Die Felsgravuren von >El Lomo de La Fajana<

Lage der Felswand mit Petroglyphen …….Ein Teil der Gemeinde El Paso wurde von den Ureinwohnern Aridane genannt. Dort regierte zur Zeit der Eroberung „der Herrscher und Anführer, ein Palmero, der wegen seiner Höflichkeit und guten Einstellung Mayantigo genannt wurde, weil in seinem Dialekt der Himmel Tigotan hieß und sie es liebten ihn mit dem Himmel zu vergleichen, deshalb haben sie ihn Mayantigo genannt, was >ein Stück des Himmels< bedeutet” (Abreu Galindo, [1632] 1977; [1]).
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…….In jenem Bezirk war zu jener Zeit die Besiedlung so dicht, dass die Höhlensiedlungen sich von der Küste bis zum Abhang des Pico de Bejenado (1300 m) erstreckten und die Hütten wurden sogar noch bis zum Calderarand, Roque de los Cuervos, (1500 m; siehe Foto im Kapitel >Bejenado<) gebaut.
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…..„In den südlichen Falten des Bejenados fanden die Benahoaritas während der meisten Zeit des Jahres reichlich Futter für ihre Schaf-und Ziegenherden” (Pais Pais / Tejera Gaspar, 2010; [2]).
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In diesem Kanton befindet sich in der Nähe des Städtchens El Paso die Felsbildstation >El Lomo de La Fajana<, deren Symbole ich nach und nach interpretiert habe. (Anmerkung 2017: Eine lange Zeit hatte ich die Interpretationen zu den ersten Symbolen auf diesem Blog publiziert, doch nun erscheint demnächst mein Buch zu dem Thema.)
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…….Anlässlich der 30 Jahrfeier dieser Fundstelle veröffentlichte María Victoria Hernández Pérez (offizielle Chronistin von Los Llanos de Aridane) am 17. Oktober 2012 einen Artikel, aus dem ich folgende Auszüge zitieren möchte: „1982 -vor 30 Jahren– katapultierte sich der Name der Gemeinde El Paso durch die Entdeckung von drei wichtigen archäologischen Fundstellen mit Felsgravuren in die Presse. Die Ansprechpartnerin für die Zeitung El Día aus Teneriffa war in diesem Fall meine Person, die die Exklusivmeldung dieser interessanten Entdeckungen verkünden durfte. … In den ersten Tagen im Mai 1982, sprach ich mit dem Lehrer Braulio Martín, … dem einige junge Männer gesagt hatten, dass in einer Wand eines Barranquillo in der Zone von San Telmo, in den Abhängen von Hermosilla, einige Kreise und eine Sonne eingraviert waren. … In einem ersten Moment habe ich … gedacht, dass jene Petroglyphen, von den schon Bekannten, sehr abweichend waren. … Mein erster Anruf ist nicht zur Zeitung El Día gegangen, wie das meine >Pflicht< als Geschäfts- / Korrespondenzpartnerin war, sondern er ist zu Myriam Cabrera, der Abgeordneten der Insel vom Ministerium für Kultur und der großen Expertin der prähispanischen Welt von La Palma, gegangen. Ihre Antwort war scharf, mit liebevollem Befehlston: “An die Presse nicht einen einzigen Buchstaben.“ So habe ich es gemacht. … Als Myriam die Petroglyphen gesehen hat – ihre Stimme klingt noch in meinem Geist nach – hat sie ausgerufen: “Heiliger Gott! Was ist das?“ Was ich vermutete, bestätigte sie. Was vor uns war, war von den anderen palmerischen und kanarischen Vorkommen sehr abweichend. … Als die Inselabgeordnete des Ministeriums für Kultur die Fundstätte gesehen hatte, machte sie einige Notizen und fragte, wer die Eigentümer jener Böden seien und wie die lokalen Ortsnamen waren. Eine Nachbarin … nannte die Region >La Fajana<. … Da es aber viele Orte auf der Insel gab, die Fajana genannt wurden, … und ein anderer Nachbar kommentiert hat, dass sie das Gebiet auch >El Lomo< nannten, wurde die Fundstelle >El Lomo de La Fajana< getauft. … Die Zensur wurde von mir genommen, mit dem weisen Rat und der Bitte den konkreten Ort
, wo sich der spektakuläre archäologische Fundort befand, nicht zu nennen. … Am Sonntag, den 2. Mai besuchte Antonio Tejera, provinzieller Chef der archäologischen Ausgrabungen, die Fundstelle. Er erklärte: “Es fehlen viele Studien, um eine genaue Analyse zu geben, aber dies ist ein sehr wichtiges archäologisches Vorkommen erster Ordnung, da es in seiner Ursprünglichkeit und Vielfalt noch einzig ist und es hat Elemente, die dem Fundort auf El Hierro und der Schlucht von Agüimes auf Gran Canaria (http://www.bienmesabe.org/noticia/2010/Febrero/los-grabados-de-balos) ähnlich sehen, auch gibt es gemeinsame Elemente mit denen von Belmaco und La Zarza dieser Insel, aber das Neuartige dieser Felszeichnungen ist die Originalität bis jetzt unbekannte Elemente darzustellen, die es zu einem vollständigen und sehr interessanten Vorkommen machen.“ … Die großartigen sogar nationalen Reportagen in der schriftlichen Presse, in Radio und Fernsehen, haben den dauernden Zufluss von Leuten hervorgerufen, … (Hernández Pérez 2012; [3]).”
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…….„Das Toponym Fajana ist ein kanarischer Ausdruck. Er stammt aus dem Portugiesischen und meint eine am Fuße eines Abhangs oder Steilfelsens gelegene Ebene, die vorwiegend aus
Felsstücken besteht, die sich aus der Höhe gelöst haben. Die Station >El Lomo de La Fajana< wurde zufällig im Jahre 1982 entdeckt. Der Felssockel besteht aus einer etwa 3m hohen und 4m breiten vertikalen Basaltsteinmauer. Die hier abgebildeten Motive sind geometrische Art, wobei die Gruppe von Spiralen, konzentrischen Kreisen und mäanderähnlichen Formen besonders ins Auge fällt, da sie auf einen hohen Entwicklungsgrad und eine beachtliche Komplexität schließen lassen. Teilweise bilden sie dichtere Trauben und lassen fast keinen Zwischenraum mehr zwischen den einzelnen Formen.” (Dieser Text stammt von der Informationstafel an der Station, die vom Cabildo de La Palma angebracht wurde.)


…….„Sicherlich, die Benahoaritas, die sich um die Felszeichnungen von El Cementerio und La Fajana versammelten, um ihre magisch-religiösen Riten zu zelebrieren, waren hauptsächlich die Bewohner der Höhlensiedlungen …, die weiter oben im Flussbett Richtung Osten (Tenerra), und stromabwärts gen Westen (Salto del Pedro), liegen (Pais Pais / Herrera García, 2007; [4]).”
…..  „Die Fundstätte der Gravuren vom Lomo de La Fajana liegt total isoliert und von anderen archäologischen Wohnorten entfernt … Dieser Umstand verleiht ihr, von unserem Blickwinkel aus, den Charakter eines Heiligtums mit magisch-religiösem Wert, um das sich die Benahoaritas der Gegend versammelt haben könnten, um ihre Götter unter anderem zu bitten, ihnen den ersehnten Herbst- und Winterregen zu schicken (Pais Pais, 2014; [5]).”
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[1] Abreu Galindo, Fray Juan de. ([1632] 1977). Historia de la Conquista de las siete Islas de Canaria. Santa Cruz de Tenerife. Imprenta, Lithografia y Libreria, Isleña. Regente, Miguel. Miranda. Pág. 172.
[2] Pais Pais, Felipe Jorge / Tejera Gaspar, Antonio. 2010. La Religión de los Benahoaritas. Santa Cruz de La Palma. Pág. 170.
[3] Hernández Pérez, María Victoria. 2012. El Paso. 30 años de los petroglifos del Lomo de la Fajana. http://www.bienmesabe.org/noticia/2012/Octubre/el-paso-30-anos-de-los-petroglifos-del-lomo-de-la-fajana-incluye-video
[4] Pais Pais, Felipe Jorge / Herrera García, Francisco. 2007. Los grabados de “El Cementerio” (El Paso, La Palma): El renacer de una estación rupestre. Revista de Estudios Generales de la isla de La Palma, N° 3. Madrid. Págs. 196 + 197.
[5] Pais Pais, Felipe Jorge. 2014. Los petroglifos del Lomo de la Fajana (El Paso): Una estación rupestre única en la prehistoria de La Palma. Revista de Estudios Generales de la isla de La Palma, N° 6. Seite 274.

 

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