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Telecanarias: Eine palmerische Petroglyphe könnte laut Dr. Jorge Pais die erste Landkarte der Kanaren sein

Am 30. Oktober 2017 sendete der Fernsehsender Telecanarias:  “Eine Petroglyphe von La Palma könnte die erste Landkarte der Kanaren sein”.
http://www.rtve.es/alacarta/videos/telecanarias/telecanarias-301017/4278589/

“Sie haben eine Petroglyphe aus der präspanischen Zeit entdeckt, die nach der Interpretation der Wissenschaftler eine felsige Landkarte der Insel darstellt.  Es wäre die erste, die auf den Kanaren bekannt wird und eine von wenigen auf der Welt.

Und auf La Palma könnte die neuartige Interpretation der Experten zu einer Petroglyphe im Mittelpunkt der weltweiten Archäologie liegen. …

Die Hypothese einer Felskarte eröffnet der Forschung neue Wege.
In der weltweiten Vorgeschichte sind die Beispiele für geografische Darstellungen der Umgebung selten und selbstverständlich ist dies die erste bekannte der Kanarischen Inseln (Telecanarias, 2017).”

Der Archäologe Dr. Jorge Pais Pais stellt in diesem Beitrag eine Interpretation zu einer Petroglyphe vor, die sich im früheren Bezirk Tijarafe befindet.

 

 

Wir konnten Petroglyphen als eine steinerne Landkarte in Garafía klassifizieren

Die folgenden Zitate stammen aus dem Artikel >Montaña de Fernando Porto<, der in der Zeitschrift IRUENE Nr. 6 Casiopea (2014; Ediciones Alternativas, Puntagorda, La Palma), in Spanisch und Englisch, erschienen ist.

“Auf der kanarischen Insel La Palma gibt es vor allem in der Gemeinde Garafía zahlreiche Petroglyphen. Von einer Gruppe loser, freistehender Steine, >El Calvario<, fiel mir eine Felsgravur (Foto N° 2) am meisten auf. Über dem Motiv leuchtete das Meer. Jedoch wenn man sich um 180 Grad wendete, sah man rechts vom Friedhof einen auffälligen Berg, der scheinbar zwei Spitzen hatte (Foto N° 1). Erst als es uns, nach mehreren Jahren gelungen war, einigen Felsgravuren konkrete Landschaftselemente zuzuordnen, haben wir auch diese Region näher untersucht. …

Blick von >El Calvario< direkt bergauf

Doch was könnte die Felsgravur von dem Stein der Fundstätte >El Calvario< mit den angeführten Bergen und Quellen zu tun haben? Könnten die Petroglyphen eventuell den Hauptsiedlungs- und Wanderbereich einiger Familien darstellen, die in der Umgebung des Barrancos de Fernando Porto lebten? …

Wenn wir die Berge und Quellen der Felsgravur tatsächlich richtig zugeordnet haben, könnte der Montaña de Fernando Porto einen Siedlungsbereich und die Region zwischen den Barrancos de La Luz und del Atajo / Jerónimo ein “privat aufgeteiltes“ Gebiet mit Viehhaltung, Wasserstellen und wahrscheinlich auch einigen landwirtschaftliche genutzten Flächen darstellen. …

Vergleicht man die Topographie mit dem Foto der Gravur kann man Ähnlichkeiten fetsstellen.

Der Hauptweg führte vermutlich von der Mündung des Barranco de Fernando Porto bis zum Roque de Los Muchachos mit den Gemeindeweiden. Dass an dieser ziemlich geraden Strecke neben dem Montaña de Fernando Porto ausgerechnet der unscheinbare Montaña de Las Indias dargestellt wurde, kann nur durch die Sichtbeziehung erklärt werden, die aber aufgrund der Entfernung nur durch Feuerzeichen in der Nacht eine Bedeutung gehabt haben konnte. Die Feuer könnten Viehdiebstahl und andere Gefahren, sowie auch Rituale, Feiern oder Spiele anzeigen oder bei Auseinandersetzungen die Gemeinschaft oder die Stammesführer einberufen, … (Kupka, 2014).