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Die 4 Extremstellungen des Tierkreises

1. Phase neuDie scheinbare Bahn der Sonne oder die Ekliptik verläuft in der Mitte des >Tierkreisbandes<. Sie verschiebt sich täglich zur selben Zeit betrachtet um vier Minuten,  wodurch man im Laufe eines Sonnenjahres an den vier >Jahreseckpunkten< auch ihre vier Extremstellungen beobachten kann.  

Diese Extremstellungen konnten, besser als an der Sonne (weil in vielen klaren Nächten und nicht nur an wenigen Tagen), anhand jeweils eines hellen, ungefähr zeitgleich sichtbaren Sternenpaares aus zwei Tierkreisbildern erkannt werden (hier durch orangene Linien verbunden).  Ein Stern zeigte im Osten den Anfang und ein Anderer das westliche Ende der Ekliptik an.
Um 1950 v.Chr. konnte i
n Mitteldeutschland in den Nächten um die Solstitien, in der Nähe der Visurpunkte der Sonnenauf- und Untergänge
am Horizont, entweder die östlich oder westliche Schrägstellung der Ekliptik, durch jeweils ein zeitgleich sichtbares südliches und nördliches Sternenpaar, diagonal gespiegelt, beobachtet werden: Deneb Algedi / Steinbock + Regulus / Löwe, sowie Pollux / Zwillinge + Nunki / Schütze.
An den Äquinoktien standen nachts zeitgleich je zwei helle Ekliptiksterne ziemlich genau über den Ost- und Westpunkten, sozusagen horizontal gespiegelt. Sie zeigen die Hoch- oder Flachstellung der Ekliptik an: Spica / Jungfrau + Hamal /Widder, sowie Hamal / Widder + Zubenelgenubi /Waage.

Somit symbolisieren diese Sternenpaare alle Extremstellungen des Tierkreises, die aber auch in anderen Nächten zu sehen waren.

 

Mehr dazu: Sterne in Ekliptiknähe

Die Hochkultur Babylon – und Mitteldeutschland?

Es wird in der Frühbronzezeit, um 1.950 v. Chr. in Mitteldeutschland, nicht nur einen Warenaustausch, sondern auch einen Wissensaustausch gegeben haben! Denn einige astronomische Erkenntnisse der Himmelsscheibe wurden beispielsweise mindestens um 2.300 v. Chr. in Stonehenge, in Südengland und um 2.500 v. Chr. im alten Ägypten umgesetzt. Die Babylonier hatten um 2.500 v. Chr. sogar schon eine Keilschrift entwickelt, so dass sie ihre umfangreichen astronomischen Beobachtungen notiert konnten.
Wenn als Deutung der Himmelsscheibe eine babylonische Schaltregel akzeptiert wird, dann können wir doch dem Schöpfer der Himmelsscheibe auch einen Großteil des damaligen babylonischen Wissens zutrauen. Allerdings fand vermutlich kein kompletter Wissensaustausch statt, da das astronomische Wissen sehr komplex ist und es sich zudem, zumindest teilweise, um eine Art Geheimwissen handelte. Daher wurden vermutlich eher astronomische Grundelemente aus verschiedenen Regionen durch eigene Beobachtungen ergänzt und mit religiösen oder machtpolitischen Zeremonien ausgeschmückt.

2.750 v. Chr. herrschte König Gilgamesch über Uruk, die erste Großstadt der Geschichte, mit 25.000 Einwohnern. Der Herrscher der Stadt war zugleich ihr oberster Priester, der das Leben aller durch einen Kalender regelte. Dem einfachen Volk genügte vorerst der Mond als Zeitweiser, und wenn es an der Zeit war, den Göttern zu danken oder sie um neue Wohltaten zu bitten, sagten es ihnen die Priester. Sie beschäftigten sich besonders mit dem Geschehen am Himmel und wussten bereits um 2.500 v. Chr., dass Sonne, Mond und Planeten auf geschlossenen Bahnen durch den Tierkreis ziehen. Die vier Jahreseckpunkte konnten sie sowohl mit dem Schattenstab, dem Gnomon, als auch aus der Stellung der Gestirne bestimmen. Ihre geheimes Wissen notierten sie auf tausenden Keilschrifttafeln, die unter anderem einen Katalog von 66 Gestirnen und eine Omensammlung mit etwa 7000 Vorzeichen enthalten.” [1]

„Im gesamten ägäischen Raum gibt es weder bildliche Parallelen für die Himmelsscheibe aus Nebra. Aber, was wir auf der Himmelsscheibe und an den Schwertern aus demselben Fundkomplex aus Nebra finden, ist in Europa vor allem aus der Ägäis bekannt, nämlich die Technik der Tauschierung. Da diese von den Mykenern aus dem Nahen Osten übernommene Technologie jedoch in Mykene weiterentwickelt war als in Nebra, muss wiederum kein direkter Kontakt angenommen werden.“ [2]

Schatzjagd an der Seidenstraße      (Erstausstrahlung 21.09.2013, 20:15 Uhr)
Die größte Handelsroute verlief einst auch durch die Taklamakan, die zweitgrößte Sandwüste der Welt. Von der alten Hauptstadt Xian bis ans Mittelmeer reichte die Verbindung.
In der Taklamakan wurde jetzt ein Mumienfriedhof mit 200 Mumien aus prähistorischer Zeit entdeckt und von chinesischen Archäologen systematisch untersucht. Bis zu 4.000 Jahre sind sie alt und sie tragen europäische Gesichtszüge. Der chinesische Archäologe Idris Abdursul und Victor Mair geben verschiedene DNA zur Untersuchung in Auftrag, in China und Europa. Das chinesische Team kommt zu einem Ergebnis: Die Mumien tragen europäische Gene in sich. Die DNA weist die Spur jener Völker nach, die vermutlich aus der Schwarzmeerregion nach Europa einwanderten. Die Analyse beweist, dass es bereits vor 4000 Jahren Kontakte zwischen Ost und West gab. Menschen aus der Schwarzmeerregion nahmen denselben Weg, wie später Händler der Seidenstraße.
Jetzt müssen wir nicht mehr raten und rätseln, was in der Bronzezeit abgelaufen ist. Jetzt wissen wir es. Das Volk, zu dem die Mumien gehören, schlägt schon in der Bronzezeit eine Brücke zwischen Ost und West, denn es lässt sich nachweisen, dass sie Handel mit den chinesischen Völkern betrieben.” [3]


[1] Hans Lenz (2005), “Universalgeschichten der Zeit”, Kalender
[2]
Harald Meller (2005), “Der geschmiedete Himmel” – Reinhard Jung, Mykene und der Norden: Transfer von Artefakten – Transfer von Religionen?

[3] http://www.arte.tv/guide/de/047512-000/schatzjagd-an-der-seidenstrasse#details-description