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Die Mechanik des Sternenhimmels in der Frühbronzezeit

   Der Sternenhimmel / 1. Herstellungsphase
Sterne stellen die Extremstellungen des Tierkreises und die 5, mit bloßem Auge sichtbaren, Planeten dar
Zwischen der Konstellation des Sechsecks und des Dreiecks vergehen exakt 6 Stunden.
5 Zirkumpolarsterne der Himmelsscheibe gehören zu einer Sternenuhr.
Fünf Zirkumpolarsterne bilden zwei Sternenzeiger, die im Abstand von exakt 6 Stunden im Meridian stehen.
Die Sterne der Himmelsscheibe zeigen 2 jahreszeitliche Kostellationen, 8 Zirkumpolarsterne, Sterne des Tierkreises und 5 Planeten.

Die Himmelsscheibe von Nebra – Willkommen

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als weltweit älteste konkrete Abbildung des Sternenhimmels. Sie ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde aus der Frühbronzezeit.
Im Januar 2012 wurde die Himmelsscheibe von Nebra durch einen Eintrag in das >Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter< geschützt, wodurch verhindert werden soll, dass sie Deutschland verlässt.
Im Juni 2013 hat die Unesco die Himmelsscheibe in das Register des Weltkulturerbes >Memory of the world< aufgenommen, da sie, laut dem Vorsitzenden des deutschen Nominierungskomitees, Joachim Felix Leonhard, zeigt, dass die Menschen in Mitteldeutschland schon in der noch schriftlosen Bronzezeit über exaktes Wissen kosmischer Zusammenhänge verfügten. “Was haben wir schon vor 4000 Jahren gewusst? Was können wir heute daraus lernen?”

Phase 1-5. Die Elemente des Nachthimmels werden später durch Symbole für den Taghimmel erweitert.

 

Sie ist nicht nur der bedeutendste Fund der Frühbronzezeit, sondern sie begeistert Menschen jeden Alters.
Professor Harald Meller schätzt, dass es inzwischen 300 bis 400 Interpretationen und Deutungen zur Himmelsscheibe gibt und jede ist anders.

Gibt es einen andern Gegenstand, der so viele Menschen anregt den Himmel kennen zu lernen oder schon bekannte Himmelserscheinungen in den Formen, Größen, sowie in Anordnung der goldenen Elemente zu suchen? Dabei wurde häufig auch in anderen Kulturen und Zeitepochen gestöbert, um Ähnlichkeiten oder mögliche Zusammenhänge zu finden und viel Wissen wurde gewonnen, vermittelt oder neu aufgefrischt.
Mit großer Leidenschaft und Geduld haben Menschen viele Wochen, Monate oder gar Jahre lang versucht der Himmelsscheibe von Nebra mögliche Geheimnisse zu entlocken. Dabei sind wunderbare Werke entstanden und der Schöpfer der Himmelsscheibe würde begeistert sein, wie viele Deutungsmöglichkeiten und Interpretationen er mit seiner Darstellung des Sternenhimmels hervorgerufen hat.

Von einer Besucherin des Landesmuseums in Halle erhielt ich kürzlich folgende Mitteilung: „Wir waren … im Museum Halle, das uns alle sehr beeindruckt hat. Der wissenschaftliche Mitarbeiter, der uns führte, bezeichnete die offizielle Erklärung zur Scheibe als „begründete Spekulation“. Das dürfte der Wahrheit sehr nahe kommen.“  Dann ist die folgende Interpretation mindestens ebenfalls eine begründete Spekulation, da sie der Wahrheit noch näher kommt.

Doch wenn wir uns die Harmonie der Sterne anschauen, wie sie auf ihren gleichmäßigen Bahnen von weiteren Kreisbahnen durchwoben werden und sich alles zu einem wunderbaren Miteinander verflechtet, dann können wir doch nur ehrfürchtig werden und Gott danken, dass wir den Himmel schauen durften.

Die Kreisgrabenanlagen, wie die von Goseck, Stonehenge und alle anderen Kreisanlagen der Jungsteinzeit und Frühbronzezeit waren vermutlich sakrale Orte, wo die Menschen dem Himmel nahe sein wollten. Denn alles Leben auf der Erde und auch alle Bewegungen am Himmel vollziehen sich seit Urzeiten in Kreisen und Kreisläufen. Vielleicht sollte die Himmelsscheibe gar nicht das astronomische Wissen aufzeigen, sondern dem Himmel ein Denkmal setzen, das ihm gebührt.