Die zwei großen Goldelemente

Die beiden großen Goldelemente zeigen viele widersprüchliche Aussagen, die vermutlich beabsichtigt sind, um mit nur zwei Symbolen alle sichtbaren Erscheinungsformen von Sonne und Mond aufzuzeigen.

Dass es sich bei den beiden großen Elementen um die Sonne oder den Mond handelt, wird niemand bezweifeln. Dabei kann die Kreisscheibe nur die Sonne oder den Vollmond symbolisieren, während die Sichel verschiedene Erscheinungsformen veranschaulichen kann. Da aber Sonne und Vollmond nie gleichzeitig mit einer der verschiedenen Sichelformen vor dem Sternenhintergrund zu sehen sind, handelt es sich entweder um getrennte Aussagen oder um dasselbe Gestirn in zwei zeitlich aufeinander folgenden Erscheinungsformen. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass sich die beiden Außenradien der beiden großen goldenen Elemente kreuzen.
Der Innen- und Außenradius der Sichel.

Vergleich zweier Mondphasen anhand deren Innen- und Außenradien.

Vergleich zweier Fotos von Mondphasen anhand ihrer Innen- und Außenradien. [1]

1.) Auf der Himmelsscheibe von Nebra könnte die goldene Sichel eine Mondsichel zeigen und die goldene Kreisscheibe könnte den Vollmond oder die Sonne darstellen.
Der Innenradius der goldenen Mondsichel passt zu der manchmal sichtbaren unbeleuchteten Seite eines 4,5 Tage alten Mondes (linkes Foto), der kurz nach Sonnenuntergang im Westen zu sehen ist. Schon bei einer sechs Tage alten Sichel (rechtes Foto) ist der Radius viel größer und elliptisch. Bei Halbmond wird die Schattenlinie dann zu der Geraden eines Halbkreises.

Ziehen wir auf der Himmelsscheibe durch den Mittelpunkt des Außenradius der Mondsichel einen rechten Winkel zur Ost-West-Linie, können wir von dieser Senkrechten aus feststellen, dass die Verbindungslinie zwischen den Sichelspitzen, dazu nach oben und unten um 15° geneigt ist. — Diese Neigung einer Mondsichel ist im Frühling und Herbst bei der Steilstellung der Ekliptik zu beobachten.

Auf der 3.600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra sind der Sichelmond und der Vollmond unterhalb der sieben Sterne, der sogenannten Plejaden, zu sehen. „Wenn in den Tagen nach dem Sichelmond der Halbmond hoch über den Plejaden steht, dann drohte eine Woche später eine Mondfinsternis. Stand der Halbmond jedoch unter den Plejaden, so war eine Mondfinsternis ausgeschlossen”, erklärte Wolfhard Schlosser. Mit Hilfe der Scheibe kann eine Mondfinsternis vorhergesagt oder mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Nach Schlosser’s Angaben funktioniert die Vorhersagemöglichkeit auch heute noch. „Die Vorgänge am Himmel wurden damals sehr genau beobachtet und ihre komplizierten Gesetzmäßigkeiten ganz ohne Schrift in genialer Form mit Symbolen für die Nachwelt gespeichert”, sagte der Astronom weiter.” [2]

der große Schattenradius der Erde

Mondfinsternis. [3]

2.) Da die Sichel auf der Himmelsscheibe größer dargestellt ist als die Kreisscheibe könnte  sie auf das besondere und seltene Ereignis eines sich verfinsternden Vollmondes, auf eine Mondfinsternis, hinweisen.
Eine Mondfinsternis findet immer bei Vollmond statt, wenn der Mond gerade im Osten aufgeht und die Sonne im Westen untergeht oder andersherum. Die Sonne steht also genau gegenüber vom Mond und die Erde steht dazwischen. Der Verfinsterungsschatten hat also nichts mit dem unbeleuchteten Teil des Mondes zu tun, da der Vollmond zuvor komplett beleuchtet ist. Also muss sich etwas vor das Sonnenlicht schieben, damit der Mond die Sonnenstrahlung nicht mehr reflektieren kann. Der aufziehende Mondschatten kann somit nur der Schatten der Erde sein, weil diese (mit dem Beobachter) mittig zwischen Sonne und Mond steht, und diese ist dann rund!
Auf dieser Fotomontage sieht man im direkten Vergleich, wie riesig der Erdschatten (rechts) ist, und dass dieser nicht zum Innenradius der goldenen Sichel (links) passt.

Toltale Sonnenfinsternis mit sichtbaren gewordenen Planeten

„Das Foto zeigt die totale Sonnenfinsternis vom 31. August 1932 sowie die Planeten Jupiter, Merkur, Venus und Mars (von links nach rechts) am verdunkelten Taghimmel.” [4]

3.) Die Sichel der Himmelsscheibe hat vor allem auch Eigenschaften, die auf eine totale Sonnenfinsternis hinweisen könnten.
Vollendet man den Außenradius der goldenen Sichel, ist dies bei einer totalen Sonnenfinsternis die komplette Kreisform des Mondes, der sich vor die Sonne schiebt.Und damit müssten bei einer Sonnenfinsternis die Sterne hinter diesen beiden Gestirnen verdeckt sein und doch sind auf der Himmelsscheibe Sterne im Bereich des Sichelradius dargestellt worden. Einen solchen Widerspruch kann man nur nachvollziehen, wenn man eine Sonnenfinsternis kennt, denn dann sind am Tage Sterne sichtbar, die eigentlich unsichtbar sind!
Wie auf der Himmelsscheibe sind hier Gestirne sichtbar, die eigentlich unsichtbar sind.

Tabelle [6]

„Zu einer Sonnenfinsternis kommt es, wie bei einer Mondfinsternis, nur in der Umgebung der Schnittpunkte von Mondbahn und Sonnenbahn. Wenn ein Neumond bei einem dieser beiden Mondknoten eintritt, vollzieht sich die Konjunktion von Sonne und Mond so, dass beim Vorübergang der Mond die Sonnenscheibe ganz oder teilweise verdeckt und damit verfinstern kann. Erfolgt die Bedeckung unmittelbar beim Knoten, so wird die Sonnenfinsternis zentral, entweder total oder ringförmig. Bei weiterem Abstand zum Knoten, bis zu 6 Grad, entsteht nur eine teilweise (partielle) Finsternis.” [5]
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Fürst von Leubingen, der um 1942 v.Chr. beigesetzt wurde, eine zentrale Sonnenfinsternis gesehen haben könnte, ist aber durchaus gegeben.

Der Zeitpunkt, wann in der Bronzezeit eine Finsternis eintrat, lässt sich aufgrund der ungleichmäßigen und unberechenbaren Erdrotation nicht genau bestimmen. Vor allem bei einer Sonnenfinsternis, deren schnell wandernde Totalitätssichtbarkeit nur in einer höchstens 260 km breiten Erdregion gesehen werden kann, lag man vor allem zeitlich und auch räumlich schnell daneben.
≠ Bei einer Sonnenfinsternis ist die verdunkelnde Mondscheibe etwa so groß wie die Sonne, da aber der Innenradius der goldenen Sichel viel größer ist, kann es sich doch nicht um eine Sonnenfinsternis handeln.

Fazit: Nur für den 1.) Punkt: Die goldene Sichel könnte eine Mondsichel zeigen und die goldene Kreisscheibe könnte den Vollmond oder die Sonne darstellen, finden wir keine widersprüchlichen Aussagen. Für eine Mond- und Sonnenfinsternis sowie für eine Mondillusion gibt es charakteristische Merkmale, jedoch auch Unstimmigkeiten.

Mondillusion:
Uns allen ist sicherlich schon einmal ein besonders großer Mond oder eine riesige Sonne am Horizontrand, kurz nach dem Aufgang oder vor dem Untergang aufgefallen. Dieser Effekt wird noch immer als Mondtäuschung oder Mondillusion untersucht und bis heute gibt es noch keine endgültige Erklärung dafür.
Der Dipl.-Psych. Stephan Meyer hat die Himmelsscheibe von Nebra, mit Unterstützung von Prof. Wolfhard Schlosser, daraufhin untersucht: Die Himmelsscheibe von Nebra  — Neue Gedanken zur Deutung: Mondtäuschung, Mond- und Plejaden-Höchststand, Wandlung, Veränderung und magisches Denken (http://www.psy-mayer.de/links/Mond/Mond-2/Nebra-Himmelsscheibe/nebra-himmelsscheibe.htm)
≠ Wenn der Schöpfer der Himmelsscheibe die Kenntnis einer veränderlichen Mondgröße zeigen wollte, hätte aber die goldene Kreisscheibe größer sein müssen, als die Sichel. Denn bei einem Vollmond ist die Größenveränderung auffälliger, als bei einer 4,5 Tage alten Mondsichel.

 

Obwohl die visuelle Größe der Mond- und Sonnenscheibe nahezu gleich groß ist (1/2 Grad) wird aus all diesen Erklärungen nicht ersichtlich, warum die Sichel ungefähr 25% größer als die Kreisscheibe dargestellt wurde. Auf der Seite >Die Kreisscheibe symbolisiert auch die Erde< sehen wir, dass sich vom Mittelpunkt der Kreisscheibe zu den Sichelspitzen genau einen 60 Grad Winkel öffnet und dass könnte der wahre Grund für die besondere Größe der goldenen Sichel sein.
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[1] CIDADAO, Antonio. Fotos von Mondphasen. wiki.astro.com/astrowiki/de/Datei:Mondphasen.jpg
[2] SCHLOSSER, Wolfhard. 2008. Mondfinsternis am 21. Februar 2008.
[3] BIRKNER, Alexander. Foto einer Mondfinsternis. www.kernschatten.info/home.htm
[4] HENSELING, Robert. 1932.
Sonnenfinsternis 31. August 1932. Kosmische Heimat. Vlg: Der eiserne Hammer.
[5] SCHULTZ, Joachim. 1963. Rhythmen der Sterne.
[6] SCHRODE,
Antonius.
Kanon der Finsternisse. A
stro base.

Weiterlesen: Die beiden Randbögen