 1950 v.Chr. waren in Mitteldeutschland zeitgleich (6) ALDERAMIN auf nur 10,8° und (1) KOCAB auf 43,6° in ihren unteren Konjunktionen zu sehen. Mittels dieser Sterne konnte man hervorragend die Nordrichtung bestimmen.
Eine solche zeitgleiche Kulmination wurde in Ägypten vermutlich schon um 2467 v.Chr. beim Bau der Pyramiden zur Bestimmung des Wahren Nordens genutzt. Dafür zog man die kürzeste Verbindungslinie durch zwei Zirkumpolarsterne lotrecht zum Horizont (Spence, 20004www.zeit.de/2000/47/Cheops%27_Kompass/seite-3).

5 Zirkumpolarsterne bilden zusammen mit den 2 Konstellationen eine Sternenuhr

Zwischen den Meridiandurchgängen von zwei weiteren Sternenzeigern aus (8) VEGA + (5) ETAMIN + (2) η-DRACHE sowie (4) POLARIS + (3) ALKAID vergehen jeweils genau sechs Stunden!
Zeitweise ziehen sie wie alle Sterne auch unsichtbar am Tageshimmel und sie sind somit nur in bestimmten Jahreszeiten zu sehen.

1. Karte: Der Stern (8) VEGA stand direkt im Nordpunkt und bildete mit (5) ETAMIN und (2) η-DRACHE einen Sternenzeiger. Gleichzeitig hatte das Sechseck gerade komplett den Meridian überschritten.
Mit HAMAL / Widder und SPICA / Jungfrau in der West- und Oststellung erreichte kurz darauf der Tierkreis seine Hochstellung.
2. Karte: Wenn (4) POLARIS und (3) ALKAID kulminierten, waren PROCYON und ALTAIR gerade etwa 3° über dem Horizont zu erkennen.
Der Stern ALTAIR aus dem Adler gehörte zur Großen Dreiecks-Konstellation, die somit vollständig wurde. SPICA hatte soeben den Meridian passiert.

Logischer Weise sehen wir nach jeweils sechs weiteren Stunden die vorherigen Zeigersterne auf dem Kopf stehend, in umgekehrter Reihenfolge.

3. Karte: (2) η-DRACHE, (5) ETAMIN und (8) VEGA standen in ihren südlichen Kulminationen über dem Nordpol.
ALTAIR erreichte bald den Meridian und das Dreieck war kurz darauf komplett im westlichen Himmelsviertel zu sehen. CAPELLA aus dem Sechseck war gerade aufgegangen, während SPICA noch kurz vor dem Untergang zu erkennen war.
4. Karte: Wenn der Zeiger aus (3) ALKAID und (4) POLARIS gleichzeitig unter dem Nordpol stand, war PROCYON exakt über dem Ostpunkt zu sehen. Diese drei Sterne bildeten einen rechten Winkel.

Übrigens sind die beiden Goldplättchen für POLARIS und das mehrfach belegte Symbol im Ostpunkt größer als die anderen Sterne der Himmelsscheibe von Nebra!

Erkenntnisse anhand der zwei Sternenzeiger aus Zirkumpolarsternen

An dieser Stelle wird deutlich, dass der Himmel insgesamt als dreidimensionales Gewölbe wahrgenommen wurde. Denn jetzt werden die Blickrichtungen Norden und Süden nicht mehr getrennt beobachtet. Die Nord- und Südansichten auf der Himmelsscheibe dienen lediglich dazu die vielen Informationen zu sortieren und verständlich darzustellen. Daher mussten die Konstellationen aus der Sicht eines aufrechtstehenden Betrachters wiedergegeben werden.

Betrachten wir den kompletten Nachthimmel zum Zeitpunkt eines Sternenzeigers über dem Nordpunkt fällt auf, dass wir die 1. und 2. Sternenkarte schon zuvor kennengelernt haben. Damals hatten wir die großen Nord-Süd- und Ost-West-Konstellationen mit dem Sechseck und dem Dreieck entdeckt. Allerdings kannten wir die Zirkumpolarsterne zu der Zeit noch nicht!

Auf der Himmelsscheibe von Nebra ist eine Sternenuhr oder 4x eine Viertel Umdrehung des Sternenhimmels dargestellt

Alle 4 Sternenzeiger Sternenuhr

Der Schöpfer der Himmelsscheibe hatte den Mechanismus einer kompletten Sternenuhr entdeckt. Durch diese harmonische und einmalige Himmelsmechanik ließ sich ein Tag theoretisch in vier gleiche Teile teilen. Aber natürlich überstrahlte das Sonnenlicht je nach Tageslänge zwei oder auch drei Sternenzeiger.

In der längsten Nacht des Jahres, zur Wintersonnenwende, konnten die Sternenzeiger “VEGA im Nordpunkt“ (1. Karte) und “POLARIS unterhalb von ALKAID“ (2. Karte) beobachtet werden. Um die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche sah man nur “POLARIS unterhalb ALKAID“ (2. Karte). Zur Sommersonnenwende war nur den Sternenzeiger “VEGA oberhalb des Nordpols“ (3. Karte) sichtbar. Und während der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche erschienen “ALKAID unterhalb von POLARIS“ (4. Karte) und “VEGA im Nordpunkt“ (1. Karte).

Anhand von Sternenzeigern erkennt man die Tages- und Jahresbewegungen der Fixsterne

Beobachten wir den Nordhimmel in unseren gemäßigten Breiten, in Abständen von etwa einer Stunde, erkennen wir zuerst, dass der Große Wagen und mit ihm alle Gestirne scheinbar einmal pro Tag, entgegen dem Uhrzeigersinn, um den Himmelsnordpol fährt. Für eine Viertelkreisbewegung vergehen genau 6 Stunden.
Verfolgen wir aber die Stellung eines Sternenzeigers immer etwa zur selben Nachtstunde im Laufe eines ganzen Sonnenjahres. In dem Fall nehmen wir auch zwischen den Solstitien und den Äquinoktien immer eine Viertel Drehung wahr.

Mit einer Sternenuhr, die den Nordpol als Zentrum hat, erkennt man also am einfachsten die Tages- und Jahresbewegung des Sternenhimmels. Und sogar schon in der Frühbronzezeit konnten die Astronomen an den Stellungen bestimmter Fixsterne die vier Viertel-Himmelsdrehungen ablesen. Oder könnten sogar schon vier Viertel-Tageslänge von Interesse gewesen sein?

4 Minuten Sternenzeit

Ausnahmslos benötigen alle Fixsterne nur rund 23 Stunden und 56 Minuten bis sie wieder ihren Ausgangspunkt, entweder über dem Süd- oder Nordpunkt, erreichen.
Doch nur bei den Zirkumpolarsternen ist der >tägliche Umschwung< auch komplett zu sehen. Ein Sternenzeiger wandert also täglich um etwa 4 Minuten (Sternenzeit) zu unserer Uhrzeit weiter.

Alle anderen Sterne gehen jeden Tag 4 Minuten später im Osten auf und im Westen unter.

Die Sonne hingegen benötigt aus geozentrischer Sicht circa 4 Minuten länger, bis sie eine Runde zum südlichsten Fixpunkt zurückgelegt hat. Das liegt daran, dass die Erde das Zentralgestirn in einem Jahr umrundet, also täglich rund 1 Grad der Kreisbahn. Deshalb muss sich unser Planet täglich noch ein Stück über die eigene Umdrehung hinaus weiterdrehen.

Die zeitliche Verfrühung der Sterne fällt uns natürlich nicht auf, da wir keine Sternenbahnen vermessen und wir unsere Uhren nach dem Sonnenlauf richten.

Wurde die Himmelsscheibe von Nebra beerdigt, weil die Sterne auf Grund der Präzession ihre Bedeutung verloren haben?

Das ganz Besondere an dieser Uhr aus Sternenkonstellationen war zudem, dass einige der in den 4 Himmelskarten ermittelten Sterne in direkter Horizontnähe standen. Dadurch öffnete sich jeweils ein größtmöglich definiertes >Himmelsfenster<, das in vielen Nächten nur für einen kurzen Moment sichtbar war!

Da sich durch die Präzession in einem gewissen Zeitraum besonders auffällig die Sterne in Pol- und Äquatornähe verschieben, konnte der Schöpfer der Himmelsscheibe der Nachwelt einen ziemlich exakten Zeitpunkt hinterlassen, wann die Scheibe hergestellt wurde. Von 1950 bis 1600 v.Chr. hatten sich die vier definierten >Himmelsfenster< der Sternenuhr und vor allem auch ein Teil der Tierkreissterne verschoben. Diese Veränderung begrenzt die zeitliche Nutzungsdauer der Himmelsscheibe, die am Anfang dieses Artikels erwähnt wurde. Ebenso wurde der Nordzeiger in seiner Verwendung ungeeigneter.

Somit könnten zum Zeitpunkt der Beerdigung der Himmelsscheibe von Nebra die zeitlichen Erscheinungen und Beziehungen der Sterne nicht mehr zutreffend gewesen sein. Das astronomische Bildprogramm war ungültig, es hatte seine Bedeutung verloren.

Der helle Zirkumpolarstern VEGA stand damals direkt im Nordpunkt auf nur etwa 0,03° Altitude. Deshalb könnte er besonders schnell von einem Zirkumpolarstern zu einem unterläufigen Stern geworden sein. Gleichfalls ist es möglich, dass die Präzessionsbewegung auch bei ALTAIR und PROCYON aufgefallen war. Denn in dem Fall könnten sich ihre heliakischen Auf- und Untergänge zeitlich um einen Tag verschoben haben.

So würden die Sterne der Himmelsscheibe von Nebra vermutlich heutzutage heißen

Himmelsscheibe offenbart Himmelsmechanik

Nun haben wir den goldenen Sternensymbolen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die entsprechenden Sterne zuordnen können. Schließlich waren die zwei großen Konstellationen sogar zusammen mit Sternenzeiger zu sehen, also mindestens 6 bis 10 Sterne gleichzeitig.
Und auch den sternenlosen und daher unsichtbaren Nordpol haben wir definieren können. Dies ist besonders wichtig, da dieser nachfolgend noch zweimal durch andere Ergebnisse eindeutig bestätigt wird!
Zudem komplettieren bisher die Tierkreissterne, die Planeten sowie verschiedene Aspekte der Sonne und des Mondes unsere Erkenntnisse um die Himmelsmechanik! …

Zwei zentrale Goldelemente der Himmelsscheibe von Nebra zeigen Eigenschaften von Sonne und Mond

Der Innen- und Außenradius der Sichel.

Die beiden großen Goldelemente der Himmelsscheibe zeigen widersprüchliche Aussagen, die vermutlich beabsichtigt sind, um mit nur zwei Symbolen alle sichtbaren Erscheinungsformen von Sonne und Mond aufzuzeigen.

Sonne oder Vollmond

„Gott erschafft die Sonne und den Mond“ (Mark5https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/?ref=openverse)

Zu den zwei großen und zentralen Symbolen der Himmelsscheibe von Nebra gibt es verschiedene Hypothesen, die einige charakteristische Merkmale der beiden wichtigsten Gestirne, Sonne und Mond, zutreffend beschreiben.

Unter anderem spricht für die Sonne, dass die Kreisscheibe am Rand eine Strichelung aufweist, die wie eine Korona anmutet (Wunderlich, 20046Wunderlich, Christian-Heinrich (2004). Vom Bronzebarren zum Exponat – Technische Anmerkungen zu den Funden von Nebra. Der geschmiedete Himmel. Konrad Theiss Verlag. S. 40).

Widerspruch: Die visuelle Größe der Mond- und Sonnenscheibe ist von der Erde aus gesehen nahezu identisch. Jedoch wurde die goldene Sichel ungefähr 25% größer als die Kreisscheibe dargestellt.

Zunehmende Mondsichel

Vergleich zweier Mondphasen anhand deren Innen- und Außenradien.
Vergleich zweier Mondphasen anhand deren Innen- und Außenradien7Cidadao, Antonio. Fotos von Mondphasen. wiki.astro.com/astrowiki/de/Datei:Mondphasen.jpg

Der Innenradius des Sichelsymbols passt zu der manchmal sichtbaren unbeleuchteten Seite einer 4,5 Tage alten Mondsichel, die in ihrer Größe dem vertrauten Vollmond entspricht und kurz nach Sonnenuntergang im Westen zu sehen ist. Schon bei einer sechs Tage alten Sichel ist der Radius viel größer und elliptisch.

Widerspruch: Durch den Mond (= Sichel + unbeleuchteter Teil) würden die dahinter befindlichen Sterne verdeckt. Auf der Himmelsscheibe dürften innerhalb des blauen Kreises keine goldenen Sterne dargestellt sein.

Mondfinsternis

der große Schattenradius der Erde
Mondfinsternis8Birkner, Alexander. Foto einer Mondfinsternis. www.kernschatten.info/home.htm

Da auf der Himmelsscheibe die Sichel größer dargestellt ist als die Kreisscheibe, könnte sie auf das besondere und seltene Ereignis eines sich verfinsternden Vollmondes hinweisen.
Eine Mondfinsternis findet immer bei Vollmond statt, wenn der Mond gerade im Osten aufgeht und die Sonne im Westen untergeht oder andersherum. Die Sonne steht also genau gegenüber vom Mond und die Erde steht (wir stehen) dazwischen. Also muss sich etwas vor das Sonnenlicht schieben, damit der Mond die Sonnenstrahlung nicht mehr reflektieren kann. Der aufziehende Mondschatten kann somit nur der Schatten der Erde sein, weil diese (mit dem Beobachter) mittig zwischen Sonne und Mond steht und diese ist dann rund!

Widerspruch: Auf der Fotomontage mit der Mondfinsternis sieht man im direkten Vergleich, wie riesig der Erdschatten ist, und dass dieser nicht zum Innenradius der goldenen Sichel passt.

Sonnenfinsternis

Die goldene Sichel hat vor allem auch Eigenschaften, die auf eine totale Sonnenfinsternis hinweisen.
Vollendet man den Außenradius der Sichel, ist dies die komplette Kreisform des Gestirns, egal ob Mond oder Sonne. Damit sind in jedem Fall die fünf dahinter befindlichen Sterne verdeckt!

Der Zeitpunkt, wann in der Bronzezeit eine partielle oder totale Finsternis eintrat, lässt sich aufgrund der ungleichmäßigen und unberechenbaren Erdrotation nicht genau bestimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Fürst von Leubingen, der um 1942 v.Chr. beigesetzt wurde, auch eine zentrale Sonnenfinsternis gesehen haben könnte, ist aber durchaus gegeben.

Toltale Sonnenfinsternis mit sichtbaren gewordenen Planeten
Sonnenfinsternis vom 31. August 1932. Foto: Robert Henseling.

„Das Foto zeigt die totale Sonnenfinsternis vom 31. August 1932 sowie die Planeten Jupiter, Merkur, Venus und Mars (von links nach rechts) am verdunkelten Taghimmel“ (Henseling, um 19329Henseling, Robert (um 1932). Kosmische Heimat. Verlag der Eiserne Hammer.).
Wie auf der Himmelsscheibe sind bei einer Sonnenfinsternis Gestirne sichtbar, die eigentlich unsichtbar sind!! Dieser Widerspruch hebt sich nur bei einer Sonnenfinsternis auf!

Widerspruch: Bei einer Sonnenfinsternis ist die verdunkelnde Mondscheibe etwa so groß wie die Sonne, da aber der Innenradius der goldenen Sichel viel größer ist, kann es sich doch nicht um eine Sonnenfinsternis handeln.

Die beiden Randbögen der Himmelsscheibe von Nebra symbolisieren die Auf- und Untergangsbereiche von Sonne und Mond

Pendelbereiche der Sonne am Horizontkreis

Prof. Wolfhard Schlosser hat erkannt, dass die randlichen Objekte der Himmelsscheibe von Nebra die Pendelbereiche der Sonne darstellen.

„Die beiden randlichen Objekte der Himmelsscheibe von Nebra, von denen nur eines erhalten ist, deuten wir als sogenannte Horizontbögen, sie zeigen die Pendelbereiche der Sonne. … Aus den 29 Randlöchern und unkorrodiert erscheinenden Randpartien wurde der Scheibenmittelpunkt M abgeleitet. … Der Winkel von M nach C und D ist etwa 5 – 6 Grad kleiner als nach A und B; er entspricht dem optisch wahrgenommenen Unterschied der Sonnenauf- und Untergänge. Aus astronomischer Sicht würde das bedeuten, dass auf der Scheibe Norden oben und Süden unten ist. Aus dem Winkel der Horizontbögen von 81 – 82 Grad ergibt sich eine geografische Breite für den optimalen Nutzungsort der Himmelsscheibe. Sie verläuft etwa durch Magdeburg (52. Breitengrad), liegt also leicht nördlich vom Fundort“ (Schlosser, 200510Schlosser, Wolfhard. Die Himmelsscheibe von Nebra – Astronomische Untersuchungen. Der geschmiedete Himmel. Konrad Theiss Verlag.).
Durch die Horizontbögen lassen sich laut W. Schlosser exakte Himmelsrichtungen festlegen. Aber diese vertauschen unsere bisher ermittelt Richtungen, Norden mit Süden und Osten mit Westen.

Für die unterschiedlichen Zuordnungen der Himmelsrichtungen gibt es nur eine sinnvolle Erklärung:

Die Goldbögen symbolisieren die Bewegungen Sonne am Tage. In der Nacht hingegen, auf der anderen Seite der Erdkugel, herrschen die Sterne. Und der Mond ist ein Wandler der beide Bereiche miteinander verbindet und komplett passieren kann.

Pendelbereiche des Mondes am Horizontkreis

2. Phase Mondwenden

Harald Gränzer11Gränzer, Harald. Das goldene Tor der Ekliptik. www.analogika.info/nebra/interpret.html hat festgestellt, dass „die beiden Horizontbögen jeweils an ihren beiden Enden durch deutlich lineare Abschlüsse begrenzt werden. Diese Begrenzungen weisen alle deutlich in eine einzige Richtung. Die einzige Ausnahme bildet der nördliche Abschluss des östlichen Bogens, der in drei linearen Begrenzungen abschließt.“

Norbert Gasch12Norbert Gasch, Eine vollständige Interpretation. www.astronomie.de/bibliothek/artikel-und-beitraege/himmelsscheibe-von-nebra/eine-astronomische-interpretation/ schreibt: „Jetzt zeigt sich, dass sich diese Randbögen auch anders interpretieren lassen, und zwar als Mondwenden. … Geht man indessen davon aus, dass die auffällige runde Markierung, allgemein als Sonne verstanden, das Zentrum der Betrachtung darstellt, wodurch man sich durch die Führung der oberen und unteren radialen Kanten der beiden Bögen auch veranlasst sehen kann, so ergeben sich zwei Winkel, die 109 und 66 Grad weit sind. Die mathematische Berechnung führt im Mittel zu einer geographischen Breite von 53,5 Grad, die refraktions- und parallaxenbereinigt etwa 52,6 Grad Nord ergibt.“

Anmerkungen: Mathematische Berechnungen der geographischen Breite können nur ein ungefähres Ergebnis liefern, da die Höhe des Horizontrandes mit eingerechnet werden muss. Allerdings wissen wir bisher nicht, wo die Himmelsscheibe von Nebra tatsächlich gefertigt wurde.
Und die von Norbert Gasch berechneten Winkel der Mondwenden kann man nur von der Erde aus. Doch er ermittelt sie vom Zentrum der Kreisscheibe, die allgemein als Sonne interpretiert wird.

Unterschiedliche Indizien sprechen dafür, dass man sich die goldene Kreisscheibe auch als Erde vorzustellen muss.

Vom Mittelpunkt der Kreisscheibe lassen sich drei 30 Gradwinkel, der Zenit und der Nordpol auf 51 Grad ermitteln

Die wichtigsten astronomischen Winkel

In einer Abbildung der Himmelsscheibe von Nebra kennzeichnen wir wieder die uns inzwischen bekannte Stelle des Nordpols und ziehen von dort eine Verbindungslinie zum Mittelpunkt der Kreisscheibe. Von diesem Mittelpunkt ausgehend tragen wir 51° vom Nordpol nach rechts ab und zeichnen die Horizontlinie. Und von der anderen Seite des Himmelspols ermitteln wir 39° entfernt den Zenit. Durch ihn erstreckt sich eine Verbindungslinie vom Mittelpunkt der goldenen Scheibe exakt bis zu einem Ende einer linearen Begrenzung des Horizontbogens! Daran schließen sich drei 30°-Winkel an, die ebenfalls durch Verbindungslinien zu den Spitzen der Sichel oder deren Mittelpunkt begrenzt sind.

Der Viertelkreis mit den 30°-Segmenten erinnert an einen Quadranten, der zur Höhenmessung der Gestirne über dem Horizont genutzt wurde. Denn, knicken wir eine Abbildung der Himmelsscheibe an der Horizontlinie und falten den >dunklen Nachtbogen der Sonne< nach hinten weg, so erhalten wir einen Querschnitt durch das Himmelsgewölbe. Wir blicken sozusagen nach Westen. Danach falten wir die Abbildung noch an der Linie, die durch den Zenit führt . Dadurch wird der Halbkreis jedoch nicht mittig geteilt. Aber dafür erhalten wir abschließend ein nahezu perfektes 90°-Kreissegment, das in drei 30°-Winkel unterteilt ist.

Vielleicht wurde die goldene Sichel größer als die Kreisscheibe dargestellt, um den Nordpol, den Zenit und die Höhenmessung der Gestirne darzustellen.

Fazit: Die goldene Kreisscheibe im Zentrum der Himmelsscheibe symbolisiert neben der Ansicht von Sonne und Mond auch eine Aufsicht auf die Erde. Demzufolge wurde vom Standort im Zentrum des Horizontkreises die Höhe des Nordpols auf 51° ermittelt; also vom 51. Breitengrad aus! Die Höhe des Nordpols über dem Horizont ist identisch mit der geographischen Breite am Standort des Beobachters. Außerdem waren die Winkelabstände 90° beziehungsweise 3x 30°, jeweils vom Horizont in Richtung Zenit, von Interesse.

Der gefiederte Goldbogen der Himmelsscheibe von Nebra scheint den Jahreslauf der Sonne darzustellen

3. Phase Sonnenbogen

Der nachträglich ergänzte Goldbogen könnte für den Jahreslauf der Sonne, mit den unterschiedlichen Tageslängen und Umlaufhöhen stehen: Die eingeschlagen kurzen Kerbstriche an den Längsseiten könnten Sonnenstrahlen andeuten. Und durch die zwei ins Goldblech eingeritzten parallellaufenden Linien entstehen drei Bögen, die von innen nach außen immer länger und dicker werden. Der Bogen vom unteren Rand bis zur ersten Linie könnte die niedrigen und kurzen Sonnentagesbögen des Winters, der mittlere Bogen die länger oder kürzer werdenden Tage bis oder von den Äquinoktien und der breiteste Bogen die langen Sommertagesbögen symbolisieren!

Der Jahreslauf der Sonne

Um die auffällig schiefe und asymmetrische Stellung des goldenen Sonnenbogens zu untersuchen, stellen wir uns wieder in die Mitte der Himmelsscheibe und um uns herum ist der Horizontkreis. Der östliche Horizontbogen entspricht dem täglichen Sonnenaufgang, der Sonnenbogen dem Höchststand, die Kontur des fehlenden Horizontbogens dem Sonnenuntergang und der Rand ohne goldene Elemente, der Seite, an der niemals die Sonne zu sehen ist (der Nachtbogen der Sonne).

Wenn wir denselben vier Randbereichen die Jahreszeiten zuweisen erreicht der Sonnenbogen in der Mitte des Lochabschnittes >Sommer< seinen Höchststand. Ordnen wir diesen elf Löchern nun jeweils einen Monat zu, stellen wir fest, dass die Schiefstellung des Sonnenbogens in Bezug zur Lebensenergie auf der Erde gesehen werden könnte. Denn je mehr sich der Bogen dem Rand nähert, umso größer ist die Helligkeit und vor allem die Wärme oder Intensität der Sonne, in Bezug zu den entsprechenden Monatslöchern.

Weitere versteckte Hinweise und Beziehungen des Sonnenbogens

3. Herstellungsphase: Die versteckten Hinweise des Sonnenbogens

Die Verbindungslinie zwischen den Enden des kreisförmigen Goldbogens schneidet den Meridian in unserem unsichtbaren Nordpol!

Dies ist der 3. unabhängige Hinweis auf den Nordpol!

Außerdem meint Harald Gränzer13Gränzer, Harald. Das goldene Tor der Ekliptik. www.analogika.info/nebra/interpret.html, dass ein lineares Ende des Sonnenbogens wieder auf die Mitte der goldenen Kreisscheibe zeigt. Und das andere Ende könnte auf den eigenen Mittelpunkt seines Außenkreises weisen.
Dieser Kreis und der Schattenradius der Sichel haben exakt den gleichen Durchmesser und die Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten bildet, mit der Geraden des Sonnenbogens, einen rechten Winkel.

Aufgrund dieser Auffälligkeit entwickelte Burkhard Steinrücken Die dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra14Steinrücken, Burkhard (2010). Die Dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra. Der Griff nach den Sternen – Internationales Symposium in Halle (Saale) 16.–21. Februar 2005. S. 935–945.: „Die mathematische Analyse der Form und Lage der Bildsymbole auf der Himmelsscheibe lässt auf eine erstaunliche Vielfalt von Symmetrien und geometrischen Prinzipien bei ihrer Gestaltung schließen. …”

Lochgruppierungen am Rand der Himmelsscheibe von Nebra könnten auf ein Kalendersystem hinweisen

Elf Mondmonate zu rund 29,5 Tagen

Die Löcher am Rand der Himmelsscheibe könnten als Zählkalender genutzt worden sein.

Die Löcher, die in der letzten Herstellungsphase eingeschlagen wurden, könnten für Markierungen genutzt worden sein, um die Tage und Mondmonate von einem Sonne-Mond-Jahr zu zählen. Sie sind durch die Horizontbögen in die Zahlengruppen 9, 11, 9, 10 eingeteilt.

Wir legen für den nachfolgenden Zählkalender den Kalenderbeginn, wie heutzutage, auf den 1. Januar, da sich dieser Termin als am zutreffendsten herausgestellt hat. Am ersten Tag stecken wir eine Nadel in das erste Loch  unten am noch vorhandenen Horizontbogen und zählen 29 Tage nach rechts ab (9, 11, 9, 11, 9 – orangene, grüne und rote Zahlengruppen). Da aber ein Monat 29,5 Tage hat, müssen wir zusätzlich mit einer Nadel am unteren Rand (blaue Zahlen) den fehlenden halben Tag festhalten. Für einen ganzen Mondmonat stecken wir nun eine >Monatsnadel< in das erste Monatsloch, links nach dem oberen Ende des goldenen Horizontbogens (grüne Zahlen).

Jeden 2. Monat werden, nach 29,5 Tagen, die zwei Nadeln der halben Tage entfernt und als zusätzlicher Tag gezählt. Der 2., 4., 6., 8. und 10. Monat hat also 30 Tage, wodurch die Lichterscheinungen des Mondes immer gleichbleiben. Es ist also auch möglich Vollmond, Halbmond oder Neumond im ersten Monat mit einer eigenen Markierung zu versehen, da sie für ein Sonnenjahr gültig bleiben und nicht weitergerückt werden müssen.
Auf diese Weise setzen wir die Nadeln weiter bis die Monatsnadel im elften Loch steckt und 6x 29 + 5x 30 Tage, also 324 Tage, vergangen sind. Unser 21. November wäre damit der Beginn des 12., des dunkelsten Monats.

Der zwölfte Monat und elf besondere Tage

Da aber für den zwölften Monat kein Loch mehr in der Nähe des Sonnenbogens vorgesehen ist, müssen die 30 Tage und die 11 fehlenden Tage zum Sonnenjahr zusammengezählt werden. Für diese 41 Tage bieten sich zwei Steckmöglichkeiten an. Entweder zählen wir die Monatstage zuzüglich des 30. Tags, wie gewohnt und ergänzen die 11 Monatslöcher als Tage. Oder wir verlängern gedanklich den zum Ende hin abgeflachten äußeren Kreisbogen des Sonnenbogens und treffen dieser Linie folgend auf das untere Ende des nicht mehr vorhandenen Horizontbogens. Dort zählen wir zuerst die 10 dunkelsten Tage am unteren Rand der Bronzescheibe in Richtung Sonnenaufgang, wandern 9 Tage lang den Morgendämmerungsbogen hinauf und beenden den Monat mit den 11 Tagen oberhalb des Sonnenbogens. Bei dieser Zählweise entspricht der letzte Tag der Mondmonate der Wintersonnenwende, von dem aus die 11 zusätzlichen Tage zum Sonnenjahr noch einmal beim Sonnenbogen gezählt werden.

An diesen Tagen könnte die Vollendung des Jahres und der Sieg der Sonne über die Dunkelheit gefeiert worden sein. Sie können dem alten oder dem neuen Jahr zugerechnet worden sein, denn entweder begann das neue Jahr zur Wintersonnenwende oder am >1. Januar<.

Der Steinkreis von Stonehenge könnte wie die Himmelsscheibe von Nebra ein Kalendersystem aufzeigen

Die Sarsen- und Blausteine zeigen nicht nur Extremstellugen von Sonne und Mond, sondern sie können auch verschiedene Kalenderfunktionen haben.

Stonehenge könnten von Sonnen- und Mondanhängern, auch als gemeinsam genutzter heiliger Ort, zur Darstellung ihrer Kalendersysteme errichtet worden sein: Denn die Sarsensteine hatten bei ihrer Errichtung einen natürlichen rötlichen Schimmer, was auf einen Bezug zur Sonne hinweisen könnte. Die Blausteine stammen alle aus einem Quellgebiet und könnten, ebenso wie der grünliche Altarstein von der Küste, die Mondeigenschaften symbolisieren, da der Mond einen sichtbaren Einfluss auf das Wasser hat.

Ein reines Sonnenjahr könnte an den 30 Sarsensteinen in ganzen Tagen eines aufgerundeten Monats gezählt worden sein. Einen reinen Mondkalender würde man anhand der Erscheinungsform des Mondes zählen, aber dann müsste allerdings etwa alle 4 Jahre ein Schalttag einfügt werden.

Ein gebundenes Mondjahr oder Lunisolarjahr könnte man auf verschiedene Methoden mittels der 60 Blausteine im Vollkreis gezählt haben. Dazu brauchte man beispielsweise nur die Öffnungen hin- und zurückzählen und zu den 354 Tagen die 10 Sarsensteine und den Altarstein ergänzen.

Die Blausteine im Hufeisen könnten die großen oder kleinen Mondwenden anzeigen, die alle 18,6 Jahre stattfinden und am besten zum ganzzahligen Zählrhythmus von 9-10-10-9-9-10 … passen (wie die Lochabschnitte auf der Himmelsscheibe). In diesem Rhythmus blieben auch die Finsterniserscheinungen von Sonne und Mond über einer bestimmten Visierlinie für etwa 300 Jahre nahezu gleich.

Weiterlesen: Stonehenge


  • 1
    Meller, Harald (2005). Der geschmiedete Himmel. In: Der geschmiedete Himmel. Konrad Theiss Verlag. Und www.lda-lsa.de ↩︎
  • 2
  • 3
    Liptak, Juraj. Posterdruck, Druckhaus Schütze GmbH, Halle ↩︎
  • 4
    www.zeit.de/2000/47/Cheops%27_Kompass/seite-3 ↩︎
  • 5
    https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/?ref=openverse ↩︎
  • 6
    Wunderlich, Christian-Heinrich (2004). Vom Bronzebarren zum Exponat – Technische Anmerkungen zu den Funden von Nebra. Der geschmiedete Himmel. Konrad Theiss Verlag. S. 40 ↩︎
  • 7
    Cidadao, Antonio. Fotos von Mondphasen. wiki.astro.com/astrowiki/de/Datei:Mondphasen.jpg ↩︎
  • 8
    Birkner, Alexander. Foto einer Mondfinsternis. www.kernschatten.info/home.htm ↩︎
  • 9
    Henseling, Robert (um 1932). Kosmische Heimat. Verlag der Eiserne Hammer. ↩︎
  • 10
    Schlosser, Wolfhard. Die Himmelsscheibe von Nebra – Astronomische Untersuchungen. Der geschmiedete Himmel. Konrad Theiss Verlag. ↩︎
  • 11
    Gränzer, Harald. Das goldene Tor der Ekliptik. www.analogika.info/nebra/interpret.html ↩︎
  • 12
    Norbert Gasch, Eine vollständige Interpretation. www.astronomie.de/bibliothek/artikel-und-beitraege/himmelsscheibe-von-nebra/eine-astronomische-interpretation/ ↩︎
  • 13
    Gränzer, Harald. Das goldene Tor der Ekliptik. www.analogika.info/nebra/interpret.html ↩︎
  • 14
    Steinrücken, Burkhard (2010). Die Dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra. Der Griff nach den Sternen – Internationales Symposium in Halle (Saale) 16.–21. Februar 2005. S. 935–945. ↩︎

1.1 Die fünf Herstellungsphasen der Himmelsscheibe von Nebra

Phase 1-5. Die Elemente des Nachthimmels werden später durch Symbole für den Taghimmel erweitert.

Zuerst wurden 32 Sternensymbole, eine Kreisscheibe und eine Sichel aus Goldblech in die Bronzescheibe eingelegt. Dann ergänzte man an zwei gegenüberliegenden Seitenrändern goldene Randbögen, die drei Sterne verdeckten. Danach wurde ein goldener kreisrunder Sonnenbogen hinzugefügt, an dessen Längsseiten kleine Kerbstriche zu sehen sind. Zum Schluss sind am Rand der Bronzescheibe Löcher eingeschlagen worden, die auch in den vorhandenen Goldbögen zu sehen sind. Irgendwann ging einer der beiden Randbögen verloren oder er wurde entfernt, was als weitere Phase gilt.

Die Himmelsscheibe von Nebra und ihre Datierung

1.2 Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als weltweit älteste konkrete Abbildung des Sternenhimmels

Die frühbronzezeitliche Himmelsscheibe wurde 1999 von Raubgräbern auf dem Mittelberg bei Wangen / Nebra in Sachsen-Anhalt gefunden.

„Als ältestes mögliches Datum für die Herstellung der Himmelsscheibe erscheint uns der Beginn des 2. Jahrtausends plausibel. […] Die maximale Nutzungsdauer hätte etwa 400 Jahre, die minimale etwa 100 Jahre betragen. […] Unstrittig ist, dass die Himmelsscheibe zusammen mit den Beifunden um 1600 v.Chr. deponiert wurde“ (Meller, 2005: 301 Harald Meller, 2005. Der geschmiedete Himmel. Theiss-Verlag.).

Der Sternenhimmel um 1.950 v.Chr.

  • 1
    Harald Meller, 2005. Der geschmiedete Himmel. Theiss-Verlag. ↩︎

1.3. Sterne des Tierkreises etwa an den Enden und in der Mitte der Horizontbögen

Die Sternenpaare, die in der Zeichnung der Himmelsscheibe orange markiert und durch Linien miteinander verbunden sind, könnten jeweils den Anfang und das Ende der Extremstellungen des Tierkreises anzeigen.

Jeweils zwei helle Sterne aus dem Tierkreis waren in den Nächten der Solstitien und Äquinoktien, ungefähr zeitgleich nach Sonnenuntergang, im Osten und Westen zu sehen:
Spica / Jungfrau + Hamal / Widder
Hamal / Widder + Zubenelgenubi / Waage
Deneb Algedi / Steinbock + Regulus / Löwe
Castor / Zwillinge + Nunki / Schütze

Sterne der 4 Extremstellungen des Tierkreises

Es wurden auf der Himmelsscheibe vermutlich zuerst die Extremstellungen der Sonne anhand heller Sterne des Tierkreises dargestellt.

1.4. Die fünf mit bloßem Auge sichtbaren Planeten

Zwei von den in der Zeichnung grün markierten Sternen scheinen die Inneren Planeten Merkur und Venus darzustellen, die immer in Horizont- bzw. Sonnennähe zu sehen sind. Denn diese umrunden die Sonne auf kleineren Kreisbahnen als die Erde. Daher sieht es von der Erde so aus als würden sie nur morgens oder abends seitlich der Sonne hin und her pendeln.
Hingegen können die Äußeren Planeten Mars, Jupiter und Saturn außerhalb der Sonnenbahn, auf ihren kompletten Kreisbogen gesehen werden. Somit erreichen diese auch im Süden ihren Höchststand.

Alle Wandelsterne ziehen, ebenso wie Sonne und Mond, vor den hellen Sternen des Tierkreises ihre Bahnen. Und zwar jeweils in ihrer eigenen Zeit, Bewegung und Höhe entlang der gemeinsamen unsichtbaren Mittellinie, der Ekliptik.

Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten vor dem Hintergrund des Tierkreises

Es wurden auf der Himmelsscheibe vermutlich zuerst die Extremstellungen der Sonne anhand heller Sterne des Tierkreises dargestellt.

1.5. Blick in das südliche Himmelsgewölbe der Bronzezeit

Zwischen zwei großen Sternenkonstellationen vergingen genau 6 Stunden.

Je höher die rot markierten Sterne der Himmelsscheibe über der grünen waagrechten Horizontlinie stehen, umso nördlicher sind sie zugleich. Die senkrechte Linie stellt den Meridian dar; ein Großkreis, der von jedem Standort aus theoretisch die Erde durch beide Himmelspole umspannt.

Drei helle Sterne zeigten in der Frühronzezeit für wenige Minuten etwa ein Viertel des in dem Moment sichtbaren Sternenhimmels an.

Im südöstlichen Viertel der Bronzescheibe wurde scheinbar eine größtmögliche Ost-West-Konstellation verbildlicht. Ein Dreieck aus Arcturus / Bärenhüter, Antares / Skorpion und Altair / Adler, der soeben nahe dem Ostpunkt aufgegangen war.
Zeitgleich stand ihm der letzte Stern des Wintersechsecks Procyon (1x) / Kleiner Hund nahe dem Westpunkt gegenüber, direkt vor seinem Untergang. Und über dem Nordpunkt standen die beiden Deichselsterne vom Kleinen und Großen Wagen übereinander, Polaris und Alkaid.

Im südwestlichen Himmelsgewölbe war ˈunser Wintersechseckˈ zu sehen; Capella / Fuhrmann, Pollux / Zwillinge, Aldebaran / Stier, Procyon (2x) / Kleiner Hund, Rigel / Orion und Sirius / Großer Hund.
Zeitgleich befanden sich Vega / Leier im Nordpunkt und Deneb / Schwan etwas weiter westlich am Horizont. – Durch die jeweiligen dazugehörigen Sterne am nördlichen Horizontrand konnten die Positionen der Konstellationen exakt definiert werden.

Anhand dieser Dreieck- und der Sechseck-Konstellation war es dem Schöpfer der Himmelsscheibe damals möglich zwei gleichgroße Viertel des Himmelsgewölbes und eine Viertel Umdrehung desselben zu definieren.

Achtung: In stereographischen Computerkarten stimmen die Winkel der Sternbilder, aber dafür leider nicht die Abstände, die zum Rand hin immer größer werden. Das liegt daran, dass ein dreidimensionales Ereignis immer nur zweidimensional dargestellt werden kann.

Procyon zeigt den Himmelsäquator an

1.6. Blick in das nördliche Himmelsgewölbe

Die hellblau markierten Sterne scheinen die Zirkumpolarsterne zu symbolisieren. Damals umkreisten sie einen sternenlosen Himmelsnordpol.

Wenn wir auf der senkrechten grünen Linie, dem Meridian, von allen hellblau markierten Sternen den Mittelpunkt ihrer Kreisbahnen ermitteln, müsste dies die Position des Nordpols (1x) auf der Himmelsscheibe von Nebra sein.
Die Höhen und Abstände der ermittelten Bahnen ähneln den Angaben im Computerprogramm STELLARIUM. Für den 51. Breitengrad wären es die hellen Sterne: Vega auf der niedrigsten Umlaufhöhe von 2°, Alphekka 6°, Alderamin 11°, Etamin 17°, Polaris 29°, Alkaid 32°, η- Drache 33°, Kocab 44° und der Nordpol auf 51°.
Zur Überprüfung dieser Angaben bietet sich ein Poster von der Himmelsscheibe von Nebra an: Poster DIN A2

Die acht Zirkumpolarsterne

1.7. Eine Sternenuhr und 3x Procyon

In der Frühbronzezeit bildeten einige der zuvor ermittelten hellen Zirkumpolarsterne zweimal mit dem Nordpol nahezu gerade Linien, sogenannte Sternenzeiger.

Am auffälligsten waren die Sterne Vega, Etamin und η -Drache, als sie etwa zeitgleich im Meridian übereinander zu sehen waren. Dann erreichten exakt 6 Stunden später Polaris und Alkaid diese Position. Nach weiteren 6 Stunden stand erst der eine, dann der andere Sternenzeiger auf dem Kopf.
Doch das ist noch nicht alles, denn zweimal definierten die Astronomen zeitgleich mit diesen Zeigern die zuvor beschriebenen Dreieck- und Sechseck-Konstellationen! Was für eine unglaubliche und einmalige Gesamtkonstellation war gefunden worden!!!

In rund 26.000 Jahren verschiebt sich scheinbar, vor allem durch die Taumelbewegung der Erdachse, der gesamte Himmel bis er wieder seine Ausgangsstellung erreicht. Und in dieser langen Zeit formieren sich vermutlich nur sehr selten, wenn überhaupt, zwei Sternenzeigern innerhalb von exakt 6 Stunden. Ausführlicher siehe: 6 Stunden = eine 1/4 Umdrehung

Der Mechanismus dieser perfekten Sternenuhr wurde von Astronomen in Mitteldeutschland entdeckt. Damit war diese Region besonders prädestiniert. Nun konnte man das Himmelsgewölbe in vier gleiche Teile unterteilen. Auch zwischen den Solstitien und Äquinoktien war jeweils eine Viertel-Umdrehung des Firmaments wahrzunehmen. In manchen Nächsten ließ sich sogar ein Dreiviertel des nächtlichen Bogenlaufs vieler Sterne beobachten. Eine Nacht offenbarte somit bis zu drei 6-stündige Zeiteinheiten, … Nun konnten Raum und Zeit nachprüfbar viele Male im Jahr exakt unterteilt und vermessen werden. Und sicherlich ermöglichten diese Beobachtungen weitere Rückschlüsse bezüglich der Himmelsmechanik und der Mathematik.

Außerdem stand gleichzeitig mit dem vierten Sternenzeiger der Stern Procyon / Kleiner Hund genau im Ostpunkt. In dem Fall handelt es sich um das größte von allen goldenen Sternenplättchen der Himmelsscheibe. Und somit lässt sich Procyon 3x verschiedenen Sternensymbolen zuordnen. Procyon zeigt den Verlauf des Himmelsäquator an

1.8. Alle Sterne der Himmelsscheibe wurden eindeutig interpretiert!

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurden alle Sterne der Himmelscheibe eindeutig interpretiert. Dies erfolgte durch das Auffinden versteckter Beziehungen zwischen den Sternenappliktionen und den anderen Symbolen. Alle Elemente des Bildprogramms sind miteinander verwoben. Da sich diese Interpretation leicht mit einem Computerprogramm nachvollziehen lässt, sieht man, dass sich die gewonnenen Aussagen gegenseitig bestätigen!

In der Abbildung finden Sie die heute gebräuchlichen Namen der interpretierten Sterne. Zudem wurden die verschiedenen Sternengruppen, die jeweils eine Eigenschaft verbindet, farblich gekennzeichnet.
Insgesamt handelt es sich um einfache astronomische Vorgänge und vier Blickrichtungen. Alle Sterne symbolisieren die komplette Himmelsmechanik der Frühbronzezeit

In dieser Abbildung wurden allen Sternensymbolen der Himmelsscheibe die Namen bestimmter Sterne zugewiesen. Sie wurden vermutlich alle eindeutig interpretiert.

Einerseits wurden in der Frühbronzezeit die Tierkreissterne (orange) an den vier extremen Auf- und Untergangsorten der Sonne beobachtet, wodurch Erkenntnisse zu den Jahreszeiten und zu den Bewegung der Planeten (grün) gewonnen werden konnten.
Andererseits definierten die Zirkumpolarsterne (blau) einen sternenlosen Nordpol, dessen Position auf der Bronzescheibe später noch zweimal durch andere Hinweise eindeutig bestätigt wird.
Und außerdem war eine große Dreieck- und eine Sechseck-Konstellation (rot) jeweils zeitgleich mit einigen der ermittelten Zirkumpolarsterne zu sehen, die übereinanderstehend mit dem Nordpol eine senkechte Linie, einen Sternenzeiger, bildeten. Zwischen diesen riesigen Konstellationen vergingen genau 6 Stunden oder, was für die damaligen Astronomen interessanter war, das gesamte Firmament vollzog einen Viertel-Umschwung.

Diese Interpretation zeigt, dass die Astronomen zur Zeit der 1. Herstellungsphase der Himmelsscheibe helle Sterne des ganzen Firmamentes kannten. Ebenso waren ihnen die unterschiedlichen Bewegungsabläufen der Gestirne und sogar die komplette Drehung des Himmelsgewölbes, in vier gleichgroßen Abschnitten, vertraut. Somit war es auch am Tage möglich, wenn die Sterne unsichtbar sind, deren ungefähre Lage zu ermitteln. Und schließletztlich könnte dadurch, unter anderem. die Bewegung der Sonne erst richtig erforscht worden sein.

All golden elements of the Nebra Sky Disk from the first manufacturing phase assigned to different stars

The first manufacturing phase

The Nebra Sky Disk is considered the world’s oldest concrete image of the starry sky. „As the oldest possible date for its manufacture, the beginning of the 2nd millennium seems plausible to us“ (Meller, 2005: 301 Harald Meller, 2005. Der geschmiedete Himmel. Theiss-Verlag.).

The star pairs marked in orange and connected by lines could indicate the ends of the extreme positions of the zodiac. (The horizon curves were appropriated only later, but they serve in the drawing for a better understanding.)
The stars marked in green seem to show the five planets visible to the naked eye. From the geocentric view the internal planets, Mercury and Venus, always sit close to the sun and remain near the horizon. The external planets, Mars, Jupiter and Saturn follow complete orbits in the entire ecliptic in front of the zodiac, like the sun and moon.

The stars of the Nebra Sky Disc can be assigned to certain groups, as to the zodiac, the planets, ...

In the southern sphere dome of the sky a large hexagonal and triangular constellation, each with additional stars, could be seen at intervals of exactly 6 hours. The higher the twelve stars marked in red are above the green horizontal horizon line, the more northerly they are at the same time.

In the northern celestial vault, the eight stars marked in light blue seem to symbolize the circumpolar stars. At that time, they orbited a starless celestial north pole whose position on the disk is thus defined for the first time.

Three of the circumpolar stars formed a star pointer when the hexagonal constellation was visible at the same time. After 6 hours another pointer formed in the north, together with the triangular constellation. After each additional quarter turn, the star pointers were upside down.

The creator of the Nebra Sky Disk had discovered the mechanism of a complete star clock.

In all probability all of the small gold elements of the Nebra Sky Disk were assigned to certain stars.

Today’s commonly used names of these stars can be taken from the illustration.

In dieser Abbildung wurden allen Sternensymbolen der Himmelsscheibe die Namen bestimmter Sterne zugewiesen. Sie wurden vermutlich alle eindeutig interpretiert.

In order to represent all the figures of light of the sun and moon with only two symbols, probably intentionally contradictory details were used in the design of the crescent. The golden circular disk obviously represents the full moon, the sun and even the earth, as well.
The crescent symbol shows characteristics of a 4.5-day-old moon as well as of a lunar and a solar eclipse (foto), when the Earth’s shadow created a crescent moon, and the unlit side of the moon created a crescent sun.

Read more: The 4 extreme positions of the zodiac

  • 1
    Harald Meller, 2005. Der geschmiedete Himmel. Theiss-Verlag. ↩︎

The 4 extreme positions of the zodiac

The stars of the Nebra Sky Disc can be assigned to certain groups, as to the zodiac, the planets, ...

With the Nebra Sky Disc the stars marked orange in the illustration are particularly conspicuous because they lie approximately in the middle and before the ends of the horizon arcs.

The visible path of the sun or the ecliptic runs through the middle of the zodiac. If we look at the sun the same time every day, it always takes four minutes longer to appear. Because of this delay, we can also observe, every three months at the same time, one of the four extreme positions, the two equinoxes and the solstices,

Rather than relying on the sun, each of these four extreme positions can be recognized much more easily with the help of a bright, almost simultaneously visible pair of stars from two different signs of the zodiac (joined by red lines in the illustration). One star revealed the beginning of the ecliptic in the east and another one revealed the end of the ecliptic in west.
In about 1950 B.C. in Central Germany, always two >ecliptic stars< stood almost exactly above the east and west points at the solstices when the high-level position or low-level position of the ecliptic occurred. During the equinoxes the eastern and western tilt could be observed in each case by a southern and a northern star.

Therefore, these pairs of stars symbolize all the extreme positions of the zodiac, which, however, were also to be seen on other nights, but not at dusk.

Those planets visible with the naked eye

If the creator of the Nebra Sky Disc wanted to show that five planets struck him by their movements, too, he would probably place them close to the sun and moon since they are always seen in their paths, as well as within the extreme positions of the ecliptic, which are indicated in this drawing by straight lines.

Die 2 Inneren Planeten sind in Horizontnähe und die 3 Äußeren hoch am Himmel zu sehen.

The five golden stars in the middle of the Sky Disc – marked in green – represent the five planets visible to the naked eye.
Two golden stars can be seen east of the sun on the edge of the horizon. – This facilitates the visibility of the inner planets, Mercury and Venus. Due to the fact that they orbit the sun in their smaller circuits faster than the Earth, they always stand, even at the farthest distance, in the same quarter of the sky with the sun and in the adjacent signs of the zodiac. Looking from the Earth towards the sun, these stars apparently oscillate only around the sun and in so doing always remain near the horizon.
The three other golden planets have been placed between the sun and the moon, closer to the centre of the disc and therefore higher in the sky. – Since the Earth also belongs to the planets and is the third closest planet to the sun, Mars, Jupiter and Saturn go round the sun beyond the Earth’s orbit in wider radii. As we are able to see the paths of these outer planets >from the inside<, they can never stand between us and the sun. Like the sun and the moon, they follow complete orbits in the whole ecliptic. Thus, they can also be found high above the horizon in the south around midnight.

More about this: Die Sterne

2x Procyon in exactly six hours!

The Nebra Sky Disc shows two large star constellations and exactly 6 hours in between:
The Winter Hexagon and at the same moment the stars Deneb and Vega in the north. Just six hours later appears a large triangular constellation when Procyon, the last star of the hexagonal constellation, stood close to the horizon, directly in the west.

Großes Dreieck mit Procyon

In the computer map on the right hand, we see the whole hexagon of stars as it has just exceeded the north-south axis, the so-called meridian, in about 1950 B.C., in Central Germany. The star Procyon / Canis Minor has just left his highest point, so now he continues the way down to his setting place. In addition the bright star Vega / Lyra was standing exactly in the north point and also at the northern horizon, but further to the west, Deneb / Cygnus could be seen. These two last stars were only visible, if you turned about 180 degrees and looked straight to the north. With Vega in the north point, they formed together with the hexagon of stars a timely exact fixed north-south constellation.

Wintersechseck, Deneb, Vega

Left computer map shows a larger triangle consisting of remarkable bright stars, which is even larger as the before mentioned winter hexagon. It is composed of the star Altiar /Aquila, close to the east point and Arcturus / Bootes approximately in the zenith, as well as the luminous Antares / Scorpius lower in the south-east. On the opposite side of the rising Altair we will see again the bright star Procyon / Canis Minor, shortly before his setting, so that only for a short moment a maximum east-west constellation could be observed.
And the star inside the hexagon, between the two constellations of the zodiac, is probably a planet.

If we look now at both computer maps, to the southern area of the Sky Disc, we see Procyon only close to the meridian and then just still above the western sky edge. For this arc run Procyon on the minute needs exactly six hours.

These before mentioned big star constellations are illustrated on the Nebra Sky Disc.

The eight circumpolar stars

Looking in a northerly direction we can see that the circumpolar stars circle a formerly starless North Pole.1. Phase Blickrichtung Norden

On the Nebra Sky Disc its hight above the horizon on the meridian (= imaginary great circle through the North Pole and the South Pole) is defined by the centre of the circuit of the outer circumpolar star, number 8.alle Zirkumpolarsterne

On the computer map the centre of the blue lines corresponds to the northern celestial pole.
The distances between the parallel circles of all the stars of the Sky Disc, marked in light-blue, do not agree with the “distorted” circuits of the stars in the north view of the computer map, but they proportionately fit the altitude angles of the following upper stars: 1 Kocab / Little Bear, 2 η-Draco, 3 Alkaid / Big Bear, 4 Polaris / Little Bear, 5 Etamin / Draco, 6 Alderamin / Kepheus, 7 Alphekka / Northern Crown, 8 Vega / Lyra.

 

Sternenzeiger mit Sechseck im SüdenWenn Zirkumpolarsterne gelichzeitig im Meridian stehen, zeigen Sie als Stenenzeiger den Wahren Norden an oder sie bilden den Stundenzeiger einer Sternenuhr. Present doubts about the validity of the classification are allayed when we have a look at the entire firmament, as in the Early Bronze Age in Central Germany Two seasonal constellations.three of the recognized circumpolar stars were positioned almost vertically on top of one another in the meridian (2 η-Draco, 5 Etamin, 8 Vega), while the constellation from the Winter Hexagon with Deneb and Vega was visible. They form an astral hand.

Two further circumpolar stars (3 Alkaid, 4 Polaris) were located in the meridian exactly six hours later when a triangular constellation occupied the eastern quarter of the sky and Procyon, close to the west point, was just about to set.

This part of a perfect star clock, whose hands circle the North Pole in quarter turns at a distance of exactly six hours, has only been seen for very few centuries in approximately 26.000 years!

 

Nordzeiger Another astral hand, 1 Kocab and 6 Alderamin, might have pointed to True North. “The north was, where the extension of their conection line met the horizon vertically (Kate Spence 2000).” [1]


 

 

 

Presumably the circumpolar star 7 Alphekka was especially important for helping travelers to find their way as it was the brightest star which, after Vega, reached in Central Germany a low position above the True North, as already ascertained.

______________________________

 

[1] www.zeit.de/2000/47/cheops%27_Kompass/seite-3

 

 

Two stars form an astral hand and pointed to True North

Astral hand to True NorthTwo of the recognized eight circumpolar stars, Alderamin (10,8°) und Kocab (43,6°), were crossing formerly the meridian nearly at the same time, when they were positioned almost vertically on top of one another. They form an astral hand that could have shown the True North. Kate Spence, University of Cambridge, has proposed a surprising simple theory, which provides the key to the mysterious orientacion of the pyramids. … the Egyptians could have observed two stars, which were lying approximately in one line to the northern skypole, at that time.
The North was where the extension of their connecting line hit the horizon vertically at night.

 

„The sky was the limit for the Pyramid builders
Dinah Ashman explains how modern astronomy may have put a new date on the building of the Great Pyramid at Giza.

A new theory of how exactly the ancient Egyptians oriented the pyramids according to the stars could put a date on the construction of the Great Pyramid at Giza near Cairo that is accurate within 5 years.
Builders probably got started between 2485 and 2475 BC, Kate Spence of the University of Cambridge, UK, proposes in Nature. Previous estimates have been accurate only to within 100 years. Spence’s idea could enable Egyptologists to refine their chronologies for all the reigns of the Old Kingdom — the middle of the third millennium BC.
„Spence has come up with an ingenious solution to a long-standing mystery,“ says Owen Gingerich of the Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, Cambridge, Massachusetts.
The new theory is inspired by the subtle deviations in the alignment of the eight pyramids at Giza from true north. The bases of the earliest-built pyramids point slightly east of north and those of the later-built ones, slightly west. The most precisely aligned pyramid is that of King Khufu or Cheops, also known as the Great Pyramid.
The pyramid builders, Spence suggests, used a pair of fairly bright stars, which in 2467 BC lay precisely along a straight line including the celestial north pole. Each star was about 10 degrees from the pole.
One is Kochab (ï-Ursae Minoris) in the bowl of the Little Dipper (Ursa Minor), the other Mizar (zeta-Ursae Majoris) in the middle of the handle of the Big Dipper (Ursa Major).
„In 2467 BC an Egyptian astronomer could wait while the heavens slowly pivoted around the unmarked pole until a plumb line exactly intersected both stars, one about 10° above the invisible pole and the other 10° below it,“ Gingerich explains. The sight line to the horizon point directly below the plumb line would then point straight to north.
Because of the Earth’s precession — the revolving axis of the Earth is unstable and rotates like a gyroscope with a period of 26,000 years — the celestial north pole was exactly aligned between Kochab and Mizar only in the year 2467 BC. Although given the precision of the measurements of the time, the ‚accurate‘ period was effectively a few years.
The orientation errors of earlier and later pyramids faithfully track the slow drift of Kochab and Mizar with respect to true north. Because the error in the Kochab-Mizar alignment can be readily calculated for any date, the error in each pyramid’s orientation reveals its construction date [1].“ [2]

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[1] Spence, Kate. Ancient Egyptian chronology and the astronomical orientation of pyramids. Nature 408, 320 – 324 .2000
[2]
http://www.nature.com/news/2000/001116/full/news001116-10.html    Dinah Ashman

The Star Clock – a quarter turn of the visible starry sky or 6 hours on our time scale, 90 degrees …

On the Nebra Sky Disc facing south we see our Winter Hexacon and a triangle constellation.On the Nebra Sky Disc facing south, two large constellations form a triangle and a star at the edge on the right, as well as from a hexagon and two stars on the upper edge are depicted.

On the Nebra Sky Disc facing north we see eight circumpolar star circling an invisible North Pole..

Looking north, eight circumpolar stars circle an invisible North Pole whose position on the Sky Disc is determined by three independent clues. The distances between the parallel circles of these stars proportionately fit the altitude angles of some of the brightest circumpolar stars.

The meridian is an imaginary great circle which runs through the North Pole and the South Pole; 90° to the horizon.

In the star clock three of the circumpolar stars discovered in the meridian are located almost vertically above one another, while at the same time the constellation from the Winter Hexagon with Deneb, and Vega at the northerly point, could be seen. Exactly six hours later two more circumpolar stars form an astral hand, when Altair had risen at the eastern point and thereby the triangular constellation occupied the eastern quarter of the sky, while Procyon from the Hexagon was located near the western point, shortly before setting. Another six hours later the first astral hand reached his upper culminacion in the meridian and another six hours later the stars of the second hand had changed their places. Two astral hands in their lower and upper culmination.

One of two astral hands had reached his lower culmination on the meridian.
Six hours later respectively one star of another hand was standing on each side of the North Pole.
After another 90 dedrees sky turn the first reached his upper pinnacle.
And again after a quarter turn of the visible starry sky the second had turned, as well, while Procyon
was just rised and had reached the east point. This astral hand form an exactly 90° angle with Procyon in the east.

As the two stars Procyon and Altair moved parallel to the equinoctial line, one could see them performing a quarter astral course when they were positioned above the southern point.

The North Pole – Altitudes can be measured from the Earth

On the Nebra Sky Disc the position of the invisible North Pole can be defined by means of three independent clues.The North Pole is determined by the centre of the outer circumpolar star.

 

1.) The height of the North Pole above the horizon is determined on the meridian by the centre of the circuit of the outer circumpolar star, number 8.

 

The North Pole is indicates by connecting line between the ends of the solar arc and the meridian2.) The position of the northern celestial pole is also indicated by the solar arc, depicted in the 3. production phase of the Sky Disc, because the connecting line between its ends intersects with the meridian right in the previously ascertained middle of the circumpolar stars!the course of teh sun between winter and summer solstice and the moon turns

 

3.) The horizon arcs, added in phase 2, represent the course of the sun between winter and summer solstice and as well the moon turns. However, as one can only see the latter from Earth, the golden circular disk now symbolizes the Earth.

The golden circular disk now symbolizes the EarthWe mark the position of the North Pole already known to us and from there we draw a connecting line to the centre of the circular disk. From the North Pole we move 51° to the right and from there we draw the horizon line once again through the centre of the disk. From the other side of the celestial pole we establish the zenith line 39° away, which coincides exactly with